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Die Kathedrale des Lichts Historischer Roman von Laurin, Ruben (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 26.01.2018
  • Verlag: Bastei Lübbe AG
eBook (ePUB)
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Die Kathedrale des Lichts

Eine Kathedrale, die zum Himmel wächst. Ein Steinmetz, der seiner Bestimmung folgt. Und eine Liebe, die nicht sein darf. Anno 1215. Dem Waisenjungen Moritz widerfährt großes Leid. Nur, wenn er Skulpturen aus dem Stein haut, vergisst er alle Schmerzen. Jahre später erkennt ein reisender Baumeister Moritz' Talent und nimmt ihn mit nach Magdeburg, wo eine Kathedrale gebaut wird. Rasch macht sich Moritz einen Namen unter den Steinmetzen. Doch nicht jeder auf der riesigen Baustelle bewundert den jungen Künstler. Vor allem Gotthart, ein bekannter Bildhauer, neidet Moritz den Erfolg. Als Moritz sich ausgerechnet in die Frau verliebt, um die auch Gotthart wirbt, verfolgt dieser nur noch ein Ziel: die Vernichtung seines Rivalen, um jeden Preis. Ruben Laurin ist das Pseudonym eines preisgekrönten Autors, der vor allem phantastische und historische Romane verfasst. Seine Faszination für die Geschichte der Stadt Magdeburg und die mittelalterliche Kirchenarchitektur brachten ihn auf die Idee, einen Roman über den Bau des Magdeburger Doms zu schreiben: Die Kathedrale des Lichts. Ruben Laurin lebt in der Nähe von Wismar.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 590
    Erscheinungsdatum: 26.01.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783732549900
    Verlag: Bastei Lübbe AG
    Größe: 1880 kBytes
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Die Kathedrale des Lichts

Prolog

Gallische Alpen, Sommer 285 n. Chr.

Der Kamm blieb hinter ihnen zurück. Und mit ihm die letzte Steigung. Endlich. Ab jetzt ging es nur noch bergab. Die Pferde fielen in einen leichten Trab. Erste Bäume standen am Wegesrand. Tief atmete der Centurio die deutlich wärmere Luft ein. Er glaubte, schon die Nähe des Flusstales und des Sees zu riechen. Noch war er guter Dinge, noch erfüllte ihn Zuversicht, noch brannte er darauf, seinem Kaiser und Feldherrn gegenüberzutreten.

Der Weg führte in ein Wäldchen. Die Schneefelder in den Hängen rechts und links waren höher gerückt, ihre weißen Zungen im Geröll schmaler geworden. Das Gras wuchs dichter hier. Der Centurio entdeckte Schafskot am Wegesrand. Daneben hatte sich eine Silberdistel der Morgensonne geöffnet.

Der Standartenträger hielt sein Pferd an. "Schaut euch das an, Brüder!" Mit der Standarte zeigte er auf zwei Silberdisteln.

Alle brachten ihre Pferde zum Stehen, alle betrachteten die silbrig-weißen Distelblüten. "Wie schön", sagte der Centurio, der unter dem Namen Mauritius bekannt war. "Wie wunderschön!" Er drehte sich im Sattel um und blickte zurück. "Warten wir auf die Männer."

Gut die Hälfte der Marschkolonne hatte den Kamm bereits überquert. Im Laufschritt kamen die Legionäre näher, der rhythmische Lärm ihrer Schritte schwoll an. Immer neue Reihen von Lanzenspitzen und behelmten Köpfen schoben sich über die Bergkuppe.

Der Anblick seiner Kohorte erwärmte das Herz des Centurios. Mauritius liebte seine Soldaten. Schon schlossen die ersten Marschreihen zu ihm und den Reitern auf. Der Centurio sah in schweißnasse, aber strahlende Gesichter. Die Nähe des Ziels beflügelte die Männer.

Noch glaubten sie, das kaiserliche Feldlager bei Octodurus sei ihr Ziel; noch rechneten sie damit, Rom bald im Kampf gegen gallische Rebellen dienen zu können. Auch Mauritius glaubte das zu dieser Stunde noch.

Nicht mehr lange, und alles würde sich ändern. Zwei Botschaften nämlich warteten auf Mauritius von Theben. Die erste gleich am Pass, von dem aus die alte Straße aus dem Hochgebirge ins Flusstal hinunterführte, die zweite kaum eine Wegstunde später jenseits des Passes. Die eine Botschaft sollten erst nachfolgende Generationen verstehen; die andere würde den Centurio wie aus heiterem Himmel treffen.

Tatsächlich wölbte sich zu jener Stunde ein strahlend heiterer Himmel über der Marschkolonne zwischen den Silberdisteln und dem Gebirgskamm. Die Schneegipfel leuchteten im Licht der aufgehenden Sonne. Sah es nicht aus, als würden sie in Flammen stehen? Mauritius konnte sich kaum sattsehen an diesem Lichtspektakel.

Im Norden erhoben sich keine Gipfel mehr, im Westen und Osten jedoch ragten die letzten Bergriesen der gallischen Alpen in den blauen Spätsommerhimmel.

"Schau dir diese Bergriesen an, Centurio!" Mauritius' Standartenträger Innocentius geriet schier außer sich vor Entzücken. "Sehen sie nicht aus wie glühende Hörner himmlischer Drachen?" Innocentius schwenkte den Legionsadler in alle Himmelsrichtungen. "Schaut euch das an, Brüder!" So viel erhabene Schönheit machte ihn fassungslos. Innocentius gehörte auch sonst zu den leicht entflammbaren Naturen.

"Es gibt keine Drachen im Himmel!", raunzte Candidus, der Zweite Centurio, in der ihm eigenen Barschheit. "Dort unten aber, hinter dem Wäldchen, gibt es einen Pass. Unseren Pass, schätze ich. Eine halbe Wegstunde noch. Höchstens."

Mauritius legte die Hand über die Augen und spähte über die Baumwipfel hinweg nach Norden, wo nach einer sanften Bodensenke ein Gebäude zu erkennen war. Candidus hatte recht: Das war ihr Pass.

Exuperius, der Ausbildungsoffizier, lenkte sein Pferd herum und ritt die ersten Marschreihen der Kohorte ab. "Bald erreichen wir den Pass!", rief er. "Danach geht's hinunter zum Strom und in mildere Gefilde!" Wie ein Lauffeuer verbreitete sich die Nachricht unter den knapp siebenhundert Legionären

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