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Die Melodie der Schatten Schottland-Roman von Peter, Maria W. (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 26.10.2018
  • Verlag: Bastei Lübbe AG
eBook (ePUB)
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Die Melodie der Schatten

'Ein verfluchter Flecken Erde, diese Highlands. Ein Land, das von Tränen und Blut getränkt ist.'

Schottland, 1837: Die junge Fiona Hemington ist auf dem Weg zu ihrer Tante in den Highlands, als ihre Kutsche in einen Hinterhalt gerät. Halbtot vor Angst und Erschöpfung schlägt sie sich bis zu einem abgelegenen Herrenhaus durch. Doch der Besitzer ist Fiona ebenso unheimlich wie das alte Gemäuer. Nachts quälen sie dunkle Traumbilder und seltsame Geräusche: Schritte, Stimmen, eine wiederkehrende Melodie. Liegt tatsächlich ein Fluch auf dem Haus, seit die gälischen Pächter gewaltsam vertrieben wurden? Oder ist Fiona dabei, den Verstand zu verlieren?

Eine junge Frau auf der Flucht, ein Landstrich voller Mythen und Legenden und ein geheimnisumwobenes Herrenhaus. Ein Historischer Roman in der Tradition der Schauerliteratur - unheimlich packend und atmosphärisch.

Maria W. Peter entdeckte bereits zu Schulzeiten ihr Interesse an Literatur und Geschichte. Sie studierte Amerikanistik, Anglistik und Romanistik sowie Klassische Archäologie und Alte Geschichte. Nach einem Stipendium an der School of Journalism in Columbia/Missouri, schrieb sie ihren ersten Historischen Roman. Heute ist sie als freie Autorin tätig und pendelt zwischen dem Rheinland und dem Saarland.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 672
    Erscheinungsdatum: 26.10.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783732561384
    Verlag: Bastei Lübbe AG
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Die Melodie der Schatten

Zu behaupten, Fiona Hemington sei eine junge Dame von besonderer Scheu, ja Furchtsamkeit des Charakters, wäre eine Übertreibung gewesen. Wenn sie in sich hineinhorchte, wusste sie nämlich, dass tief in ihrem Inneren, verborgen unter den Schichten von Erziehung und Etikette, ihren persönlichen Einschränkungen und ... nun ja ... Absonderlichkeiten, eine Stärke schlummerte, die nur darauf wartete, zum Leben erweckt zu werden.

Doch während sie neben ihrer ältlichen Tante Maud und dem wohlbeleibten Anwalt Dr. Keith in der Kutsche saß, die durch die bereits dämmrige Landschaft der schottischen Highlands rumpelte, empfand sie nichts als Kälte, Erschöpfung und abgrundtiefe Traurigkeit. Mit klammen Fingern zog sie die Decke enger um ihre Schultern, blickte nach draußen und fragte sich, ob sie jemals wieder etwas wie Wärme spüren würde, Sonne oder gar ein Lachen ...

Solange sie zurückdenken konnte, hatte sie in ihrem bisherigen Leben ständig eine leichte Unterkühlung verspürt. Seit dem plötzlichen Tod ihrer Mutter vor einem Jahr schien diese jedoch in eine kalte, starre Leblosigkeit umgeschlagen zu sein, die sie so sehr lähmte, dass sie in den vergangenen Monaten ihr Zimmer kaum verlassen hatte. Nicht, dass diese Tatsache irgendjemanden im Haus sonderlich berührt hätte, am allerwenigsten ihren Vater, den Earl Hemington, Richter Seiner Majestät des Königs und früherer Colonel der britischen Armee.

Und ihre Mutter ... Mit beinahe gespenstischer Deutlichkeit sah Fiona ihr bleiches Gesicht auf dem Sterbebett vor sich. Die Lippen blutleer, die Augen eingefallen, und einen Moment lang musste Fiona den Impuls unterdrücken, laut aufzuschreien.

Dabei wusste sie nicht einmal, an welcher Art Leiden ihre Mutter verschieden war. Man sprach darüber nur hinter vorgehaltener Hand - und offensichtlich hatte es niemand für angebracht gehalten, sie einzuweihen.

Plötzlich kam die Kutsche zum Stehen. Der heftige Stoß riss Fiona aus ihrem Dämmerzustand und warf sie nach vorn. Ihr Herz hämmerte zum Zerspringen, während die Angst in ihr aufkeimte.

Die beiden anderen Insassen waren von dem Ruck ebenfalls aufgeschreckt worden und sahen sich verwirrt um.

"Was ist geschehen?" Die Stimme ihrer Tante klang eher empört als ängstlich. Als verwitwete, kinderlose ältere Dame, die in Inverness einen eigenen Hausstand besaß, war sie es gewohnt, dass man ihren Anweisungen unverzüglich Folge leistete. Eine Unterbrechung der von ihr angeordneten Reise, noch dazu auf eine solch vehemente Art, gehörte zu den Dingen, die sie absolut nicht dulden konnte. "Fiona, hörst du nicht? Ich habe gefragt, was hier los ist. Mr Keith, so sagen Sie doch etwas!"

"Ich weiß es nicht, Tante", flüsterte Fiona.

Ein dumpfes Brummen stieg in ihrem Innern auf. Ein Brummen, unterlegt von dem rasenden Herzschlag, der immer schneller wurde, wie hastige Schritte. Der süßliche Geruch von Blut schien in der Luft zu hängen, sich klebrig auf ihre Zunge zu legen. Eine böse Vorahnung schnürte Fiona den Hals zu.

Mit einem Schrei zerriss sie die Bilder und Klänge, die sie zu überwältigen drohten. Verzweifelt rang sie nach Atem, während die Wände der Kutsche in klaustrophobischem Wahn immer näher rückten.

"Ich sehe einmal nach ..." Ohne lange zu überlegen, hatte sie sich von ihrem Sitz erhoben und zur Tür gewandt. Großer Gott, ich muss hier raus, sonst ersticke ich!

"Fiona, ich verbiete dir, nach draußen zu gehen. Wer weiß, was ..."

Die Worte ihrer Tante verhallten ungehört. Fionas Blick glitt kurz zu dem einzigen Mann in der Runde. Blass und verstört saß der Anwalt in seinem gepolsterten Sitz, während ihm der Schweiß auf die Stirn trat, der Anblick von aufkeimender Angst sich auf seinen Zügen ausbreitete. Ein Hauch von Verachtung glomm in Fiona auf, dann machte sie sich am Türgriff zu schaffen.

"Ich habe gesagt, du sollst hierble

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