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Die Leihtochter Familiendrama von Hamann, Cordula (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 15.01.2015
  • Verlag: books2read
eBook (ePUB)
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Die Leihtochter

Wenn das Glück nicht zu einem kommt, muss man es kaufen. Ein dramatischer Familienroman über einen unerfüllten Kinderwunsch ... mit unabsehbaren Folgen. Was sind schon neun Monate gegen eine gesicherte Zukunft mit ihrem Verlobten Rolf? Katharina ist finanziell am Ende. Da kommt ihr eine ungewöhnliche Zeitungsanzeige gerade recht: Ein wohlhabender Industrieller aus Süddeutschland will ihr ein Vermögen zahlen, wenn sie sich als Leihmutter zur Verfügung stellt. Ohne dass ihr Verlobter davon erfährt, lässt sie sich in der noblen Suite eines Hotels auf den riskanten Deal ein. Neun Monate später bringt sie Zwillinge zur Welt, doch der Fremde will nur eine der beiden Töchter zu sich nehmen. Verzweifelt kämpft Katharina um ihr Ehe- und Familienglück - bis das Schicksal sie erneut mit seiner grausamen Laune straft ...

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 219
    Erscheinungsdatum: 15.01.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783733781262
    Verlag: books2read
    Größe: 1265 kBytes
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Die Leihtochter

1. KAPITEL

Sie hat eine Entscheidung getroffen. Irgendwann, davon war sie überzeugt, würde sie sich fragen, was sie dazu geführt hatte. Überhastet, allein und ohne Abwägung der Konsequenzen. Doch jetzt stand sie einfach nur vor der Tür des reetgedeckten Hauses, schlürfte den heißen Kaffee und genoss die winterliche Luft. Der Entschluss war gefallen.

Der Vorgarten, der durch den Raureif aussah, als sei er mit Puderzucker bestäubt, beruhigte ihre aufgewühlten Gedanken. Niemals hatten sie woanders gelebt als am Ende dieser kleinen Straße, die zu den Spazierwegen entlang der Steilküste führte. Sogar geboren worden war sie in diesem Haus, mit Hilfe der Hebamme Kläre Brodersen, die das halbe Dorf auf die Welt befördert hatte. Inzwischen gab es für die alte Hebamme wenig zu tun, denn die jungen Leute zog es fort von hier. Deshalb stand auch das Haus links nebenan wieder einmal leer und rechts von ihrem Zuhause hatte es noch niemals Nachbarn gegeben.

Vorsichtig setzte sich Katharina auf die morsche Bank im Vorgarten. Jedes Jahr strich sie das brüchige Möbelstück aufs Neue, es half nichts mehr. Sie müssten sie endlich ersetzen. Doch seit sie denken konnte, hatte ihre Mutter auf dieser Bank gesessen, um sich auszuruhen oder Probleme zu wälzen. Fast niemals ihre eigenen, sondern die ihrer einzigen Tochter. Jetzt wäre wieder so ein Moment, dachte Katharina, denn sie hatte gleich einen ganzen Berg voller Probleme.

Vorhin am Telefon hatte sie Ja gesagt. Sie konnte jetzt keinen Rückzieher machen. Außerdem: Was blieb ihr für eine Wahl? Statt der Ausweglosigkeit, die sie erwartete, würde es jetzt gleich zweimal 50.000 Mark geben! In bar. Katharina lachte laut auf, da sie in diesem Moment an ihre Deutschlehrerin denken musste. Vielleicht keine schlechte Idee, auf deren Rat zu hören, einen Zettel zu nehmen und das Für und Wider, sorgsam abgetrennt durch eine vertikale Linie, aufzuschreiben.

"Mama, was würdest du auf die Pro-Seite schreiben?" Sie schloss die Augen und überließ sich der Erinnerung an das Gesicht ihrer Mutter. Wenn sie schmunzelte, verzog sie ihren Mund zu einer schiefen Linie, wodurch die Falten auf ihrer linken Wange tiefer waren als rechts. Elisabeth Hennings fehlte nun schon ein ganzes Jahr in diesem Haus, das noch immer ihre Handschrift trug, und Katharina und ihr Vater, das wusste sie, vermissten sie gleichermaßen. Niemand in der Straße außer ihr hatte Orchideen auf das Küchenfensterbrett gestellt. Ein Luxus, den man nur in der Stadt bekam und auch dort nicht in jedem x-beliebigen Blumenladen. Wie hatte sich ihre Mutter darüber gefreut, wenn sie den Frauen im Dorf erzählen konnte, dass diese Pflanzen dort, wo sie herkamen, am Straßenrand wuchsen. Die Frauen hatten sie ausgelacht. Undenkbar, dass man so teure Pflanzen mit Blüten von so unglaublicher Anmut irgendwo als Unkraut bezeichnete. Ihre Mutter hatte nur still geschmunzelt und sich in ihrem Wissen gesonnt. Wenn sie von Katharinas aktuellen Problemen und denen ihres Fast-Ehemanns Rolf gewusst hätte, wäre ihr das Lächeln sicher vergangen.

Sie hätte ihnen die Hölle heißgemacht.

Dieser Gedanke holte Katharina wieder zurück in die Gegenwart. Mutter war tot und Vater durfte von alldem nichts wissen. Sie musste allein eine Lösung finden. Und diese Lösung lag seit dem frühen Morgen in unmittelbarer Reichweite. Sie müsste nur bei ihrer Zusage bleiben und ihr gesunder Körper würde den Rest übernehmen.

Erneut ließ sie Revue passieren, was erst vor einer Woche geschehen war.

Sie hatten sich in einem Café getroffen. Nur seinen Vornamen, Frederick, hatte er genannt und sich als Rechtsanwalt vorgestellt. Seine gewellten Haare, die beinahe bis auf die Schultern reichten, waren teilweise ergraut, obwohl Katharina ihn nicht viel älter als Ende dreißig geschätzt hatte. Unzählige Fragen waren auf sie herab geprasselt und sie hatte sich gefühlt, als säße ihr ein Staatsanwalt gegenüber, der ihr ein Verbr

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