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Die Mühlen des Hasses Luke Sinclair Western, Band 17 von Sinclair, Luke (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 06.10.2014
  • Verlag: hey! publishing
eBook (ePUB)
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Die Mühlen des Hasses

Eine Feuerwalze bewegte sich auf sie zu wie ein gefräßiges Tier. Flammen schossen empor und füllten den schmalen Streifen zwischen Horizont und Wolkendecke aus. Der Wald rechts von ihnen stand in Flammen, das Prasseln und Fauchen war bis hierher zu hören. Sie hatten die Bäume mit ihren verdammten Kanonen in Brand geschossen. Er konnte den Rauch des verbrannten Pulvers riechen. Die Hölle, dachte er verzweifelt, das ist die Hölle! Er konnte die Hitze, die dem Feuer vorausging, bis hierher spüren und duckte sich tiefer in den Graben, in dem sie bis jetzt verbissen ausgehalten hatten. Der General hatte allen Truppenteilen eingeschärft, nicht zurückzuweichen. Unter keinen Umständen! 'Stonewall' nannten sie ihn seit der ersten Schlacht von Manassas, wo er den anstürmenden Unionstruppen wie eine Mauer standgehalten hatte. Aber hier - verdammt - sie hatten dem Feind nicht mehr genug entgegenzusetzen. Die Kanonen waren verstummt - längst schon. Jetzt würden sie kommen ...! 1940 wurde ich in Halle/Saale geboren und wuchs in derselben Stadt auf. 1961 wechselte ich in die Bundesrepublik über. Einige Jahre später absolvierte ich bei der Studiengemeinschaft Kamprath in Darmstadt ein zweijähriges Fernstudium Technik der Erzählkunst

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 83
    Erscheinungsdatum: 06.10.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783956071164
    Verlag: hey! publishing
    Serie: Luke Sinclair Bd.17
    Größe: 2331 kBytes
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Die Mühlen des Hasses

14.

Wardlock wischte sich mit dem Ärmel über die schwitzende Stirn und starrte auf das ebene Land vor sich. Eigentlich müssten sie schon zu sehen sein, doch er entdeckt nicht einmal mehr eine Staubwolke von ihnen. Die Zeit verstrich, und er zerbrach sich den Kopf darüber, warum sie nicht kamen. Vielleicht hatten sie angehalten, um sich eine Verschnaufpause zu gönnen. Vielleicht hatte sich eines ihrer Pferde einen Stein in den Huf getreten, der entfernt werden musste. Es konnte eine Menge Gründe geben, weshalb sie angehalten hatten, aber sie alle erschienen ihm unglaubwürdig. Irgendwann musste diese Pause, was auch immer der Grund dafür sein mochte, zu Ende gehen. Schließlich war ihr Ziel, ihn einzuholen.

Doch sie kamen nicht!

Nachdem mehr als eine Stunde verstrichen sein musste und Wardlock noch immer nichts von ihnen sah, wurde ihm klar, dass sie entweder aufgegeben oder die Möglichkeit eines Hinterhaltes durchschaut hatten.

Er fluchte halblaut vor sich hin. Wertvolle Zeit war verstrichen, während er hier umsonst gewartet hatte. Die eigene Erschöpfung hatte ihn diese nutzlose Warterei so weit ausdehnen lassen. Aber jetzt war es höchste Zeit, von hier zu verschwinden. Der Versuch, sich seiner Verfolger zu entledigen, hatte nicht stattgefunden!

Trotzdem kroch er langsam, ohne die nötige Vorsicht zu verlieren, zurück. Er wusste noch immer nicht, was das Ausbleiben der Verfolger wirklich zu bedeuten hatte. Aber Erleichterung darüber wollte sich bei ihm nicht einstellen. Er hatte es offensichtlich mit Profis zu tun, denen nicht so leicht beizukommen war.

Nick McCaffy stand gegen den Grauschimmel gelehnt und grinste ihm schadenfroh entgegen.

"Win Murdoc ist kein Anfänger. Er geht dir nicht so leicht auf den Leim, Cowboy. Außerdem sind diese nicht die einzigen, die nach mir suchen. Du siehst, Cowboy, deine Lage ist ziemlich beschissen."

"Nun", sagte Wardlock langsam, "ich denke, wir beide sitzen da in ein und demselben Boot."

McCaffys Grinsen wurde noch breiter. "Du bist keiner, der einen gefesselten Mann erschießt", stellte er dabei selbstsicher fest.

"Stimmt." Wardlock trat von der gegenüberliegenden Seit an sein Pferd heran. "Aber im Angesicht des Todes springt man manchmal über seinen eigenen Schatten."

Er machte McCaffy von dem Pferd los, und dieser unternahm auch diesmal keinen Versuch, ihn zu überwältigen. Aber seine gute Laune schwand rasch wieder, als er auf dem ungesattelten Pferd saß und sie ihren Weg fortsetzten. Wardlock behielt vorerst die südöstliche Richtung bei. Nach etwa einer Meile hielt er kurz an und beobachtete das Land hinter sich. Aber auch diesmal war nichts von Verfolgern zu entdecken.

"Sie haben aufgegeben", sagte Wardlock, um seinen Gefangenen zu provozieren.

McCaffy schenkte ihm einen geringschätzigen Blick. "Murdoc ist 'n viel zu guter Mann, um sich von dir abhängen zu lassen. Er braucht einer Fährte nicht mit den Augen zu folgen, wenn er die Gedanken des Wildes errät."

Wardlock dachte über diese Worte nach, während sie ihren Weg fortsetzten. Yeah, das war es wohl. Die Verfolger wussten, dass er mit seinem Gefangenen nach Borsolito wollte, und als er die Zeit damit vertan hatte, auf sie zu warten, hatten sie ihn auf anderem Wege überholt. Er wusste nur nicht, ob südlich oder östlich von ihm. Es war ein reines Glücksspiel, und er bog von der geraden Route nach Borsolito in Richtung Osten ab.

Nach wenigen Meilen nahm das Land einen wilden Charakter an. Erdspalten und ausgetrocknete Wasserläufe durchzogen den Boden. Gestrüpp wucherte an ihren Rändern, und spitze Felszacken hoben sich aus dem Erdreich empor wie erstarrte Flammen. Eine Gegend wie geschaffen für einen Hinterhalt.

Wardlock versuchte, dieses gefährliche Terrain mehr südlich zu umgehen, um einem eventuellen Hinterhalt zu entkommen. Aber auch dort wurde das Land von flachen Hügelketten, Arroyos und Kakteenfeldern bestimmt

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