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Die Perlenfrauen Roman von Agnew, Katie (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 13.02.2017
  • Verlag: Heyne
eBook (ePUB)
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Die Perlenfrauen

Manchmal muss man alte Wunden öffnen, um sein Glück zu finden

Zu ihrem 18. Geburtstag bekam die Schauspielerin Tilly Beaumont 1947 eine atemberaubend schöne Halskette geschenkt. Das Schmuckstück begleitete sie durch ihre ruhmreiche Karriere hindurch und zierte ihren Hals auf den glamourösesten Partys - bis sie auf einmal spurlos verschwand. Jahre später bittet Tilly ihr Enkelin Sophia, die Kette zu finden. Sophia hat gerade schmerzlich erfahren, dass man mit gutem Aussehen und dolce vita allein keine Rechnungen bezahlen kann. Die wertvolle Perlenkette könnte nun einige ihrer Probleme lösen. Aber was sind die eigentlichen Gründe für Tillys Auftrag? Und wie soll Sophia ein Erbstück finden, das sie noch nie gesehen hat?

Katie Agnew wurde in Edinburgh geboren. Sie arbeitete lange Zeit als Journalistin für Marie Claire, Cosmopolitan, Red und die Daily Mail, bevor sie sich ganz dem Schreiben von Romanen widmete. Katie lebt mit ihrer Familie in Bath.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 560
    Erscheinungsdatum: 13.02.2017
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641200893
    Verlag: Heyne
    Originaltitel: The Inheritance
    Größe: 903kBytes
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Die Perlenfrauen

2. Kapitel

Lower East Side, New York 2012

Dominic legte die Stirn an die kühle Scheibe des Seitenfensters, während das Taxi im Schneckentempo durch Brooklyn kroch. Zu Fuß wäre er wahrscheinlich schneller vom JFK nach Hause gekommen. Hätte er doch bloß nicht eine Kofferraum-Ladung voll schwerer Taschen und Ausrüstungsteile mitzuschleppen. Vor fast einer Stunde hatten sie den Flughafen verlassen. Eigentlich brauchte man für die Strecke etwa eine halbe Stunde, aber es herrschte abendlicher Berufsverkehr, und die Straßen von New York City waren dicht. Während das Taxi sich auf der Williamsburg Bridge Zentimeter für Zentimeter über den East River schob, spürte Dom, wie sich sein Magen in einer unangenehmen Mischung aus Erwartung und Furcht zusammenzog. Endlich war er wieder zu Hause in Manhattan. Wie sehr er diesen Ort vermisst hatte! Aber wie konnte er sich einerseits so darüber freuen, wieder zu Hause zu sein, und andererseits solch entsetzliche Angst vor dem haben, was ihn bei seiner Ankunft erwartete?

Aus dem Radio drang ein eingängiger R&B-Song, den Domi nic noch nie gehört hatte. Vermutlich war es der große Sommer hit in diesem Jahr gewesen. Mitbekommen hatte er davon jedenfalls nichts. Er fragte sich, was er sonst noch alles während seiner Abwesenheit verpasst hatte. Im Grunde sah alles noch genauso aus wie bei seiner Abreise, außer dass ein bleifarbener Oktoberdunst den strahlend blauen Julihimmel abgelöst hatte. Es war schon ein sonderbar zwiespältiges Gefühl, nach so langer Zeit in seine Heimatstadt zurückzukommen, vor allem weil der Aufbruch so traumatisch gewesen war.

Dom hatte den Lärm vermisst, die vertrauten Gerüche, die stolzen Häuserreihen aus braunem Sandstein, die weit in den Himmel ragenden Hochhäuser, das Gewimmel auf den Bürgersteigen, die interessanten Leute und den permanenten Adrenalinrausch. Er hatte seinen Hund vermisst, die Kumpels, den Breitbildfernseher, seine Stammkneipe, das eiskalte Bier und das eigene Bett. Aber hatte er sein Leben als Ehemann vermisst oder seine Frau Calgary? Während der vergangenen drei Monate hatte er über kaum etwas anderes nachgedacht. Und am Ende hatte er sich in den entlegensten Tiefen des Amazonas-Regenwalds eingebildet, dass er die ganze scheiß Angelegenheit verarbeitet hatte und mit der Situation im Reinen war. Teilweise hatte er sogar so etwas wie Erleichterung und Befreiung empfunden. Ja, all die schönen Dinge mochten damit verloren sein, aber war er dafür nicht auch all die unschönen los? Und durch den großen räumlichen Abstand war ihm endlich bewusst geworden, dass seine Freunde recht gehabt hatten: Calgary hatte ein Menge Unschönes mit sich gebracht. Im Herzen des Amazonasbeckens war es ihm wie Schuppen von den Augen gefallen, und er hatte erkannt, dass seine Ehe alles andere als perfekt gewesen war.

Aber das war vor Tagen und Wochen gewesen, an einem Ort dreitausend Meilen entfernt von der Lower East Side und der Wohnung, die er drei Jahre lang mit Calgary geteilt hatte. Jetzt, da das gelbe Taxi die Delancey Street entlangkroch und ihrer - seiner - Wohnung in der Orchard Street immer näher kam, verwandelten sich die sanften Schmetterlinge in seinem Bauch zu wütenden Raubvögeln, deren Flügel wild gegen seine Eingeweide schlugen.

"Wo in der Orchard?", erkundigte sich der Fahrer freundlich.

"Direkt hinter der Rivington", antwortete Dominic.

"K lar doch", erwiderte der Fahrer und grinste Dom im Rück spiegel an. "Hab ich mir schon gedacht, dass Sie das sagen. Einer von den neuen Luxusblöcken mit Eigentumswohnungen, stimmt's?"

Dom wand sich unbehaglich in seinem Sitz.

"Wie kommen Sie darauf?", fragte er.

Der Fahrer lachte. "Na ja, mit diesen Stiefeln an den Füßen und dem Dreitagebart machen Sie doch keinem was vor. Sie wohnen in der Lower East Side, und da versuchen Sie natürlich, viel cooler und ganz anders zu sein als all die schnöseligen Up

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