text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Die Wolfselbin Gesamtausgabe (Fantasy) von Ferolla, Susanne (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 18.12.2016
  • Verlag: digital publishers
eBook (ePUB)
4,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Die Wolfselbin

Jetzt als Gesamtausgabe erhätlich! Über 'Die Wolfselbin' Auf den Wolfselben lastet große Schuld: Einst ließen sie, dass Kriegsherr Xeres ihre Magie missbraucht und die toten Schatten erschafft. Längst sind die dunklen Zeiten vorbei. Doch im Fundament der Wasserfallstadt Thoran hat einer von Xeres' Seelenfressern überlebt ... Die Wolfselbin Jerelin wächst als Außenseiterin zusammen mit ihrem Menschenbruder Florin auf, dessen Leben ohne die temperamentvolle Wolfselbin trostlos und ohne Träume wäre. Aber ausgerechnet Florin kommt hinter Jerelins Geheimnis ihrer Herkunft. Aus Angst, Jerelin würde das verhasste Dorf verlassen, verschweigt er ihr die Wahrheit. Doch Jerelin schwebt in großer Gefahr - der tote Schatten ist hinter ihr her! Als sich herausstellt, was Xeres' einstiger Diener in Wirklichkeit ist, muss Florin seine Ängste überwinden. Oder Jerelin und die Welt, wie er sie kennt, sind verloren.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 402
    Erscheinungsdatum: 18.12.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783960871255
    Verlag: digital publishers
    Größe: 735 kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Die Wolfselbin

VOR SIEBZEHN JAHREN IM HÜGELLAND VON KOROTH

Die Warnschreie brachen abrupt ab.

Abelka verharrte wie eine Eidechse auf dem heißen Hang.

"Dan, Göttin der Fruchtbarkeit, Göttin der Schutzlosen, bitte hilf uns!", presste sie hervor. Disteln stachen sie in den Bauchnabel, messerscharfe Kalksteinsplitter zerkratzten Knie und Oberschenkel, zwischen ihren Zähnen knirschte Sand.

Mutter Reija drückte sich an sie und krallte die Hände in die staubtrockene Erde.

Die Spelzen der bleichen Halme raschelten über ihren Köpfen, der Wind wehte die Schreie zu ihnen herüber.

Abelka verdrehte etwas ihre Hüfte, zupfte die Distel aus dem Stoff ihres Kleides und schob schützend eine Hand auf den Unterleib, in dem das Ungeborene zuckte wie ein kleiner Fisch. Seit ein paar Tagen erst spürte sie sein zaghaftes Kitzeln. Hatte Göttin Dan kein Herz? Warum nur hatte sie es zugelassen, dass Mutter Reija es sich ausgerechnet heute in den Kopf gesetzt hatte, Silberdisteln zu sammeln? Wie hatte Dan es geschafft, die Fallensteller zu überzeugen, wegen der alten Heilerin den Umweg über die Hügel zu nehmen, anstatt in der Kühle des Waldes ihrem Tagwerk nachzugehen? Und warum, um Dans willen, hatte sich Abelka breitschlagen lassen, mitzukommen?

Jähe Stille legte sich über die flirrende Luft; ein kleiner schwarzer Vogel schoss wie ein Pfeil den Hügel hinab. Die Grillen fühlten sich gestört und hörten auf zu zirpen.

Reija wimmerte und vergrub ihr Gesicht in Abelkas Seite.

"Still!", zischte Abelka und drückte ein Ohr in den Staub. Sie hielt den Atem an und lauschte dem kaum wahrnehmbaren Kratzen und Knirschen.

Wessen Schritte waren es? Die ihres Gemahls? Näherte sich Fulko? Hakon? Oder hatte eine der Ji'harbi-Kreaturen ihre Witterung aufgenommen und spielte mit ihnen? Das in der Sommerhitze vertrocknete Gras war dicht genug, er konnte sie unmöglich sehen.

Das brauchte ein Ji'harbi auch nicht.

Selbst wenn die Männer ihm die schmutziggelben Augen ausgestochen hätten und er nur noch kriechen könnte, würde er sie finden: Schmutzhäute rochen Blut und Tod über weite Strecken. Drehte der Wind, schmeckte er ihre Angst.

Abelka biss die Kiefer zusammen. Ihr Körper spannte sich wie eine Sehne, bereit aufzuspringen, käme die Kreatur auf sie zu.

Kurze, stoßweise Atemzüge verrieten, dass sich jemand suchend umsah.

"Wo seid ihr?"

Derk! Ein leichter Schauder wogte durch Abelkas Körper, stöhnend ließ sie ihre Stirn auf den Handrücken fallen. Sie rappelte sich auf, wischte sich Tränen und Staub aus den Wimpern, stolperte den Hang hinauf - und sank in die Arme ihres Gemahls.

Derk drückte sie fest an sein rot gesprenkeltes Hemd und griff in ihr Haar. Er roch nach Blut und Schweiß, trotzdem legte sie ihre Wange auf seine Brust, um seinen Herzschlag zu hören. Derk lebte! Das war ein Geschenk der Götter.

Reija kam erstaunlich flink auf die Beine. Ihre Augen blitzten, wütend warf sie ihren eisgrauen Zopf über die Schulter. "Pfui! Was musst du dich so anschleichen? Den Rest meines Lebens werden Ji'harbis mich in meinen Träumen bei lebendigem Leib häuten. Daran bist du schuld." Sie schlug einen Käfer von ihrem Arm und zertrat ihn. "Du hinterhältige Wanze hast dich in meine Haut gebohrt und es ausgenutzt, dass die alte Reija es nicht einmal gewagt hat, dich zu verfluchen. Schande über dich und deine Brut!" Reijas Lippen hatten Farbe bekommen, doch ihr Zorn verebbte, so schnell er gekommen war. Noch leise vor sich hinfluchend kletterte sie den Hügel hinauf.

"Was ist mit Fulko und Hakon?", schnaufte Reija und wischte sich den Schweiß von der Stirn.

Derk wich dem bohrenden Blick der Alten aus und blinzelte in die Sonne. "Was soll schon mit ihnen sein? Es waren nicht viele."

"Gut!" knurrte Reija. "Dann verbrennt sie gleich! Faulende Ji'harbis beleidigen den Himmel!" Verächtlich spuckte sie auf den Boden.

Derk fixierte einen uns

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen