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Die Klosterbraut Historischer Liebesroman von Schörghofer, Manuela (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 04.01.2019
  • Verlag: MIRA Taschenbuch
eBook (ePUB)
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Die Klosterbraut

Rheinland im 13. Jahrhundert: Nach der Hochzeit ihrer wunderschönen Schwester wird Franka von Marienfeld ihrer Bestimmung folgen, den väterlichen Rittersitz verlassen und in ein Kloster eintreten. Ein letztes Mal will sie vorher die Freiheit des Waldes genießen und den Wind in den Haaren spüren, während sie auf dem Rücken ihres Pferdes sitzt. Heimlich schleicht sie sich aus der Burg und stolpert einem jungen Ritter in die Arme. Sie ist überwältigt von seiner Anziehungskraft und den Gefühlen, die er vom ersten Moment an in ihr auslöst. Ohne es zu wollen, stellt sie ihre Zukunft infrage. Bis sie erkennt, dass Wulf vom Röllberg der Verlobte ihrer Schwester ist ... Manuela Schörghofer ist durch und durch Rheinländerin und macht ihre Heimat deshalb gerne zum Schauplatz ihrer Geschichten. Ihre Passion ist schon seit Kindertagen das Schreiben von Erzählungen aus vergangenen Tagen. "Die Klosterbraut" ist ihr Romandebüt.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 416
    Erscheinungsdatum: 04.01.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783955768614
    Verlag: MIRA Taschenbuch
    Größe: 3664 kBytes
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Die Klosterbraut

1. Kapitel

Mai 1226

Frankas grüne Augen blickten durch die Maueröffnung des ritterlichen Wohnsitzes. Draußen ließen die Strahlen der Mittagssonne die Baumwipfel des Westerwaldes in unterschiedlichen Farbtönen leuchten. Die Zweige schienen Franka durch den Spalt zuzuwinken, die bestellten Felder ihr zuzurufen, sich ein letztes Mal in ein Abenteuer zu stürzen, etwas Verbotenes zu tun.

Die junge Frau seufzte leise. Der zukünftige Bräutigam ihrer Schwester könnte jeden Tag hier eintreffen, und nach Melindas Hochzeit sollte Franka in das nahe gelegene Kloster eintreten. Die geistliche Laufbahn war Franka als jüngerer Tochter von Ulfried und Heimlinde von Marienfeld schon seit ihrer Geburt bestimmt.

Franka runzelte die Stirn. Ihr Temperament drängte sie, sich hinauszuschleichen, während ihr Gewissen sie davon zu überzeugen versuchte, dass es besser wäre, in ihrer Kammer zu verweilen und zu beten.

Der Blick der jungen Frau wanderte über die Einrichtung des Raumes, die aus einer Eichenholztruhe, einer schlichten Bettstatt und einer Marienstatue in der Ecke bestand. Kein Wandteppich schmückte die Mauern, kein Geschmeide, keine bunten Bänder oder verzierte Gewänder waren hier zu finden. Bewusst verzichtete Franka auf jeglichen Tand, den sie im Kloster ohnehin nicht besitzen durfte.

Energisch wandte sich Franka von der Öffnung ab, hinter der die Freiheit lockte. Sie kniete sich vor die Gottesmutter und betete. "Bitte, Maria, hilf mir, nur dieses eine Mal noch. Ich verspreche dir, mich nach diesem Tag nie wieder in den Wald zu schleichen."

Hastig bekreuzigte sich Franka und stand auf. Ihre kastanienbraunen Haare, die ihr bis über die Schulter reichten, hatte sie zu einem Zopf geflochten, der von einem Lederband zusammengehalten wurde. Sie raffte den Saum ihres Gewandes und ging zur Tür. Erst nachdem sie sich vergewissert hatte, dass der Gang menschenleer war, verließ sie ihre Kammer.

Vorsichtig schlich Franka von der oberen Etage, in der die Schlafräume der Familie und für besondere Gäste untergebracht waren, nach unten. Die Küche war leer, und auch aus dem angrenzenden Gesindebereich ertönte kein Laut.

Franka huschte über den gepflasterten Hof, dessen Gebäude und Gärten von einer halbhohen Bruchsteinmauer umgeben waren. Unentdeckt erreichte sie den Stall. Hier hatte sie in einem verschnürten Tuch hinter einem Futtertrog Männerkleidung versteckt. Rasch öffnete sie die Schnürung ihres Kleides, ließ es zu Boden gleiten und schlüpfte in Hosen und Hemd. Den verräterischen Zopf verbarg sie unter einer Mütze, bevor sie zu ihrer Fuchsstute eilte. Das zierliche Tier hob den Kopf mit der schmalen Blesse und schnaubte. Unwillkürlich legte Franka den Finger an die Lippen. Die Stallburschen schliefen normalerweise um die Mittagszeit, dennoch verhielt sich die junge Frau so leise wie möglich, als sie ihr Pferd sattelte und nach draußen führte. Sich immer im Schatten der Gebäude haltend, verließ sie unbemerkt den Rittersitz.

Franka war noch nicht lange unterwegs, als sie eine Falle entdeckte, in der sich ein Kaninchen verfangen hatte. Es war mit dem Hinterlauf in die Schlinge getappt und hing nun zappelnd kopfüber an der Weidenrute. Ob einer der Leibeigenen oder Bauern diese Falle gestellt hatte? Im Grunde war es Franka gleichgültig, ob sich die Bevölkerung hin und wieder heimlich das ein oder andere Wildtier als Fleischbeilage fing. Doch um des Tieres willen würde sie das Kaninchen befreien.

Nie verließ sie den Rittersitz ohne ein kleines Messer, das in ihrem Gürtel steckte, sowie Pfeil und Bogen. Sie stieg ab, packte das Tier am Nackenfell und zertrennte die Schur, die sich um dessen Bein geschlungen hatte. Sobald Franka ihren Griff löste, sprang es davon und entwischte ins Unterholz. Lächelnd steckte die junge Frau das Messer ein, als sie plötzlich das knackende Geräusch berstender Zweige vernahm.

Franka erstarrte und wollte nach den Zügeln gr

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