text.skipToContent text.skipToNavigation

Die Toten vom Dartmoor Kriminalroman von Marten, Paul (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 31.08.2018
  • Verlag: Bastei Lübbe AG
eBook (ePUB)
8,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Ab 31.08.2018 per Download lieferbar

Online verfügbar

Die Toten vom Dartmoor

Bei der Verlegung eines Sarges auf einem Friedhof im Dartmoor werden zwei Kinderskelette gefunden. Es handelt sich um die vor zwanzig Jahren verschwundenen Schwestern Sophie und Charlotte. Craig McPherson und Tyler Leighton übernehmen den Fall, arbeiten die alten Akten auf, stoßen auf Ungereimtheiten. Bahnt sich hier ein Polizeiskandal an? Als Craig Indizien gegen seinen Chef findet, sitzt er in der Zwickmühle. Da er an Keens Unschuld glaubt, bleibt ihm nur eins: Er muss schnellstens den Täter finden ...

Paul Marten ist in Deutschland geboren und aufgewachsen - und er ist anglophil. Viel Zeit verbrachte er an Englands wunderschöner Südküste, vor allem in Exeter und Umgebung. Den Schreibtisch eines Journalisten hat er bereits vor vielen Jahren mit dem Schreibtisch eines Schriftstellers getauscht.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 333
    Erscheinungsdatum: 31.08.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783732556038
    Verlag: Bastei Lübbe AG
    Serie: Craig McPherson .2
Weiterlesen weniger lesen

Die Toten vom Dartmoor

2

Craig stieg in seinen Spitfire, blieb einen Moment reglos hinter dem Lenkrad sitzen und vermied es, einen Blick in den Rückspiegel zu werfen. Er wusste ja, was er darin sehen würde. Die Ringe unter seinen Augen waren in den letzten Monaten bedenklich dunkel geworden, obwohl er sich inzwischen ausreichend ausgewogen ernährte, fast jede Nacht mehr als vier Stunden schlief und sich der Stress auf der Arbeit in Grenzen hielt, solange Keen ihn nicht in den Senkel stellte. Es war ganz normaler Polizeialltag, alle zwei Tage eine Leiche, drei Morde, die innerhalb weniger Tage aufgeklärt waren, allesamt Beziehungstaten. Umso mehr Zeit hatte Craig, um über sich selbst nachzudenken und über Mary. Allein der Gedanke an sie schickte Hitzewellen durch seinen Körper.

Olivia Stone hatte ihn diesmal fast erwischt. Die zehn Minuten, die er wie weggetreten gewesen war, beunruhigten Craig. So etwas durfte ihm nicht noch einmal passieren. Er musste sich besser kontrollieren, musste Situationen vermeiden, in denen er zu tief in seinen Erinnerungen versank. Natürlich wusste er, dass das auf Dauer nicht helfen würde, seine Seele würde ihm irgendwann die rote Karte zeigen, die gelbe hatte sie ja bereits heute gezogen. Und vielleicht konnte Stone ihm ja tatsächlich helfen?! Er konnte ihr aber einfach nicht ganz trauen; sie arbeitete schließlich für seinen Arbeitgeber als Psychologin und Gutachterin, Spezialistin für Glaubwürdigkeitsgutachten und das False-Memory-Syndrom bei Zeugen. Dennoch: Sie hatte ihn aus dem Gleichgewicht gebracht, und er hatte es nicht kommen sehen.

Craig ließ den Motor an, der vor sich hin blubberte und ihn beruhigte wie sanfte Musik.

Er würde sie auf die Probe stellen und dann entscheiden, ob sie die Richtige war, um das schwarze Loch in seinem Gedächtnis zu erhellen.

Die Behörden hatten die Suche nach Mary schon lange eingestellt. Es gab keinerlei Anzeichen eines Verbrechens, es gab keine Leiche und keine Zeugen. Das Ermittlungsverfahren gegen Craig wurde eingestellt, und Craigs ehemaliger Chef in Edinburgh, Gordon Brodie, hatte die ganze Sache fein säuberlich vor den Medien verborgen. Als Craig einen vermeintlichen Zeugen zu hart angefasst hatte, hatte Brodie Craig einen Deal angeboten: Alkoholentzug und Versetzung nach Exeter oder Rauswurf.

Craig nahm die A38, um den Touristenströmen auf den engen Straßen durch das Dartmoor zu entgehen, die das schöne Wetter aus jedem Cottage und jedem Bed and Breakfast im Umkreis von hundert Kilometern gelockt hatte: Der Oktober wartete mit spektakulärem Sonnenschein auf, der bis ins zentrale Dartmoor reichte und die Landschaft geradezu lieblich erscheinen ließ. Üblicherweise wechselte sich hier Starkregen mit kaltem Wind und Schnee ab, zu fast jeder Jahreszeit. Diese Wetterkapriolen verbanden Schottland mit dem Dartmoor. In Edinburgh, Craigs Heimatstadt, hieß es: "Gefällt dir das Wetter nicht, warte einfach eine halbe Stunde."

Die Touris schlichen mit ihren Leihwagen und gezückter Kamera durch das Dartmoor, hielten plötzlich, wenn sie ein Pferd sahen oder ein Schaf oder eine Kuh, als gäbe es diese Tiere nur im Dartmoor. Craig musste zugeben, dass es tatsächlich einige nette Eckchen gab, aber bei allen Vorfahren der McPhersons: Schottland bestand nur aus netten Ecken, abgesehen von ein paar Stadtteilen von Edinburgh.

Craig bog von der A38 rechts ab Richtung Poundsgate und musste mehrmals halten, weil schießwütige Touris die Straße blockierten. Besonders selbstvergessen waren die Asiaten. Wie die kleinen Kinder hüpften sie umher, grinsten, dass es in den Mundwinkeln weh tun musste, und trugen Kameras um den Hals, die mindestens tausend Pfund kosteten. Craig ließ sich nicht aus der Ruhe bringen, sondern bat die Blockierer freundlich, die Straße freizugeben. Peinlich berührt kamen die Fahrer seiner Bitte eiligst nach und entschuldigten sich überschwänglich. Craig verstand kein Wort, vor allem, wenn die Touristen

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen