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Die Perlenvilla Roman von Rhys, Rachel (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.06.2019
  • Verlag: Blanvalet
eBook (ePUB)

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Die Perlenvilla

Unter der strahlenden Mittelmeersonne lauern die dunkelsten Geheimnisse ... 1948: Eve Forrester führt ein tristes Dasein als unglückliche Ehefrau in einem kleinen Vorort Londons. Doch das ändert sich schlagartig, als sie einen seltsamen Brief erhält. Ein wohlhabender Fremder hat ihr eine Villa an der Côte d'Azur vermacht. Sofort reist die junge Engländerin an die schillernde Französische Riviera, um mehr über ihr mysteriöses Erbe herauszufinden. Bald jedoch stellt sie fest, dass das wunderschöne alte Haus an der Mittelmeerküste - vor allem aber die Angehörigen des Verstorbenen - mehr Geheimnisse vor ihr verbergen, als ihr lieb sind ... Rachel Rhys ist das Pseudonym einer erfolgreichen Autorin von Spannungsromanen. "Das Versprechen der Freiheit" ist ihr erster Roman unter diesem Namen. Zu der Geschichte wurde die Autorin durch ein altes Tagebuch inspiriert, das sie zufällig entdeckte, als sie ihrer Mutter beim Umzug half. Geschrieben wurde es mit Sorgfalt und Hingabe von einem jungen Dienstmädchen, das in den späten 30er-Jahren auf einem Ozeandampfer von England nach Australien reiste. Rachel Rhys lebt mit ihrer Familie im Norden Londons.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 432
    Erscheinungsdatum: 01.06.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641252106
    Verlag: Blanvalet
    Originaltitel: Fatal Inheritance
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Die Perlenvilla

2

25. Mai 1948

"Sie werden dies alles sicherlich höchst irritierend finden." Mr. Wilkes hebt eine seiner pummeligen Hände und präsentiert mit ausholender Geste sein Büro. "Bestimmt denken Sie: Worum zum Teufel geht es hier? "

Seine braunen Augen, die in ein rundes Gesicht eingebettet liegen wie die Glasaugen des Teddybären, den Eve als Kind hatte, sind ausschließlich auf sie gerichtet. Die Erfahrung, angeschaut zu werden, ist ihr so fremd, dass ihre Wangen zu brennen anfangen und sie den Impuls niederringen muss, ihre Hand zu heben und zu überprüfen, wie heiß sie sind.

"Wir sind neugierig, wie Sie sich vorstellen können", antwortet Clifford.

Während der ganzen Zugfahrt von Sutton hierher war er abweisend und einsilbig gewesen und hat Eve nicht im Zweifel darüber gelassen, was für ein Opfer er erbringt, indem er sie bei dieser vergeblichen Mission begleitet. Als sie versuchte, ihn in ein Gespräch über den schrecklichen Mord an der armen kleinen June Anne Devaney zu verwickeln, von dem alle Zeitungen voll waren, fuhr er ihr über den Mund mit der Erklärung, er weigere sich, "leichenfledderischem Klatsch" zu frönen. Seit sie jedoch in dem großen Eckgebäude in einer noblen Seitenstraße der Chancery Road angekommen und im soliden Lift zu den Kanzleiräumen von Pearson & Wilkes hochgefahren sind, hat er sich merklich entspannt.

Jetzt wirkt er fast ungeduldig. Kaum hatten sie an dem ovalen Tisch Platz genommen, beugte er sich vor und ließ sich über den massiven Eichenschreibtisch und das moderne Telefonsystem in dem Büro aus. "In so eines werde ich auch investieren müssen", sagte er und ergänzte: "In meiner eigenen Firma." Dass er sich als Mann mit Vermögen ausgab, war Eve um seinetwillen peinlich, wie sie überrascht feststellte.

"Ich werde Sie gleich erlösen", verspricht Mr. Wilkes und strahlt dabei, als stünde ihnen allen ein riesiger Spaß bevor. "Tatsache ist, dass ich einen Klienten - einen überaus geschätzten Klienten - namens Guy Lester hatte. Kommt Ihnen dieser Name irgendwie bekannt vor?"

Unter dem Blick seiner braunen Augen hat Eve das unangenehme Gefühl, gesehen zu werden.

"Allem Anschein nach nicht. Was schade ist. Denn bei meinem letzten Telefonat mit Mr. Lester hat sich in mir die Vorstellung festgesetzt, dass er vorhatte, Sie persönlich zu kontaktieren, Mrs. Forrester, um sich Ihnen zu erklären."

"Wer ist er? Dieser Guy Lester?" Clifford will die Kontrolle über die Situation behalten und miteinbezogen werden.

" War . Leider ist Mr. Lester vor zehn Tagen ganz plötzlich verstorben. Es war uns bekannt, dass er nicht ganz gesund war, aber es gab keinen Hinweis darauf, dass er so rasch von uns genommen würde. Er lebte dauerhaft in Südfrankreich und kam nur ein-, zweimal hierher in die Kanzlei. Machte sich aber nichtsdestotrotz sehr beliebt."

Eve wird gewahr, wie Clifford sich in dem gepolsterten Ledersessel ein wenig aufrichtet, beinahe kann sie sein Gehirn arbeiten hören.

"Tatsache ist, Mrs. Forrester, dass Mr. Lester Sie in seinem Testament bedacht hat."

"Mich?"

"Aber warum?", hakt Clifford nach. "In welchem Verhältnis stand dieser Mr. Lester zu meiner Frau ?"

Die beiden letzten Worte betont er, als wolle er Besitzansprüche erheben. Eve ist ein klein wenig irritiert, was sie sich allerdings nicht erklären kann. Denn kurz nach ihrer Eheschließung vor nunmehr fast zwei Jahren hatte sie selbst in Gesprächen immer wieder nach Anlässen gesucht, die Formulierung "mein Ehemann" einfließen zu lassen, und es hatte sie erregt, wenn Clifford sie seine Ehefrau nannte. Jetzt fällt ihr auf, dass sie ihn das schon lange Zeit nicht mehr hat sagen hören.

Mr. Wilkes sitzt hinter seinem Schreibtisch auf einem Stuhl, der seinem beträchtlichen Umfang in keiner Weise gerecht wird. Die längeren Strähnen seiner

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