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Die Tudor-Verschwörung Band 1 - Historischer Roman von Gortner, C. W. (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 18.06.2012
  • Verlag: Goldmann
eBook (ePUB)
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Die Tudor-Verschwörung

England 1553: Als Brendan Prescott und Elisabeth Tudor sich zum ersten Mal begegnen, verändert dies das Schicksal des jungen Mannes für immer ... England 1553. Der Waisenjunge Brendan Prescott wird an den Londoner Hof geschickt, um dem mächtigen Herzog von Northumberland zu dienen. Dieser möchte ihn zu einem Werkzeug in seinem Komplott gegen das Königshaus machen. Doch als Brendan der brillanten, königlichen Elisabeth begegnet, weiß er, wem seine Treue gehört. Fortan riskiert er sein Leben als ihr Doppelagent und bringt so Licht in das Dunkel seiner eigenen mysteriösen Vergangenheit. Denn Brendan trägt das Zeichen der Rose ... Christopher W. Gortner arbeitete als Redakteur für Geschichtsfachzeitschriften und unterrichtete an der Universität, bevor er Schriftsteller wurde. Mit seinen historischen Romanen feiert Gortner international große Erfolge. Heute lebt und arbeitet er in San Francisco, Kalifornien.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 416
    Erscheinungsdatum: 18.06.2012
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641076481
    Verlag: Goldmann
    Serie: Tudor (Gortner) Bd.1
    Originaltitel: The Tudor Secret
    Größe: 1379 kBytes
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Die Tudor-Verschwörung

WHITEHALL, 1553

1

Wie alles Wichtige im Leben begann es mit einer Reise - auf der Straße nach London, um es genau zu sagen, und es war mein erster Ausflug in diese so erregende wie elende Stadt.

Wir brachen noch vor Sonnenaufgang auf, zwei Männer zu Pferde. Noch nie im Leben war ich über Worcestershire hinausgekommen, sodass mich Master Sheltons Ankunft mit dem Befehl, ihm zu folgen, umso unerwarteter traf. Ich hatte kaum Zeit, meine wenigen Habseligkeiten zu packen und mich von den anderen Bediensteten zu verabschieden (unter ihnen auch die süße Annabel, die zum Steinerweichen weinte), dann ritt ich auch schon von Dudley Castle los. Mein ganzes bisheriges Leben hatte ich dort verbracht, und jetzt war auf einmal völlig unklar, wann oder ob ich überhaupt zurückkehren würde.

Eigentlich hätten mich allein schon meine Aufregung und Bangigkeit wach halten müssen, doch eingelullt von der Einförmigkeit der an mir vorbeiziehenden Landschaft und dem gemütlichen Trott meines Rotschimmels Cinnabar, schlief ich bald ein.

Master Shelton rüttelte mich wach. "Brendan, Junge, wach auf! Wir sind fast schon da."

Ich richtete mich in meinem Sattel auf. Noch schlaftrunken blinzelnd, griff ich mir an den Kopf, um die Kappe zurechtzurücken, spürte aber nur mein widerspenstiges hellbraunes Haar zwischen den Fingern. Bei seiner Ankunft hatte Master Shelton die Nase über seine Länge gerümpft und gegrummelt, dass kein Engländer so ungepflegt wie die Franzosen herumlaufen sollte. Er würde über den Verlust meiner Kappe nicht gerade erbaut sein.

"O nein!" Ängstlich sah ich zu ihm auf.

Er musterte mich mit regungsloser Miene. Über seine gesamte linke Wange verlief eine hervortretende Narbe, die sein zerklüftetes Gesicht verunstaltete. Nicht, dass sie ihn störte! Ein schöner Mann war Archie Shelton noch nie gewesen, gleichwohl eine beeindruckende Gestalt, die Achtung gebietend auf dem Ross thronte. Sein bestickter Umhang und sein Stab wiesen ihn als Haushofmeister derer von Dudley aus. Jeden anderen Menschen hätte sein granitharter Blick in Angst und Schrecken versetzt, doch ich hatte mich an seine schweigsame Art gewöhnt, seit er vor acht Jahren auf dem Gut der Dudleys eingetroffen war und von da an meine Entwicklung überwacht hatte.

"Sie ist vor einer Wegstunde heruntergefallen." Mit diesen Worten streckte er mir meine Kappe entgegen. "Seit meinen Tagen in den schottischen Kriegen habe ich nie wieder jemanden so fest zu Pferd schlafen sehen. Man könnte fast meinen, du wärst schon Hunderte von Malen in London gewesen."

Ich hörte herben Humor aus seinem Tadel heraus. Das bestätigte mich in meiner Vermutung, dass er sich insgeheim über die jähe Wendung meines Schicksals freute, obwohl es wirklich nicht in seiner Natur lag, über seine persönlichen Gefühle zu sprechen, die ein Befehl des Herzogs oder von Lady Dudley in ihm auslösen mochte.

"Am Hof kannst du deine Kappe nicht ständig verlieren", hielt er mir vor, als ich mir die rote Mütze auf den Kopf setzte und zu einem Hügel spähte, über den sich die im Sonnenlicht gesprenkelte Straße wand. "Ein Junker muss zu allen Zeiten auf seine Erscheinung achten." Er unterzog mich einem prüfenden Blick. "Mylord und Mylady erwarten viel von ihren Dienern. Ich muss davon ausgehen können, dass du dich im Beisein höhergestellter Herrschaften zu benehmen weißt."

"Selbstverständlich." Ich straffte die Schultern und rezitierte in meinem unterwürfigsten Ton: "Es ist das Beste, wann immer möglich Stille zu wahren und stets den Blick zu senken, wenn man angesprochen wird. Ist man bezüglich der Anrede einer Person im Zweifel, genügt ein einfaches 'Mylord' oder 'Mylady'." Ich machte eine Kunstpause. "Ihr seht, ich habe es nicht vergessen."

Master Shelton schnaubte. "Sieh zu, dass es so bleibt. Du wirst Lord Robert, dem Sohn Seiner Lordschaft, als Junker dienen, und ich werde nicht dulden, dass du diese Möglichkeit vergeu

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