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Die Mitternachtsschwestern Roman von Buchanan, Tracy (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 19.02.2018
  • Verlag: Blanvalet
eBook (ePUB)
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Die Mitternachtsschwestern

Ein Geheimnis, so tief und dunkel wie das Meer. Eine Liebe, die nicht sein durfte. Eine Tochter, die nach ihren Wurzeln sucht.
Willows Kindheit war unbeschwert - bis zu dem Tag, an dem ihre geliebten Eltern bei einem Schiffsunglück starben. Als sie Jahre später eine Einladung zu einer Ausstellung erhält, auf der Fotografien von wunderschönen Unterwasserwäldern gezeigt werden, bekommt sie Zweifel an ihrer Version der Vergangenheit. Denn der Fotograf hat Willows Mutter Charity geliebt. War die Ehe ihrer Eltern nicht so perfekt wie gedacht? Und warum erfuhr sie nie von dem tragischen Verlust, der Charitys Leben vor Jahrzehnten zerriss? Um Antworten zu finden, muss Willow den Spuren ihrer Mutter folgen - und die führen sie um die ganze Welt und tief unter die Oberfläche des Wassers ...

Tracy Buchanan lebt als Schriftstellerin in England. Wenn sie nicht gerade schreibt, liebt sie es, durch Wälder zu streifen, einsame Strände zu erkunden und mit ihrem Mann, ihrer Tochter und ihrem Hund Brontë auf Städtetrips zu gehen.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 448
    Erscheinungsdatum: 19.02.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641198787
    Verlag: Blanvalet
    Originaltitel: My Sister's Secret
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Die Mitternachtsschwestern

1

Willow

Auf dem Ägäischen Meer, Griechenland

August 2016

Mein Freund Ajay meint, dass das Ägäische Meer nach Aegea, der Königin der Amazonen, benannt ist. Meine Tante Hope ist da anderer Meinung. Sie sagt, es hat seinen Namen nach einer berühmten Seeziege.

Ich weiß, welche Variante mir besser gefällt.

Bei Tauchgängen wie diesem hier stelle ich mir vor, ich wäre eine Kriegerin, eingehüllt in meine Taucherrüstung und bereit, den Kampf mit dem Meer aufzunehmen und seine Schätze zu Tage zu fördern. Auch jetzt fühle ich mich so, während unser Tauchboot über die Wellen tanzt, das Meer um uns ausgebreitet daliegt und die Insel Rhodos nur noch ein Schimmer Land hinter uns ist.

"Wir sind fast da", sagt Ajay und lächelt mich an. Ohne ihn hätte ich mich nie auf diese Wrackbetauchung eingelassen. Dankbar lächle ich zurück.

Einer der anderen Taucher unseres Teams, ein Australier mit Namen Guy, der nur aus blonden Haaren und Muskeln zu bestehen scheint, geht frustriert auf und ab. "Wenn es nicht bald schneller geht, springe ich glatt vom Boot und schwimme hin."

Der Rest der Crew lacht.

Ich habe noch nie mit Guy gearbeitet, aber ich kenne Taucher wie ihn: eine geballte Ladung Draufgängertum und Testosteron. Ich bin sicher, heute Abend erzählt er mir Geschichten, wie oft er beim Wracktauchen schon fast ums Leben gekommen wäre. In der Regel ein Zeichen, dass das Ego größer ist als das Können.

Ich werfe Ajay einen Wo-hast-du-den-denn-aufgetrieben?-Blick zu. Er antwortet lautlos: "Er ist gut."

Abwarten.

"Hast du schon mal nach einem Kreuzfahrtschiff getaucht?", fragt mich Guy.

"Nein", antworte ich, stelle mich auf die Zehenspitzen und verdrehe mir fast den Hals, während ich nach dem Tauchplatz Ausschau halte.

"Willow hat mit mir nach dem russischen Tanker getaucht", sagt Ajay.

Guy mustert mich von oben bis unten. "Echt? Ein ziemlich riskanter Bergungstauchgang. Aber gut bezahlt, stimmt's?"

"Nicht schlecht", murmele ich.

Das ist damals eine prima Sache gewesen. Ich musste die Zeit zwischen zwei Aufträgen in Brighton überbrücken und lebte von dem, was ich bei meinem letzten Auftrag auf einer Bohrplattform in der Nordsee verdient hatte. Den gesunkenen Tanker hatte ich in den Nachrichten gesehen und mich gefragt, ob die Tauchfirma, für die Ajay arbeitete, angeheuert würde, um ihn zu bergen. Es sah nach einem riskanten Tauchmanöver aus, viel schweres Gerät, das zu bergen war, und reichlich Gelegenheit, dass dieses Gerät der Crew auf den Kopf stürzte. Ich hatte nicht gezögert, als Ajay anrief und fragte, ob ich Zeit hätte mitzuarbeiten. Es war nicht nur der Job, es war auch Ajay. Wir hatten uns auf Anhieb verstanden, als er mein Tauchlehrer gewesen war. Er ist ein guter Kerl - und er hat sich auch nach ein paar Bier zu viel nicht ein einziges Mal an mich rangemacht.

"Das hier dürfte auch riskant werden", sagt Guy mit leuchtenden Augen. "Warum liegt das Schiff eigentlich seit zwanzig Jahren da unten?"

"Die Kreuzfahrtgesellschaft, der es gehört hat, ist pleitegegangen und konnte sich keine Bergung leisten", ruft uns einer der anderen Taucher zu. "Und die griechischen Behörden auch nicht."

"Wie ich gehört habe, ist jetzt ein geheimnisvoller Wohltäter aufgetaucht, der die Sache bezahlt", sagt Ajay.

Ich sehe ihn an. "Wirklich? Das hast du mir gar nicht erzählt."

"Das hab ich selbst erst heute Morgen erfahren. Foivos hat es mir erzählt", sagt er und zeigt zu dem alten Griechen, der unser Schiff befehligt.

"Wie viele Tote gab es?", fragt Guy.

"Hundertelf Menschen sind damals umgekommen", sage ich.

"Eine Monsterwelle, stimmt's?", fragt Guy. "Ich bin im Atlantik nach einem Schiff getaucht, das auch von so einer Welle runtergezogen wurde. Das muss damals die Schlagzeile gewesen sein."

"Das kann man wohl sagen

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