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Die Watsons / Lady Susan / Sanditon. Die unvollendeten Romane Reclam Taschenbuch von Austen, Jane (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.12.2016
  • Verlag: Reclam Verlag
eBook (ePUB)
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Die Watsons / Lady Susan / Sanditon. Die unvollendeten Romane

Bei ihrem Tod mit nur 41 Jahren hinterließ Jane Austen drei ganz unterschiedliche unvollendete Romane: 'The Watsons', 'Lady Susan' und 'Sanditon'. Sie bieten einen einzigartigen Einblick in ihre literarische Werkstatt, sind aber auch unabhängig davon als literarische Werke sehr reizvoll zu lesen. Als Ergänzung zu den sechs abgeschlossenen Romanen liegen sie hier in neuer Übersetzung vor. Jane Austen (16. 12. 1775 Steventon - 18. 7. 1817 Winchester) gehört zu den bedeutendsten britischen Schriftstellerinnen aller Zeiten, die ihre Romane anonym unter dem Titel 'by a lady' veröffentlichte. Austens Hauptwerke wie 'Stolz und Vorurteil' und 'Emma' zählen zu den Klassikern der englischen Literatur. Im Mittelpunkt ihres literarischen Werks steht vielfach die Zerrissenheit junger Damen des gehobenen ländlichen Bürgertums, die zwischen den Erwartungen des Adels und ihrer eigenen Vorstellung von Glück stehen.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 259
    Erscheinungsdatum: 01.12.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783159612072
    Verlag: Reclam Verlag
    Größe: 923 kBytes
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Die Watsons / Lady Susan / Sanditon. Die unvollendeten Romane

Die Watsons

Kapitel 1
Das erste gesellschaftliche Ereignis in der Stadt D. in Surrey sollte am Dienstag, dem 13 . Oktober, stattfinden, und man erwartete allgemein einen großen Erfolg. Zuversichtlich ging man eine lange Liste von Familien aus dem ländlichen Umkreis durch, die als sichere Kandidaten galten, und hegte große Hoffnungen, dass sogar die Osbornes anwesend sein würden. Eine Einladung der Edwards an die Watsons folgte umgehend. Die Edwards waren wohlhabende Leute, die in der Stadt lebten und eine Kutsche hielten; die Watsons wohnten in einem Dorf ungefähr drei Meilen entfernt, waren arm und hatten kein geschlossenes Gefährt; und seit der Zeit, wo es Bälle am Ort gab, versäumten die ersteren es nie, die letzteren den Winter hindurch allmonatlich einzuladen, in ihrem Haus sich umzukleiden, zu speisen und zu übernachten. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt waren nur zwei von Mr. Watsons Töchtern zu Hause, und da eine ihm immer Gesellschaft leisten musste, weil er kränklich war und seine Frau verloren hatte, konnte nur eine die Großzügigkeit ihrer Freunde in Anspruch nehmen. Miss Emma Watson, die erst kürzlich aus der Obhut einer Tante, die sie aufgezogen hatte, zu ihrer Familie zurückgekehrt war, sollte zum erstenmal öffentlich in der Nachbarschaft in Erscheinung treten, und ihre älteste Schwester, deren Vergnügen an Bällen auch in zehn Jahren begeisterter Teilnahme nicht nachgelassen hatte, ließ es sich nicht nehmen, Emma und ihren Feststaat an dem wichtigen Vormittag bereitwillig in der alten Chaise nach D. zu fahren. Während der Wagen Schlamm aufspritzend die schmutzige Landstraße entlangfuhr, gab Miss Watson ihrer unerfahrenen Schwester Ratschläge und Warnungen.

"Ich glaube, es wird bestimmt ein sehr guter Ball, und bei so vielen Offizieren, wird es dir an Partnern nicht fehlen. Mrs. Edwards' Zofe wird dir gerne zur Hand gehen, und ich würde dir raten, Mary Edwards um Rat zu bitten, wenn du nicht weiter weißt, denn sie hat einen sehr guten Geschmack. Wenn Mr. Edwards sein Geld nicht beim Kartenspiel verliert, könnt ihr so lange bleiben, wie ihr möchtet; verliert er aber, wird er euch wohl unverzüglich nach Hause fahren; aber wenigstens könnt ihr dann mit einer bekömmlichen Suppe rechnen. Ich hoffe, dass du Eindruck machst. Ich wäre nicht überrascht, wenn man dich für eins der hübschesten Mädchen im Saal hält, ein neues Gesicht verfehlt nie seine Wirkung. Vielleicht wirft Tom Musgrave ein Auge auf dich, aber ich möchte dir ernsthaft davon abraten, ihn im geringsten zu ermutigen. Er macht allen neuen Mädchen den Hof, aber er ist ein schrecklicher Herzensbrecher und meint es nie ernst."

"Ich glaube, du hast ihn schon einmal erwähnt", sagte Emma. "Wer ist er?"

"Ein junger Mann von großem Vermögen, völlig unabhängig und bemerkenswert umgänglich, der Liebling aller, wo immer er hinkommt. Die meisten Mädchen in der Gegend sind oder waren jedenfalls in ihn verliebt. Ich bin die einzige, die mit heilem Herzen davongekommen ist, und dabei war ich die erste, der er seine Aufmerksamkeit geschenkt hat, als er vor sechs Jahren in unsere Gegend kam. Und die Aufmerksamkeit, die er mir geschenkt hat, war wahrhaftig groß! Manche Leute behaupten, dass ihm seitdem kein Mädchen mehr so gut gefallen hat, obwohl er die eine oder andere immer besonders auszeichnet."

"Und wie kommt es, dass dein Herz als einziges unberührt blieb?" sagte Emma lächelnd.

"Dafür gibt es einen Grund", erwiderte Miss Watson und errötete. "Man hat mir übel mitgespielt, Emma. Ich hoffe, du hast mehr Glück als ich."

"Liebe Schwester, verzeih mir bitte, wenn ich dich unabsichtlich gekränkt habe."

"Als wir Tom Musgrave kennenlernten", fuhr Miss Watson fort, ohne Emma anscheinend gehört zu haben, "war ich eng liiert mit einem jungen Mann namens Purvis, einem engen Freund von Robert, der viel bei uns verkehrte

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