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Die Wege des Labyrinths Geschichten zum Nachdenken und Weitererzählen von Bour, Maz (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 19.08.2016
  • Verlag: Books on Demand
eBook (ePUB)
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Die Wege des Labyrinths

"Die Wege des Labyrinths" beinhaltet 21 Kurzgeschichten quer durch die Fantasiewelten. Diese laden nicht nur zum Träumen, sondern auch zum Nachdenken ein. Maz lebt in Luxemburg und arbeitet seit einigen Jahren als Theracoach. Hier helfen ihr Bildnisse und Geschichten, die es den Menschen ermöglichen, sich zu identifizieren ohne sich direkt angesprochen zu fühlen. Die Idee, ein Buch mit Geschichten zu veröffentlichen, das nicht nur bei Fantasy-Lesern für Spannung sorgen kann, sondern auch als Werkzeug im therapeutischen Bereich eingesetzt werden kann, hat sich im Laufe der Jahre entwickelt.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 380
    Erscheinungsdatum: 19.08.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783741286261
    Verlag: Books on Demand
    Größe: 568kBytes
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Die Wege des Labyrinths

Der Magier

Wenn immer Alepsias in einen Raum trat, verstummte jedes Gespräch. Man schwieg, schaute ihn an, mit Bewunderung oder sogar mit Angst in den Augen. Alepsias war der Zauberer des Dorfes, der, der Rat gab, Kranke heilte oder aber die bestrafte, die sich nicht an die Gesetze der Gesellschaft hielten.

Eigentlich verstand Alepsias die Reaktion der Leute nicht. Er tat nur seine Arbeit, indem er Leuten half wo er konnte. Besonders die Angst, die ihm entgegengebracht wurde, war ihm unverständlich. Natürlich waren die Strafen, die er austeilte, hart, aber sie waren gerecht. Immerhin hatten die Einwohner die Wahl, sich an die Gesetze zu halten, oder aber die Konsequenzen zu tragen. Zum anderen war es ihm aber recht, dass die Leute ihn respektierten, denn so war er sich sicher, dass seine Anweisungen befolgt wurden.

Eines Tages kam jedoch ein Mann in das Dorf, und bat darum, hier leben zu dürfen. Ein Rat von Dorfältesten wurde zusammengerufen und natürlich wurde auch Alepsias hinzugezogen, weil er ja als Zauberer als sehr weise galt. Dieser riet den Bewohnern, dem Fremden Obdach für eine Nacht zu gewähren. Er würde sich dann mit ihm treffen, um ihn näher kennenzulernen, und besser entscheiden zu können, ob der Fremde hierbleiben könne oder nicht.

Am Abend also traf sich Alepsias mit dem Fremden. Er hatte seinen Federschmuck aufgesetzt, um der Wichtigkeit seiner Position Ausdruck zu verleihen und auch sein Stab hielt er in der Hand. Der Fremde bat ihn in sein Zimmer und wartete darauf, dass sich Alepsias setzte. Der Zauberer sah sich den Mann an. Er schien mittleren Alters zu sein, hatte lange dunkelblonde Haare, in denen sich das erste Grau abzeichnete. Doch am meisten betrachtete Alepsias die Augen des Fremden, die von einem so dunklen Braun waren, dass sie fast schwarz schienen.

"Mein Name ist Gumaran", stellte sich der Fremde vor, "ich wohnte vorher in den Bergen, aber für mich ist es nun an der Zeit, wieder mit Leuten zusammenzuleben."

Alepsias nickte.

"Was kannst du tun", fragte er nach einer kleinen Pause, "es ist dir sicher klar, dass du zum Wohl unserer Gemeinschaft beitragen musst, wenn du hier leben möchtest."

Gumaran lächelte.

"Welche Arbeit muss denn getan werden, für die es bisher keinen gab, der sich dazu bereit erklärt hat?" fragte er dann.

Alepsias schwieg. Er wusste von einer Arbeit, die bisher jedem zuwider war, war sich aber nicht sicher, ob er gerade dies dem Fremden vorschlagen sollte.

"Es gibt wohl eine Arbeit, die bisher keiner verrichten will," sprach er dann nach einigem Zögern, "und ich würde es dir auch nicht verübeln, wenn du desgleichen tun würdest. Es gibt welche die sich um die kümmern, die geboren werden oder geboren wurden, und es gibt solche, die sich um die Kranken und die Verletzten kümmern. Aber die Verstorbenen müssten auch ihre Ruhe finden. Ich kann mich als Zauberer zwar um ihre Seelen kümmern, aber ihre Körper wollen auch bestattet werden und uns fehlt leider jemanden, der sich ihrer annimmt. Würdest du die Arbeit übernehmen, ihre Körper zu verbrennen und ihre Asche in die vier Winde zu verstreuen?"

Gumaran schloss die Augen, und trotzdem hatte Alepsias das Gefühl, als würde der Fremde ihn noch immer betrachten. Als er die Augen wieder öffnete, antwortete der Mann aus den Bergen mit nur einem Wort.

"Ja!"

Und während Gumaran sich in dem Dorf einlebte kehrte auch der normale Alltag mit ein. Bald kannte jeder seinen Namen und nannte ihn nicht mehr den Fremden aus den Bergen. Gumaran hatte eine Hütte am Rande des Dorfes bezogen um so seine Arbeit durchführen zu können, ohne mit dem Gestank der verbrennenden Körper die Einwohner zuviel zu stören. Da glücklicherweise nicht jeder Tag jemand starb, hatte er immer noch genügend Zeit, mit den Leuten zu reden oder die Gegend auszukundschaften. Es dauerte nicht lange, bis Gumaran als Dorfbewohner akzeptiert w

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