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Die Leidenschaft der Hugenottin Historischer Roman von Wusowski, Cornelia (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 05.03.2014
  • Verlag: Gmeiner-Verlag
eBook (PDF)
9,99 €
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Die Leidenschaft der Hugenottin

Pau, 1572: Die Hugenottin Margot reist im Gefolge der Königin von Navarra nach Paris, um sich dort eine gut bezahlte Stelle zu suchen. Sie bemerkt rasch die unterschwelligen Spannungen zwischen Katholiken und Hugenotten. Um Pöbeleien zu entgehen, trägt sie die farbigen Kleider ihrer verstorbenen katholischen Mutter. Eines Tages begegnet sie dem Herzog von Guise. Seine Liaison mit der Prinzessin Margarete wurde von der königlichen Familie gegen seinen Willen beendet. Zu Margots Verderben könnte sie als Zwillingsschwester Margaretes durchgehen, was auch de Guise bemerkt. Die junge Hugenottin gerät in ein gefährliches Spiel aus Leidenschaft und Begierde ... Cornelia Wusowski wurde 1946 in Fulda geboren. Schon während der Schulzeit interessierte sie sich für Geschichte, besonders für die Historie unseres großen Bruders Frankreich. Anfang der 1990er wagte sie den Versuch, einen historischen Roman zu schreiben, und debütierte mit 'Die Familie Bonaparte'. Weitere Biografien berühmter Staatsmänner und -frauen folgten. Als Gerüst diente allzeit die Romanerzählung, um die teils spektakulären Lebensläufe auch einer breiten Leserschaft näherzubringen und Geschichte mit einem Schuss Esprit zu würzen. In 'Die Leidenschaft der Hugenottin' entwirft Wusowski ein aufwühlendes, doch stimmiges Bild der tragischen Entwicklungen am französischen Hof, die im Blutrausch der berüchtigten Bartholomäusnacht gipfelten

Produktinformationen

    Format: PDF
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 471
    Erscheinungsdatum: 05.03.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783839243015
    Verlag: Gmeiner-Verlag
    Größe: 4512 kBytes
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Die Leidenschaft der Hugenottin

2. Kapitel

Margot ging langsam hinauf in ihr Zimmer. Sie entzündete die Lampe auf dem Tisch und überlegte, wann sie am nächsten Tag zum Grab der Mutter gehen sollte. Am Vormittag? Am Nachmittag? Nein, besser am frühen Abend, wenn es anfing, kühler zu werden.

Sie setzte sich an den Tisch und holte aus einer Schublade zwei Bücher, die sie während der letzten Tage gelesen hatte: Boccaccios Decamerone und Ovids Ars Amatoria .

Sie durfte sich in der Bibliothek ihres Vaters Bücher aussuchen, und er hatte ihr erlaubt, Boccaccio und Ovid zu lesen.

Margot ging mit den Büchern hinunter ins Arbeitszimmer des Vaters. Sie durfte den Raum auch betreten, wenn er an seiner Predigt arbeitete. Sie klopfte an, ging hinein, stellte die Bücher an ihren Platz, sah an der Reihe entlang und entdeckte ein dickes Heft, das neben den Büchern lag. Sie schlug es auf und sah eine handschriftliche Widmung der Königin Margarethe von Navarra.

Nicolas Cauvin beendete die Überarbeitung seiner Predigt und ging zu Margot.

"Aha, du hast die Erzählungen der Königin gefunden. Sie schenkte mir eine Abschrift der Geschichten, die damals fertig waren. Das Vorbild war übrigens das De-camerone , eine Rahmenerzählung mit hundert Geschichten, die in zehn Tagen erzählt werden sollten. Bei Margarethes Tod war allerdings erst die zweite Erzählung des achten Tages fertig. 1559 erschien eine Ausgabe der zweiundsiebzig Geschichten mit dem Titel Heptaméron. Im Decamerone hast du ein Welttheater gefunden mit Königen, Bauern, Amtsvertretern, Spitzbuben und Mönchen. Und Geschichten, deren Thema Liebe und Erotik sind. Im Heptaméron sind amouröse Verwicklungen das Hauptthema. Die Erzähler der Geschichten diskutieren nach dem Ende der Erzählung über deren Moral."

Margot sah den Vater erstaunt an. "Ich dachte immer, dass Königin Margarethe sich ausschließlich mit theologischen und philosophischen Problemen beschäftigt hat."

"Sie war eine Frau, die sich für alles interessierte, auch für Dichtkunst und Musik", gab er lächelnd zurück. "Sie war weltoffen, liebte die heitere Seite des Lebens und alles, was zu den Freuden des Lebens gehört, eine gute Tafel, Tanz und Gesang. Lies die Geschichten, in ihnen spiegelt sich die Lebensfreude der Königin wider."

"Vater, Ihr erlaubt mir, Liebesgeschichten zu lesen. Ich durfte Ovid lesen, warum? Die Tochter eines protestantischen Pfarrers darf für gewöhnlich Bibel und Gebetbuch lesen."

"Ich bin gegen Verbote, Margot. Hätte ich dir die Lektüre des Ovid verboten, so hättest du die Ars Amatoria irgendwann heimlich gelesen. Stimmt es, oder habe ich recht?"

"Es stimmt, Vater."

"Siehst du, Verbote reizen dazu, sie zu übertreten. Was ich dir jetzt sage, Margot, muss unter uns bleiben. Meiner Meinung nach verbietet unsere Königin zu viel. Das ist der Grund, warum sie in Navarra nicht beliebt ist. Wie reagiert die Bevölkerung auf die Verbote? Die Menschen verschaffen sich heimlich etwas Lebensgenuss. Wie oft erlebe ich das, und ich drücke dann beide Augen zu und sehe nichts.

Es gibt heimliche Messen im Wald. Wenn ich zu einem Sterbebett gerufen werde, ist manchmal Essenszeit, dann stehen mehrere Gerichte auf dem Tisch. Im Sterbezimmer hängt irgendwo in einer Ecke ein Marienbild. Ich weiß auch, wo die Männer sich treffen, um Karten zu spielen. Ich übersehe alles. Warum soll man den Menschen nicht ein bisschen Lebensfreude gönnen?"

Margot betrachtete das Heft, sah den Vater an und fragte zöge

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