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Die Liebe meiner Träume (Teil 2) von Gogoll, Ruth (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 29.04.2013
  • Verlag: édition el!es
eBook (ePUB)
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Die Liebe meiner Träume (Teil 2)

'Vanessas Blick senkte sich auf Anouk herab, dann ihr Mund, und er fuhr mit weichen Lippen hauchzart über Anouks Wangen. 'Das ist so schön. So schön weich', flüsterte sie. 'Sie denkt an Männer', dachte Anouk, 'deren Wangen nicht so weich sind.' Und für einen Moment kehrte sie in die Wirklichkeit zurück, aus der sie schon entflohen war. Vanessas Hände umschlossen zärtlich Anouks Kopf, und ihre Lippen wanderten in die Mitte, suchten Anouks und streichelten sie sanft, bis Anouk vergaß, woran sie eben gedacht hatte. Sie liebkoste Vanessas Lippen mit ihrer Zunge und hörte Vanessas Seufzen, das leise zögernd aus ihrer Kehle aufstieg.'

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 192
    Erscheinungsdatum: 29.04.2013
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783941598768
    Verlag: édition el!es
    Größe: 702 kBytes
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Die Liebe meiner Träume (Teil 2)

D ie nächsten Tage waren eine Wiederholung all dessen, was Anouk schon einmal durchlebt hatte, nur diesmal war es endgültig. Es ist nur eine Trennung, mal wieder eine . . ., versuchte Anouk sich einzureden, nichts Besonderes. Ich werde sie vergessen, und sie wird mich vergessen, dachte sie - und wusste doch, dass es nicht stimmte. Sie hatten sich nicht getrennt, weil sie sich hassten oder nicht mehr ertragen konnten, wie es so oft der Fall war, wenn das erste Hochgefühl der Leidenschaft nachließ, nein, so war es nicht. Anouk wusste, dass sie Vanessa liebte und immer lieben würde, und Vanessa - war sie ihr etwa hinterhergelaufen, weil sie froh war, Anouk los zu sein? Wohl kaum.

Anouk hatte das Glitzern in ihren Augen gesehen, selbst auf dem staubigen Bahnsteig. Vanessa hatte die Tränen nur mühsam unterdrückt, vielleicht kurz bevor sie Anouk nachgelaufen war, flüchtig abgewischt. Anouk kamen selbst erneut die Tränen, als sie nur daran dachte. Aber es hat keinen Sinn, versuchte sie sich zu überzeugen. Ich käme nie darüber hinweg, wenn sie mit einem Mann . . . und sie wird es tun, ganz sicher. Es war ihr Leben - immer. Immer, bis ich kam. Ich war nur eine Unterbrechung, aber niemand kann sein Leben so auf den Kopf stellen, so völlig über den Haufen werfen. Hat sie mir das nicht selbst gesagt? Ja, hat sie. Und sie hat es auch so gemeint. Es hat ihr leid getan, aber sie hat gewusst -

Anouk legte ihr Gesicht in die Hände, ohne recht zu wissen, was sie tat. Es war eine Geste der Verzweiflung, die doch nichts änderte. Und ich habe es auch gewusst. Ich habe es immer gewusst.

Ihr Körper fühlte sich taub an, ohne Seele, ohne jede Empfindung. Die innere Kraft war daraus geflohen. Was sollte sie tun? Ein neues Leben anfangen? Vanessa hatte es in gewisser Weise versucht und war gescheitert. Gescheitert an ihr, Anouk. Denn schließlich war sie weggelaufen, Vanessa hatte sie nicht fortgeschickt, hatte sogar versucht, sie zurückzuhalten. Aber sie hatte ihr gar nicht richtig zugehört, ihr gar nicht richtig zuhören können . Es war, als ob nicht nur die Tränen ihren Blick verschleierten, sondern etwas Vergleichbares ihre Ohren, obwohl es das ja gar nicht gab. Fünf Sinne gab es, aber Anouk erschien es, als hätten sie sich alle in Luft aufgelöst, bis auf ihre rudimentärsten Funktionen. Sie sah, aber sie nahm nicht wahr. Sie hörte, aber sie verstand nicht. Sie roch und schmeckte, aber es bereitete ihr keinen Genuss; weder essen noch trinken noch der Duft einer Blume hatten eine Bedeutung. Und der Tastsinn - ja, sie fühlte Wärme und Kälte, empfand Schmerz, als sie sich einmal in den Finger schnitt, aber es war vergessen, kaum dass es geschehen war. Es ging nicht tiefer. Denn tiefer - ja tiefer, da saßen die Gefühle, die sie verdrängen wollte, vergessen, endgültig ausrotten. Sie überlegte sogar einmal, Katja anzurufen, um zu testen, wie weit sie damit war, aber dann unterließ sie es.

"Du bist ein seltener Gast!" rief ihr Bruder ihr entgegen, als sie sich nach langer Zeit entschlossen hatte, einmal wieder zum sonntäglichen Mittagessen bei ihrer Mutter zu erscheinen.

Sie zwang sich ein Lächeln ab. "Viel Arbeit", sagte sie.

"Na ja, du warst ja noch nie die Treueste", meinte ihr Bruder lachend.

Anouk fühlte es wie einen Schlag zwischen die Augen. Sie blieb stehen und versuchte sich zu fassen. Ihr Bruder hatte es vollkommen harmlos gemeint, das wusste sie, aber das Wort Treue rief zu schmerzliche Erinnerungen in ihr wach. Genau das war ja ihr Problem: Sie war viel zu treu. Sie war Vanessa treu, ohne zu wissen, warum . . . und ob es umgekehrt genauso war. Aber das war auch nicht wichtig.

"Komm", sagte ihr Bruder, scheinbar ohne ihren Zustand zu bemerken, "Mutter hat ein Schwalbenpärchen in der Scheune. Die Kleinen sind schon ausgeschlüpft. Die m

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