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Die Monikins von Cooper, James Fenimore (eBook)

  • Verlag: e-artnow
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Die Monikins

Dieses eBook: 'Die Monikins' ist mit einem detaillierten und dynamischen Inhaltsverzeichnis versehen und wurde sorgfältig korrekturgelesen. Aus dem Buch: 'Ich starrte den Brigadier voll Verwundrung und Staunen an. Es war nichts Merkwürdiges in der Verfinstrung, selbst, es war eine alltägliche Sache; aber die Genauigkeit, womit sie berechnet worden, fügte zu den andern Phänomenen noch den schrecklichen Umstand hinzu, daß man einen Blick in die Zukunft thun konnte. Ich begann nun den ungeheuren Unterschied einzusehen, mit Wissen unter einer moralischen Verfinsterung zu leben, und ohne Wissen; das Letztere war gewiß eine Kleinigkeit gegen das Erstere. Die Vorsehung hat sehr gut für unser Glück gesorgt, indem sie uns nicht über den gegenwärtigen Augenblick hinauszusehen vergönnte.' James Fenimore Cooper (1789-1851) war ein amerikanischer Schriftsteller der Romantik.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 367
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9788027300471
    Verlag: e-artnow
    Größe: 1687 kBytes
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Die Monikins

Zweites Kapitel

Inhaltsverzeichnis
Von mir und zehen Tausend Pfund

Obgleich mein Vorfahr viel zu weise war, um nicht manchmal in weltlicher Rücksicht auf seinen Ursprung zurückzuschauen, so warf er doch diese Rückblicke nie so weit, daß sie das hohe Geheimniß seines moralischen Zustandes hätten erreichen können, und während seine Gedanken, wie man hätte sagen mögen, immer auf der Jagd waren, Blicke in die Zukunft zu thun, waren sie doch viel zu irdisch, um sich über einen andern Abrechnungstag zu verbreiten, als den, der durch die Stockbörse regulirt ward. Bei ihm war geboren worden, nur der Anfang einer Speculation und sterben das Abschließen der allgemeinen Bilanz zwischen Gewinn und Verlust. Ein Mann also, der so selten über die wichtigen Wechsel des Lebens nachgedacht hatte, war um so weniger vorbereitet, auf die sichtliche Erhabenheit des Sterbebettes zu blicken. Obgleich er nie meine Mutter wahrhaft geliebt hatte, denn Liebe war ein viel zu reines und erhabenes Gefühl für einen Mann, dessen Einbildung gewöhnlich über den Schönheiten des Rentenbuchs verweilte, war er doch immer gütig gegen sie gewesen, und zuletzt war er selbst, wie schon gesagt, sogar ziemlich geneigt, zu ihren zeitlichen Bequemlichkeiten soviel beizutragen, als nur immer mit seinen Bestrebungen und Gewohnheiten verträglich war. Andrerseits verlangte das ruhige Gemüth meiner Mutter eine mehr erregende Ursache, als dieß bei der Zuneiguug ihres Mannes der Fall war, um diese Keime tiefer, ruhiger, weiblicher Liebe zu beleben, die gewiß in ihrem Herzen versteckt waren, wie der Saame, den des Winters unerfreuliche Kälte drückt. Das letzte Zusammentreffen eines solchen Paars konnte nicht wohl von heftigen Ergüssen des Schmerzes begleitet sein. Doch war mein Vorfahr tief von den körperlichen Veränderungen im Aeußern seiner Frau betroffen. "Du bist sehr mager geworden, Betsey" sagte er, und nahm nach einer langen feierlichen Pause ihre Hand; "vielmehr als ich geglaubt hatte, oder hätte denken können. Gibt die Wärterin Dir stärkende Suppe und Nahrung?" Meine Mutter lächelte das geisterhafte Lächeln des Todes, aber wieß bei dieser Aeußerung voll Ueberdruß mit der Hand zurück. "Dieß all ist jetzt zu spät", antwortete sie, und sprach mit einer Deutlichkeit und Stärke, wozu sie lange ihre Kraft zurückgehalten. "Nahrung und Kleidung stehen nicht ferner unter meinen Bedürfnissen."

"Gut, gut Betsey, fehlt es einem weder an Nahrung noch Kleidung, so kann man doch gerade nicht in großer Noth sein, und ich freue mich, daß es dir in soweit wohl ergeht. Doch sagt mir Dr. Ethrington, körperlich stehe es nicht so gut, und ich bin ganz besonders hierher gekommen, um zu sehen, ob ich etwas anordnen kann, was beitragen mag, deine Lage leichter zu machen."

"Das kannst du, mein Gemahl; meine Bedürfnisse für dieses Leben sind fast vorüber, eine kurze Stunde oder zwei werden mich über diese Welt hinausbringen, über ihre Sorgen, ihre Eitelkeiten, ihre - -" Meine arme Mutter gedachte wahrscheinlich hinzuzufügen, ihre Herzlosigkeit oder ihren Eigennutz; aber sie strafte sich und machte eine Pause. "Durch die Gnade unsres gebenedeiten Erlösers und die gütige Bemühung dieses vortrefflichen Mannes," begann sie wieder und warf ihr Auge erst nach oben voll heiliger Ehrfurcht, und dann nach dem Geistlichen mit ruhiger Dankbarkeit, "verlasse ich dich ohne Beängstigung und wäre eins nicht, auch ohne Sorge."

"Und was macht dich so besonders besorgt, Betsey?" fragte mein Vater, und schneuzte sich, sprach aber mit ungewöhnlicher Zärtlichkeit; "wenn es in meiner Macht steht, dein Herz darüber oder über sonst etwas zu beruhigen, nenne es, und ich will Befehle geben, es sogleich auszuführen. Du bist ein gutes frommes Weib gewesen, und kannst dir wenig vorzuwerfen haben."

Meine Mutter sah ernst un

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