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Die Pestmagd Roman von Riebe, Brigitte (eBook)

  • Verlag: Diana Verlag
eBook (ePUB)

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Die Pestmagd

Jetzt für kurze Zeit zum Kennenlernpreis "Wer fürchtet sich vorm Schwarzen Mann? Niemand! Und wenn er kommt? Dann laufen wir ..." Köln, 1540, zur Zeit des verheerenden Peststerbens. Die junge Witwe Johanna Arnheim wird von ihrem eifersüchtigen Schwager verleumdet und landet wegen Gattenmordes im Frankenturm. Der Tod scheint ihr gewiss - doch dem Arzt Vincent gelingt ein Freispruch unter der Bedingung, dass sie sich als Magd im Pesthaus verdingt. Johanna selbst hat die Beulenpest überlebt, doch dann holt ein Geheimnis ihrer Vergangenheit sie ein und droht alles zu zerstören - auch ihre zarte, verloren geglaubte Liebe zu Vincent. Brigitte Riebe ist promovierte Historikerin und arbeitete zunächst als Verlagslektorin. Sie hat mit großem Erfolg zahlreiche historische Romane veröffentlicht, in denen sie die Geschichte der vergangenen Jahrhunderte wieder lebendig werden lässt. Mit 'Marlenes Geheimnis' widmet sie sich nun der Kriegs-und Nachkriegszeit um 1945. Auch Riebes Familie mütterlicherseits stammt aus Nordböhmen, wo sie wie viele Sudetendeutsche nach dem Ende des Dritten Reichs das Schicksal von Vertreibung und Flucht erlitt. Die Autorin lebt mit ihrem Mann in München.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 544
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641098421
    Verlag: Diana Verlag
    Serie: Die Pestmagd 1
    Größe: 1321 kBytes
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Die Pestmagd

EINS – KÖLN 1540

S ie hörte das Pfeifen des jungen Zimmermanns, der den Balken sinken ließ und ihr hinterherstarrte, und sie begann zu lächeln. Dass die Männer ihr nachschauten, daran war Johanna gewohnt. Angefangen hatte es in jenem Sommer, als ihre Brüste sprossen und der Oheim es so auffällig eilig gehabt hatte, die bucklige Gewandschneiderin ins Haus zu bestellen, um seinem Mündel gleich drei Kleider auf einmal nähen zu lassen. Die begehrlichen Blicke waren trotzdem nicht weniger geworden – ganz im Gegenteil.

Damals wie heute ruhten sie wohlgefällig auf der schlanken, hochgewachsenen Gestalt, wenngleich Johannas zum Zopf geflochtene Haare nach dem Abscheren nicht mehr flachsblond, sondern in einem dunkleren Honigton nachgewachsen waren. Die Zeit war gnädig mit ihr umgegangen, hatte ihre Haut bis auf ein paar Fältchen um die Augen glatt gelassen und die Lippen rosig. Seit sie vor einigen Wochen das düstere Witwenschwarz abgelegt hatte, fühlte sie sich an manchen Tagen fast wieder jung.

Nicht einmal das Halsband, ohne das sie nie das Haus verlassen hätte, änderte etwas daran. Inzwischen hatte sie sich so sehr daran gewöhnt, dass es ihr beinahe zur zweiten Haut geworden war. Nur manchmal, wenn sie es vor dem Schlafengehen löste und in die Lade zu den anderen legte, die sich dort im Lauf der Jahre angesammelt hatten, drohte die alte Furcht sie erneut zu überfallen.

Und jetzt gab es keinen Severin mehr, der diese Furcht in die Flucht hätte schlagen können.

Johanna würde den Verstorbenen niemals vergessen, dazu war der Glasmaler zu einzigartig gewesen. Ein liebevoller Ehemann, der der Fremden nicht nur seinen ehrlichen Namen geschenkt, sondern auch ihr Geheimnis wie einen Schatz gehütet hatte. Sein qualvolles Sterben, für das es keine Linderung gab, hatte sie im letzten Stadium ganz krank gemacht. Bei allem Schmerz, als er schließlich für immer die Augen schloss, verspürte die Trauernde auch tiefe Erleichterung, dass sein Leid endlich vorüber war.

Womit sie allerdings nicht gerechnet hatte, war das Gewicht der Einsamkeit, das sie wie ein Bleilot traf. Die innere Unruhe, die Johanna schon von früher kannte, setzte ein, nachdem Begräbnis und Leichenschmaus vorüber waren und eine bislang ungewohnte Form von Alltag Einzug in das stattliche Haus in der Mühlengasse halten sollte. Anfangs ließ sich die Unruhe noch halbwegs übertünchen von zahlreichen Entscheidungen, die es zu treffen galt: den Verkauf der Werkstatt an den neuen Meister, die Entlohnung der Gesellen, das Eintreiben unbezahlter Forderungen.

Als schließlich alles abgewickelt war, staunte sie, wie wenig Bares sie in Händen hielt. Sei es, dass man die Witwe absichtlich übers Ohr gehauen hatte, sei es, dass Severin zu vertrauensvoll gegenüber Zulieferern und Kunden gewesen war, das erwartete Vermögen war jedenfalls zu einem verblüffend übersichtlichen Silberhaufen zusammengeschmolzen, den sie für Notzeiten in einer Geldkatze verwahrte.

Zum Glück war ihr wenigstens das Haus zur Lilie geblieben, wie alle in Köln es wegen der aufgemalten Blüte an der Frontseite nannten, mit dem stattlichen Giebel, vor allem jedoch dem geräumigen Kellergewölbe, in dem sie den Weinhandel fortsetzen konnte, den Severin vor einigen Jahren als Zubrot begonnen hatte. Damals hatte sie ihn noch geneckt wegen seiner Bemühungen, für alle Fälle vorzusorgen.

" Die Zukunft gehört uns nicht", hatte sie gesagt. " Das hab ich am eigenen Leib erfahren müssen. Keiner weiß, was das Schicksal ihm bestimmt hat. Warum kümmerst du dich nicht lieber um deine Glasbilder, a

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