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Die Verschwörung der Münzer Historischer Roman von Beaufort, Simon (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 19.12.2013
  • Verlag: Bastei Lübbe
eBook (ePUB)
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Die Verschwörung der Münzer

Die Kreuzzüge sind für Sir Geoffrey und seinen treuen Freund Roger die Bestimmung ihres Lebens. Als sie an den Hof gerufen werden, rückt der Plan der Abreise in unerreichbare Ferne. Der König will, dass Geoffrey einen Streit zwischen Münzprägern schlichtet, denn eine Verschwörung der Münzer kann die Sicherheit im gesamten Reich bedrohen. Sir Geoffrey beginnt in einem Fall zu ermitteln, der sich bald als schwerster seines Lebens erweist. Es scheint so, als sei seine Schwester mit den Verschwörern im Bunde ... Ein kniffliger Fall für Sir Geoffrey und ein historisches Meistervergnügen im Zeitalter der Kreuzzüge!

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 429
    Erscheinungsdatum: 19.12.2013
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783838750415
    Verlag: Bastei Lübbe
    Originaltitel: The Coiners' Quarrel
    Größe: 2003kBytes
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Die Verschwörung der Münzer

1. K APITEL
W ESTMINSTER , O KTOBER 1102
Sir Geoffrey Mappestone kochte vor Wut. Er stand auf dem Damm am Ufer des Themsestromes, mit dem Hund an seiner Seite, und blickte finster auf die zahlreichen Boote hinab, die an ihrer Vertäuung zerrten. Vor der Audienz beim König musste er seine Gefühle in den Griff bekommen. Sein Freund, Sir Roger von Durham, beobachtete ihn besorgt und wusste nicht recht, wie er ihn beschwichtigen sollte. Eines allerdings wusste er nur allzu gut: Es wäre – ausgesprochen unklug, wenn Geoffrey vor den König trat und ihm unlautere Machenschaften vorwarf.
Roger schaute zum Himmel auf. Dunkle Wolken ballten sich über ihnen zusammen und kündigten einen weiteren Herbststurm an. Sie passten zu Geoffreys dräuender Stimmung, und Roger murmelte ein inbrünstiges Gebet, dass beide Stürme ohne Schaden vorüberziehen mögen.
Hinter den beiden Rittern lag Westminster mit der mächtigen Benediktinerabtei, ihren Kreuzgängen, Dormitorien und Refektorien und mit der herrschaftlichen Halle, die der letzte König hatte erbauen lassen. Sie zeichnete sich durch ihre bequeme Nähe zu London aus und war groß genug, um das Heer an Schreibern und Sekretären aufzunehmen, die König Henry beschäftigte. Regelmäßig berief Henry dort auch den königlichen Rat ein.
In diesen ansehnlichen Palast an der Themse war Geoffrey einbestellt worden, und hier stand er an diesem stürmischen Oktobermorgen – kalt, nass und aufgebracht.
"Ich richte dem König aus, dass du verhindert bist", bot Roger an. Er wollte nicht länger warten, bis Geoffrey das Wort ergriff. "Ich sage ihm, du kannst dich heute nicht mit ihm treffen."
Geoffrey starrte weiterhin übellaunig auf die Schiffe. "Warum?"
"Weil ich nicht am Galgen landen will, nur weil du Streit mit dem König anfängst", gab Roger schroff zurück. "Wenn du aussprichst, was du denkst, tötet er dich. Und dann erzählt ihm irgendwer, dass du nicht alleine da bist, und er stöbert auch den Rest von uns auf – mich, Helbye, Uflrith und Durand. Uns räumt er dann ebenfalls aus dem Weg, nur damit jeder sieht, was mit Leuten passiert, die sich mit Verrätern einlassen."
"Ich bin kein Verräter", widersprach Geoffrey scharf. "Um Henry verraten zu können, müsste ich erst mal in seinen Diensten stehen. Und das ist nicht der Fall. Mein Lehnsherr ist Fürst Tankred, und nur ihm habe ich den Treueid geleistet."
"Und Tankred hat dich davon entbunden", sagte Roger. Er deutete auf den Brief, der Anlass für Geoffreys Ärger war. "Er hat dich aus seinen Diensten entlassen und drängt dich, stattdessen Henry den Lehnseid zu leisten. Die Anweisung ist deutlich genug."
Geoffrey fuchtelte mit dem Schreiben vor Rogers Gesicht herum, und der Hund winselte besorgt. Geoffrey neigte sonst nicht zu Wutausbrüchen, und man erlebte ihn selten so aufgebracht. "Tankred hat das nicht geschrieben. Es war Henry!"
Roger kratzte sich am Kopf. Wie Geoffrey lehnte er die wallende Lockenpracht und geflochtene Bärte ab, wie sie gegenwärtig in Mode waren. Stattdessen war er glatt rasiert und trug auch das Haupthaar kurz. Geoffrey war hochgewachsen und kräftig, doch neben dem riesigen Roger wirkte er schmächtig.
"Aber der Brief trägt Tankreds Siegel", wandte Roger ein. "Wie kann jemand anderes ihn abgeschickt haben?"
"Henry ließ es fälschen", erwiderte Geoffrey. Er versuchte, geduldig zu sein. Roger neigte dazu, stets das Offensichtliche zu glauben – was voreilig war,

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