text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Die Orestie: Tragödien Agamemnon + Die Grabspenderinnen + Die Eumeniden von Aischylos (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 17.02.2014
  • Verlag: e-artnow
eBook (ePUB)
0,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Die Orestie: Tragödien

Dieses eBook: 'Die Orestie: Tragödien' ist mit einem detaillierten und dynamischen Inhaltsverzeichnis versehen und wurde sorgfältig korrekturgelesen. Die Orestie des Dichters Aischylos ist eine der bedeutenden griechischen Tragödien. Sie entstand im Jahr 458 v. Chr. Das dreiteilige Stück behandelt das Ende des Fluchs, unter dem das Haus Atreus steht. Geschildert wird die Entwicklung des antiken Rechtsverständnisses vom Prinzip der individuellen Rache hin zu einer geordneten Rechtsprechung durch eine die Gesellschaft repräsentierende Gruppe (Richter, Geschworene). Die Orestie ist die einzige erhaltene antike griechische Trilogie. Der vierte Teil, ein Satyrspiel, gilt als verschollen. Bei der Erstaufführung zu den Dionysien 458 v. Chr. in Athen gewann Aischylos mit dem Stück den Siegespreis.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 306
    Erscheinungsdatum: 17.02.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9788026805649
    Verlag: e-artnow
    Größe: 471 kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Die Orestie: Tragödien

Die Grabesspenderinnen

Zurück zum Inhaltsverzeichnis

(Choephoroi)

Personen.

Orestes

Pylades

Elektra

Klytaimestra

Kilissa

Aigisthos

Knechte

Chor der Mägde

Königspalast zu Argos. In der Mitte der Bühne Agamemnos Grab. Orestes und Pylades kommen in Wanderstracht und gehn zum Grabe; Orestes steigt die Stufen hinauf.

ORESTES.

O Grabeshermes, der dir beschiednen Macht gedenk, Sei Retter, sei Mitkämpfer mir, dem Flehenden!

In dieses Land gekommen bin ich, heimgekehrt, Und rufe meinen Vater hier am Grabesrand, Daß er mich anhört, meinen heilgen Schwur vernimmt!

(Denn dich zu rächen, Vater, bin ich heimgekehrt, Dein Sohn Orestes, der ich im fernen Phokerland, Verwaist der Heimat, durch der Mutter arge List Verstoßen, aufwuchs, daß ich dir einst Rächer sei; Mich aber sendet Loxias' trugloser Spruch, Daß dir der Mörder wieder, dir die Mörderin, Dein Blut zu sühnen, fallen muß durch diese Hand.

So hör mich, Vater, schaue gnädig auf mich her, Daß ich erfülle deines Blutes heilig Recht, Wie mir der Gott es, Loxias es mir gebeut!

Ich aber weih dir ärmlich, trauerreich Geschenk, Des eignen Grames treuen Gruß auf deine Gruft; Zum ersten Male schnitt ich mir als Pflegedank) Die Scheitellocke für des Inachos Fluten ab, Zum zweitenmal jetzt meine Locke dir,

(Daß sie dir Zeugnis gebe, deines Blutes Sohn Sei heimgekommen, Vater, in dein teures Haus, Die Missetat zu rächen, zu erwerben sein Und seiner Schwester lang entwöhntes Erb und Recht!)

Aus der Tür der Frauenwohnung kommt der Chor, in schwarzen Kleidern und Trauerschleiern; in gleicher Mägdetracht Elektra.

Was dort erblick ich? Was bedeutet jene Schar Von Weibern, schwarzverhüllten, die sich trauernd nahn?

Auf welch Ereignis rat ich oder deut ich dies?

Betraf ein neuer Todesfall vielleicht das Haus?

Könnt ich vermuten, ihre Spenden brächten sie Für meinen Vater, für die Toten fromme Pflicht?

Nicht anders ist es; denn Elektra, glaub ich, selbst Geht dort mit ihnen, meine Schwester, tief gebeugt Vor Kummer. O Zeus! gib zu sühnen mir den Tod Des Vaters, sei mir gern ein Helfer meiner Tat! - Laß uns zurückgehn, Pylades, damit ich klar Erkennen könne, was bedeute dieser Zug!

Beide verbergen sich.

Erste Strophe

CHOR.

Entsandt dem Hause kam ich her,

Geleit der Spende mit der Hände wildem Schlag!

Die Wange blutet heiß in tiefen Rissen, Wiedergerissenen Nägelfurchen mir!

Und rastlos, weh, an Wehklage weid ich meinen Sinn!

Zu Fetzen reißt mein Kleid entzwei,

Zu linnezerrißnen in meinem Gram!

Mein schwarz Brusttuch, mein weitfaltiges Kleid Zerfetzt der ungewehrte Schmerz!

Erste Gegenstrophe

Denn furchtberedt, gesträubten Haars,

Des Hauses Träumedeuter, aufgeschreckt im Schlaf Zu neuem Graun, hat mitternächtgen Angstschrei, Mordgeschrei an dem Herde geschrien,

Zu uns ins Fraungemach taumelwild sich hineingestürzt.

Des Traumes Deuter sprachen dann

Und riefen zu Zeugen die Götter an:

Sehr voll Ingrimm sei'n, sehr zornig die Toten, Ihren Mördern wildempört!

Zweite Strophe

Und diese Liebe liebelos, die sühnen soll die Schuld, Io, Erde, Erde!

Spendet, sendet her das gottvergeßne Weib!

Mich bangt's, auszustoßen dieses Wort!

Denn welche Sühne gibt es für vergossen Blut?

Io, du allbeweinter Herd!

Io, du untergrabnes Haus!

Ja, graungemieden, sonnenlos umhüllt tiefes Dunkel das

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen