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Die Villa an der Elbe Historischer Roman von Belago, Linda (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 03.12.2018
  • Verlag: MIRA Taschenbuch
eBook (ePUB)
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Die Villa an der Elbe

Liegt in der Vergangenheit der Familie vielleicht die Zukunft der Reederei?

Hamburg, 1910: Anni steht auf der Tribüne der Horner Rennbahn und starrt auf die Zeitung in ihren Händen, während unten die Pferde vorbeidonnern. Sie ist sich ganz sicher, dass die Frau auf dem Foto ihre seit zehn Jahren tot geglaubte Schwester ist. Anni war immer überzeugt, dass Helena das Schiffsunglück vor Hoboken überlebt hat. Aber das Leben ging weiter und von Helena kam nie ein Lebenszeichen. Anni ist inzwischen verheiratet, Mutter und Teil der hoch angesehenen Hamburger Reederfamilie Clausen. Warum ist ihre Schwester jetzt auf diesem Bild zu sehen und warum steht ein fremder Name darunter?

Die Autorin Linda Belago ist in ihrem Leben viel gereist. Ihr Weg führte sie zunächst quer durch Europa und später nach Übersee. Ihre Erfahrungen und Erlebnisse von diesen Reisen zusammen mit ihrem Interesse für historische Themen inspirieren sie für ihre Romane. Heute lebt Linda Belago mit ihrem Mann nahe der deutschen Nordseeküste.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 304
    Erscheinungsdatum: 03.12.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783955768577
    Verlag: MIRA Taschenbuch
    Serie: Mira Taschenbuch Nr.840
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Die Villa an der Elbe

2. Kapitel

New York im Mai 2017

"Das darf doch nicht wahr sein!" Amely stand in der offenen Tür zu ihrem kleinen Apartment und starrte entsetzt auf das darin herrschende Chaos. "Oh Mann, was für ein Mist!", wiederholte sie, strich sich verzweifelt ihre braunen Haare aus dem Gesicht und spürte, wie ihr die Tränen in die Augen stiegen. Was war hier nur passiert? Alles war aus Schränken und Regalen gerissen, die Kissen waren vom Sofa und die Matratze aus dem Bett geworfen worden. Vorsichtig machte Amely einen Schritt in den Raum. Ihr Blick fiel auf einen Zettel, welcher mit einer Gabel an den Lampenschirm der Stehlampe gepinnt worden war.

"Du hast 3 Tage, um zu bezahlen, Jayden!", stand mit krakeliger Schrift darauf. Dann fiel ihr das geöffnete Fenster zur Feuertreppe auf.

"Dieser verdammte Mistkerl!" Amelys Schock verwandelte sich sofort in Wut. Sie zog ihr Handy aus der Tasche und wählte Jays Nummer. Als er abhob, ließ sie ihm keine Chance, zu Wort zu kommen. "Jay - die haben bei mir eingebrochen. Meine Wohnung sieht aus ... bis du bescheuert? Bei wem hast du wieder Schulden? Und warum räumen die meine Bude leer?"

"Oh Schätzchen, das tut mir leid ... ich ..."

"Warum wissen die, wo ich wohne?"

"Äh ja, vielleicht ... die haben da wohl was falsch verstanden."

"Falsch verstanden?", schrie Amely in das Telefon.

"Ich hatte denen gesagt, ich hätte eine Freundin, die ... na, ja, ich muss denen halt etwas Geld bezahlen ... ich hatte gehofft, du ..."

"Was bist du nur für ein Vollidiot? Ich werde ganz sicher nicht für deine Schulden geradestehen!" Amely spürte, wie ihr die Knie weich wurden. Warum war sie nur an diesen Mistkerl geraten, und warum hatte sie ihm auch noch vertraut? Er sah gut aus und war ganz nett, aber er war ein Spieler, das hatte sie auch schon vorher gewusst. Hätte sie doch nur nicht ... Sie ballte die Faust.

"Ich wollte es denen ja so zurückzahlen, aber da ist jetzt was dazwischengekommen."

"Wie viel, Jay?"

"Siebentausend."

"So viel? Bist du irre? Die bekommst du ganz bestimmt nicht von mir!"

"Ich zahle denen das zurück."

"Ja? Wovon denn? Regel das, Jay! Und ruf mich ja nie wieder an!"

"Aber Schätzchen ..."

"Ich bin nicht mehr dein Schätzchen. Hier hängt ein Zettel von deinen Freunden, da steht, du hast drei Tage! Mach's gut, Jay."

"Nein! Nein! Ich kümmere mich darum. Amely ..."

"Jay, es ist vorbei."

"Ich kümmere mich darum. Aber ... vielleicht wäre es besser, wenn du ... sei vorsichtig. Die Kerle sind ziemlich verrückt."

"Das sehe ich." Ihr Blick blieb an dem mit einer Gabel gespickten Lampenschirm hängen.

"Nein, noch verrückter. Ich regel das, versprochen."

Seine Stimme hörte sich so ernst an, dass Amely ein kalter Schauer über den Rücken lief. "Du bist so ein Arsch, Jay ...", sagte sie noch, bevor sie auflegte.

Wer auch immer hier gewesen war, es war alles weg, ihr Radiowecker, die Mikrowelle und der kleine Fernseher. Und ... sie hastete zum Kleiderschrank. Sie war weg, ihre Sparbüchse war weg. Sie hatte sie sogar vor Jay verstecken können, aber jetzt hatte jemand gründlich gesucht. Amelie umschlang ihren Oberkörper mit den Armen. Tränen liefen ihr über die Wangen. Aus dem Kleiderschrank war alles herausgerissen worden. Amely ging zu dem Haufen Klamotten, der am Boden lag. Von Jay waren auch einige Sachen dabei. Am besten packte sie diese direkt zusammen, oder noch besser - gleich in den Müll.

Sie musste aufräumen, und dabei würde sie auch Jay aus ihrem Leben ausmisten. Oder sollte sie doch erst die Polizei anrufen? Sie holte tief Luft. In New York gab es jeden Tag mehr Einbrüche als Geburten, irgendein Polizist würde sich eine Notiz machen, und das war's dann wohl. Das war also zwecklos. Hätte sie ihre Rücklagen doch nur zur Bank gebracht. Es war noch nicht viel gewesen, knapp über tausend Dollar, die sie überwiegen

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