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Die fremde Prinzessin Ein Geraldines-Roman 4 - Historischer Roman von Qunaj, Sabrina (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 16.04.2018
  • Verlag: Goldmann
eBook (ePUB)
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Die fremde Prinzessin

Wales 12. Jahrhundert: Basilia, uneheliche Tochter einer Magd und des mächtigen Richard de Clares, wird mit fünfzehn nach Irland gebracht, wo sich ihr Vater ein bedeutendes Reich geschaffen hat. An der Seite ihrer Stiefmutter, der schillernden irischen Prinzessin Aoife, beginnt für Basilia ein neues Leben. Sie lernt das fremde, raue Land lieben, in dem die Clans sich erbittert gegen die Herrschaft de Clares' wehren. Als dieser seine Tochter mit einem seiner grausamen Gefolgsmänner vermählt statt mit ihrer heimlichen Liebe, dem Ritter Raymond FitzGerald, stürzt das nicht nur Basilia ins Unglück. Denn die Fehde zwischen Raymond und ihrem Vater löst blutige Unruhen im ganzen Land aus ...

Sabrina Qunaj wurde im November 1986 geboren und wuchs in einer Kleinstadt der Steiermark auf. Nach der Matura an der Handelsakademie arbeitete sie als Studentenbetreuerin in einem internationalen College für Tourismus, ehe sie eine Familie gründete und das Schreiben zum Beruf machte. Sabrina Qunaj lebt mit ihrem Mann und ihren zwei Kindern in der Steiermark.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 608
    Erscheinungsdatum: 16.04.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641202446
    Verlag: Goldmann
    Serie: Geraldines .4
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Die fremde Prinzessin

Striguil Castle, Ostwales, Pfingsten 1164

L ia duckte sich unter einer Handvoll Pferdedung hinweg. "Meine Großmutter zielt besser, Colwyn! Und die ist eine Lady - die kann überhaupt nicht werfen!"

"Ach ja?" Colwyn wischte sich die Hände im taunassen Gras ab und ballte sie zu Fäusten. "Komm her, wenn du dich traust, und sag das noch einmal!"

Lia wandte sich demonstrativ ab, sie sollte lieber nicht darauf eingehen.

"Also doch ein Feigling!" Colwyn stampfte auf den Boden, kam aber nicht näher. Das tat er selten, meist gab er sich damit zufrieden, sie aus der Ferne zu beleidigen. Er war neun Jahre alt, nur wenig älter als sie, aber er sah sehr viel stärker aus. Sein Vater war einer der Fischer aus dem Dorf, hier im Schatten der Burg von Striguil. Er versorgte die Garnison mit allem, was der Fluss so hergab, während Colwyn lieber herumstreifte und Ärger machte.

"Komm, Alina." Lia nahm ihre Zwillingsschwester bei der Hand und hob mit der anderen den Weidenkorb mit dem Leinen auf. "Wir müssen uns beeilen. Wenn Mam heute Abend von der Arbeit auf der Burg zurückkommt und keine saubere Wäsche findet, gerbt sie uns das Fell."

Alina warf ihr einen ihrer typisch tadelnden Blicke zu. "Deine Sprache lässt zu wünschen übrig - wie immer. Und wärest du nicht stehen geblieben, um mit Colwyn zu streiten, müssten wir uns nicht so beeilen ... wie immer."

"Dann ziehe ich dich das nächste Mal eben nicht mehr aus dem Weg, wenn er Mist nach uns wirft."

"Du weißt, was Mam sagt, Basilia: Gall pechod mawr ddyfod trwy ddrws bychan - eine große Sünde kann durch eine kleine Tür eintreten."

Lia verengte die Augen, sie hasste es, wenn ihre Schwester sich so altklug benahm und sie mit ihrem vollen Namen ansprach. Es war ein Name, der nicht zu ihr passte. Er gehörte zu strengen, normannischen Ladys, zu Frauen, die auf steinernen Burgen lebten und nicht mit Dreck oder Schlimmerem beworfen wurden. Lia war weder eine Normannin noch eine Lady und fand ihren Namen daher eher verhöhnend. Sie wandte sich Alina zu, bemüht, einen halbwegs freundlichen Ton anzuschlagen. "Eine große Sünde? Was willst du damit sagen?"

" Dass du stets anzunehmen scheinst, deine Streitereien wären bedeutungslos. Als wären es nur ein paar harmlose Worte, während du in Wahrheit mit deinem Verhalten Schande über uns alle bringst. Du vergisst, dass der Herrgott es so vorgesehen hat, dass Mitglieder des schwachen Geschlechts sich nicht mit denen des starken messen. "

Kopfschüttelnd trat Lia nach einem Kieselstein. "Ich bin ganz bestimmt nicht schwächer als Colwyn."

Alina schnappte empört nach Luft und bekreuzigte sich. " Nâd i'th dafod dorri dy wddf - lass deine Zunge dir nicht das Genick brechen."

"Himmel, Alina, pass bloß auf, sonst unterstellt man dir noch, für ein Mädchen unschicklich klug zu sein."

Alina funkelte sie an. "Ich kenne noch ein paar weise Worte: Y mae dafad ddu ym mhob praidd ."

Lia senkte den Blick, sie wollte es nicht zeigen, aber diese Worte trafen sie. Da ist ein schwarzes Schaf in jeder Herde. Wie oft hatte sie sich schon so gefühlt?

"Colwyn zu ignorieren ist das beste Heilmittel, wann lernst du das endlich, Basilia?"

Lia deutete mit dem Daumen hinter sich, Colwyns schlurfende Schritte waren deutlich im nassen Gras zu hören. "Wie du wünschst, Alina."

Sie hatte kaum ausgesprochen, da kam der Fischerjunge auch schon an ihre Seite entlang des Ufers, seine unnatürlich langen Arme schwangen mit jedem Schritt vor und zurück. "Haltet ihr euch immer noch für was Besseres, Bastarde ? Denkt ihr, ihr müsst euch nicht mit mir abgeben, nur weil eure Großmutter eine Lady ist?"

Er gab Lia einen Stoß in den Rücken, und sie biss die Zähne zusammen. Sie verbot sich, auf irgendeine W

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