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Die Krone der Erschöpfung Roman von Boettcher, Chris (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 17.02.2011
  • Verlag: Südwest
eBook (ePUB)
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Die Krone der Erschöpfung

Das lesenswerte Buch des Comedy-Senkrechtstarters Chris Boettcher weiß, wovon er schreibt. Selbst schon über 40 schickt er in seinem Buch allerdings einen Werbetexter (verheiratet, zwei Kinder - den Klassiker eben) ins Rennen. Auf der Suche nach mehr (weiblicher) Anerkennung und im Kampf gegen den (drohenden) Bauchansatz, kommt es zu boettcher-typischen Verwicklungen. Am Anfang steht ein zertrümmerter Ganzkörper-Spiegel - und damit nimmt das Drama seinen Lauf: Dann kommt unweigerlich der Moment, in dem man beschließt: 'Ich muss etwas ändern!' Was er getan hat. Doch glauben Sie, dass ein Sportmuffel, der bisher jede körperliche Betätigung genauso konsequent gemieden hat wie Klaus Zumwinkel das Finanzamt, gleich beim ersten zaghaften Joggingversuch einen geschmeidigen Vollmarathon hinlegt? Chris Boettcher ist Comedian, Moderator, Entertainer und Autor. Erste Erfahrungen als Moderator und Comedyautor sammelte er bei Antenne Bayern. Seit 1999 ist er beim Bayerischen Rundfunk. Neben seiner Hörfunktätigkeit entfaltete Boettcher seine musikalische und komödiantische Seele und sein Talent, prominente Zeitgenossen zu parodieren. Es enstanden ganze Comedy-Reihen wie 'Chris Boettchers unglaubliche Fußball-Task-Force' oder 'Fränglisch mit Loddar'. Als Lockvogel der ARD-Sendung 'Verstehen Sie Spaß' zeigte er seine Wandlungsfähigkeit. Mit seinem Solo-Programm spielt er regelmäßig vor ausverkauften Häusern auch über die bayerischen Landesgrenzen hinaus.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 192
    Erscheinungsdatum: 17.02.2011
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641056308
    Verlag: Südwest
    Größe: 454 kBytes
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Die Krone der Erschöpfung

BORN TO RUN (S. 62-63)

Aber erst mal musste ich mein vollmundiges Versprechen einlösen. Also nix wie rein in die Joggingschuhe. Dazu sollte ich ganz kurz erwähnen, dass meine Joggingschuhe nicht etwa irgendwelche phenylalaninhaltigen Aldi-Laufschuh-Imitate aus Kunst-Kautschuk-Restbeständen der Elaste- und Plaste-Werke Leuna sind, sondern das absolut Edelste, was zurzeit an Sport-Tretern auf dem Markt ist, sozusagen der Rolls-Royce unter den Joggingschuhen.

Echte Hightech-Teile von Adidas, die sich vom Schuhwerk der "Transformers" nur in kleinsten Details unterscheiden. Ich sage nur: "Grip Control", verstanden? Also wie gemacht für extremes Gelände, zum Beispiel die verkehrsberuhigte Spielstraße vor unserer Haustür. Außerdem an den Fersen - ultracool - Extra-Reflektoren für den Nachtbetrieb und - Achtung - sogenanntes P.H.F., Personal Heel Fit, eine intelligente Ferseneinlage mit Memory-Foam, der sich deiner Ferse individuell anpasst!! Intelligente Ferseneinlage! Ich möchte jetzt nicht behaupten, intelligenter als ihr Träger, obwohl meine Frau sofort sagen würde - doch!

Auf jeden Fall aber total eng anliegend und somit das genaue Gegenteil vom Lauf-Shirt. Dieses wurde nämlich unter ganz anderen Aspekten ausgesucht: Eben genau dazu, die mitleiderregenden Konturen meines in die Jahre gekommenen Oberkörpers nicht knacke-eng zu betonen, sondern modisch dezent "aufzufangen". Für diese nicht unanspruchsvolle Aufgabe habe ich mich dem Hersteller Nike anvertraut, der eine extraweite T-Shirt-Serie mit dem coolen, professionell anmutenden Schriftzug "pro Run" auf der Brust anbietet. Der sieht nicht nur lässig aus, der lenkt vor allem vom Bauch ab!

Das T-Shirt selbst ist natürlich aus Wasser abweisendem Material gefertigt, obwohl "Wasser abweisend" in meinen Laufplanungen eigentlich nicht die geringste Bedeutung hat, da ich schon beim geringsten Tröpfeln sowieso keinen Fuß mehr vor die Tür setze! Tja, zur Vervollständigung meines ultimativen Runner-Looks fehlt nur noch ein cooles Käppi, verkehrt rum aufgesetzt, versteht sich. Dann noch eine schweineteure Oakley-Sonnenbrille (weil Max meine Ray Ban beim "Kinder-Ententanz" unter seinen neuen Crocs zermalmt hat) und ein MP3-Player im Ohr. Auch wenn ich ehrlich gesagt zu blöd bin, mir Songs aus dem Internet zu laden, es sieht einfach entschieden cooler aus so! Also, ab auf die Straße, und zwar diesmal auf keinen Fall am Friseurtempel vorbei, um kein unnötiges Aufsehen zu erregen!

Und was soll ich sagen? Das Seitenstechen kommt diesmal erfreulich spät, nämlich erst nach geschätzten 200 Metern! Klasse! Trotz sauerstoffentzugsbedingten Halbdeliriums sagt mir mein mathematischer Instinkt, dass ich bei einer sportlichen Weiterentwicklung auf diesem Niveau gerade mal lächerliche 210,98 Tage brauche, um meinen ersten Marathon zu absolvieren!

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