text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Die kuriosen Symptome der Liebe Roman von Oakley, Colleen (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 28.08.2017
  • Verlag: Wunderraum
eBook (ePUB)
16,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Die kuriosen Symptome der Liebe

Jubilee Jenkins hat das Haus seit neun Jahren nicht mehr verlassen. Sie leidet an einer sehr seltenen Krankheit - einer Allergie gegen Menschen. Nach einem beinahe tödlichen Kuss hat sie sich mit ihren zahllosen Büchern zurückgezogen. Als ihre Mutter jedoch überraschend stirbt, muss Jubilee sich wohl oder übel der Außenwelt stellen. Sie findet in der örtlichen Bibliothek nicht nur einen Job, sondern auch eine zweite Heimat und echte Freunde. Und als sie dem charmanten Eric und seinem eigensinnigen Adoptivsohn Aja begegnet, verspürt Jubilee zum ersten Mal wieder den Wunsch, jemandem wirklich nahezukommen. Doch die Berührung eines Menschen kann sie das Leben kosten ... Ihnen gefällt die Ausstattung unserer WUNDERRAUM-Titel? Wollen Sie mehr Geschichten lesen, die vom Kopf direkt ins Herz gehen? Dann laden Sie sich das kostenlose WUNDERRAUM-Leseproben-E-Book 'Willkommen im WUNDERRAUM. Unsere neuen Bücher ab August 2017' (978-3-641-22290-1) auf Ihren E-Book-Reader. Colleen Oakley war leitende Redakteurin der Marie Claire und Chefredakteurin der Women's Health & Fitness. Ihre Artikel wurden in zahlreichen Medien, unter anderem der New York Times, publiziert. Sie lebt mit ihrem Mann, vier Kindern und Bailey, dem größten Schoßhund der Welt, in Atlanta.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 480
    Erscheinungsdatum: 28.08.2017
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641207106
    Verlag: Wunderraum
    Originaltitel: Close Enough to Touch
    Größe: 724 kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Die kuriosen Symptome der Liebe

ERSTES KAPITEL

Jubilee

E inmal hat mich ein Jungs geküsst, und ich wäre beinahe gestorben.

Das klingt jetzt natürlich nach einem melodramatischen Teenie-ismus, mit hoher Quietschestimme gequiekt und von schrillem Kreischen eingerahmt. Aber ich meine es buchstäblich so, wie ich es sage. Würde man die Ereignisse chronologisch auflisten, läse sich das wie folgt:

Ein Junge hat mich geküsst.

Meine Lippen fingen an zu kribbeln.

Meine Zunge schwoll an, bis sie den ganzen Mund ausfüllte.

Mein Hals schnürte sich zu, und ich bekam keine Luft mehr.

Mir wurde schwarz vor Augen.

Es ist schon peinlich genug, einfach umzukippen und in Ohnmacht zu fallen, wenn man gerade zum ersten Mal im Leben geküsst worden ist, aber viel schlimmer ist es, wenn sich später herausstellt, dass dieser Kuss für den Jungen nichts weiter war als eine Mutprobe. Eine kleine Wette. Da meine Lippen anscheinend absolut unküssbar waren, brauchte es ganze fünfzig Dollar, die ihn dazu bewegten, seinen Mund auf meinen zu pressen.

Aber das Schrägste an der ganzen Geschichte kommt erst noch: Ich wusste schon vorher, dass mich dieser Kuss umbringen könnte. Zumindest theoretisch.

Mit sechs wurde bei mir ein allergisches Kontaktekzem des Typs IV gegen fremde menschliche Hautzellen diagnostiziert. Das ist Medizinerlatein für: Ich bin allergisch gegen Menschen. Ja, genau. Menschen. Und ja, das ist extrem selten. Sprich, es gibt nur eine Handvoll anderer Patienten in der gesamten Menschheitsgeschichte, die unter einer derartigen Störung gelitten haben. Einfach ausgedrückt bekomme ich am ganzen Körper Pusteln und Quaddeln, sobald mich jemand berührt. Der Arzt, der damals die Diagnose gestellt hat, stellte auch die Hypothese auf, dass ich eine sehr viel schwerwiegendere Reaktion zeigen würde, Typ I bis hin zum anaphylaktischen Schock - sollte ich oralen Kontakt zu einem anderen Menschen haben (im Klartext: jemanden küssen). Aber ich war siebzehn, ein Teenie mit verschwitzten Händen und weichen Knien, und Donovan Kingsleys Lippen waren nur Zentimeter von meinen entfernt, da dachte ich keinen Augenblick an die Konsequenzen - selbst wenn sie tödlich sein könnten. In diesem Moment - dieser atemlosen Sekunde, in der seine Lippen auf meinen lagen -, da schien mir die Sache das Risiko beinahe wert.

Bis ich das mit der Wette hörte.

Als ich aus dem Krankenhaus nach Hause kam, verkroch ich mich sofort oben in meinem Zimmer. Und kam nicht mehr heraus. Obwohl es nur noch zwei Wochen bis zu den Sommerferien waren. Es war mein letztes Schuljahr auf der Highschool. Mein Abschlusszeugnis haben sie mir dann später nach Hause geschickt.

Drei Monate später heiratete meine Mom Lenny, einen Tankstellenkettenbesitzer aus Long Island. Sie hat nur das Nötigste in einen Koffer gepackt und ist einfach gegangen.

Das war vor neun Jahren. Seitdem habe ich das Haus nicht mehr verlassen.

Es ist ja nicht so, als wäre ich eines Morgens aufgewacht und hätte mir gedacht: "Ich werde jetzt Einsiedlerin." Ich mag den Begriff Einsiedler nicht mal. Das erinnert mich an diese tödliche Spinne, die ihr Gift in jedes arglose Tierchen spritzt, das nichtsahnend ihren Weg kreuzt.

Aber nach diesem Erster-Kuss-Nahtod-Erlebnis wollte ich - nachvollziehbar, wie ich finde - nicht mehr aus dem Haus gehen aus Angst, dass mir einer meiner Mitschüler über den Weg läuft. Also bin ich zu Hause geblieben. Den ganzen Sommer habe ich in meinem Zimmer verbracht, Coldplay gehört und gelesen. Ich habe viel gelesen.

Mom hat sich deshalb immer über mich lustig gemacht. "Immer steckst du mit der Nase in einem Buch", stöhnte sie und verdrehte dabei die Augen. Aber ich las nicht nur Bücher. Ich las Zeitschriften, Zeitungen, Broschüren, alles, was ich in die Finger bekam. Und ohne es zu wollen, behielt ich fast alles von dem, was ich las, im Kopf.

Was Mom ganz toll fand. Auf Komma

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen