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Dieser eine Augenblick Roman von Carlino, Renee (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 30.09.2019
  • Verlag: Bastei Lübbe AG
eBook (ePUB)
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Dieser eine Augenblick

Als Charlotte auf Adam trifft, ist es, als würden sie sich schon ewig kennen. Sie verbringen eine wunderbare Nacht zusammen, am nächsten Morgen jedoch ist er wie verwandelt und zeigt ihr die kalte Schulter. Aber Charlotte kann den mysteriösen Fremden nicht vergessen, der ihr in nur einer Nacht das Herz gebrochen hat. Sie macht sich auf die Suche nach ihm, um endlich Klarheit zu bekommen. Doch sie ahnt nicht, dass Adam ein Geheimnis hat, das ihr Leben für immer verändern wird. Renée Carlino ist Drehbuchautorin und Bestsellerautorin von zahlreichen Liebesromanen. Sie lebt mit ihrem Mann, den beiden Söhnen und einem niedlichen Hund namens John Snow Cash im sonnigen Süden Kaliforniens. Sie ist eine Leseratte, liebt Livemusik und ist ganz versessen auf dunkle Schokolade.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 320
    Erscheinungsdatum: 30.09.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783732577866
    Verlag: Bastei Lübbe AG
    Originaltitel: WISH YOU WERE HERE
    Größe: 2202 kBytes
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Dieser eine Augenblick

1. Kleine Fahnen

Im Blackbird's Café waren Dienstage Tortillasuppentage. Dann gab es Suppe satt für lausige vier fünfundneunzig. Toll, wenn man Tortillasuppe liebte. Aber ziemlich übel, wenn man dort als Kellnerin arbeitete.

Der Trick dabei war, dass die Suppenteller zwar groß, aber flach waren, sodass der Gast den Eindruck bekam, er hätte eine Riesenmenge suppiger Köstlichkeit bekommen, obwohl jede Portion tatsächlich nur aus einigen wenigen, gut verteilten Unzen bestand. Das Problem mit besagten Tellern war, dass man sie auf einem Tablett nicht transportieren konnte; jedes Mal, wenn man aus der Küche zum Tisch des Gastes latschte, schwappte die Suppe erwartungsgemäß von einer Seite zur anderen und ergoss sich über den Tellerrand, auch wenn man noch so ruhige Hände hatte. Jack, der Eigentümer, und sein fetter kleiner Bruder, der auf den Namen Jon-Jon hörte (idiotisch, ich weiß), bestanden darauf, dass wir die Tabletts über unsere Köpfe hielten, so wie die Kellnerinnen auf Rollerskates in einem gottverdammten Drive-in. Das gehört zum Ambiente , sagten sie. Meiner Ansicht nach diente das Wort Ambiente ihnen vorwiegend dazu, die veraltete Innenausstattung zu rechtfertigen.

Bestellte man Tortillasuppe "bis zum Abwinken", musste man eine Minifahne an einem Minifahnenmast hissen, der an die Tischkante geschraubt war. Eine scheußlich peinliche Prozedur, die jedoch die von Jack und Jon-Jon gewünschte Wirkung erzielte: Niemand, nicht einmal ein Dreihundert-Pfund-Mann mit einer Leidenschaft für Texmex, würde dieses Fähnchen je mehr als zweimal hissen; das war einfach zu demütigend.

Bedauerlicherweise war diese Methode, Leute in den Laden zu locken, ohne dabei draufzuzahlen, nicht dazu angetan, eine Klientel anzuziehen, die sich in Bezug auf Trinkgelder besonders großzügig zeigte, wodurch der Dienstag für die Kellnerinnen im Blackbird's eine einzige Pleite war. Wir verdienten nichts und gingen jedes Mal mit einer gesunden Portion Tortillasuppe auf unseren weißen Smokinghemden nach Hause. (Ja, wir mussten in einer besseren Frittenbude Smokinghemd und Fliege tragen; ich nehme an, das trägt auch zum Ambiente bei.)

Aber dieser spezielle Dienstag war schlimmer als alle anderen.

"Ich komme mir vor, als wäre ich in der Hölle gelandet. Hast du den Typ an Tisch dreiundzwanzig gesehen?", fragte mich Helen, meine beste Freundin, Mitbewohnerin und Kollegin, hinten im Servicebereich.

Ich lugte um die Wand herum und entdeckte einen grauhaarigen Mann, der allein aß. "Ja. Was ist mit ihm?"

"Er hat nach einer Avocado al dente verlangt. Wer zum Teufel sagt 'al dente', wenn er eine Avocado beschreiben will?"

"Du weißt aber, was er meint, oder?" Ich lachte, aber Helen blieb ernst.

"Ja, aber wir sind hier nicht im Spago . Der kann von Glück reden, wenn er hier grüne Avocados bekommt."

"So schlimm ist es nun auch nicht", erwiderte ich und füllte einen Plastikbecher mit Coke. Der Getränkedispenser fing an zu keuchen und die Luft in kleinen Portionen auszuhusten. "Verdammter Mist, die Kohlensäure geht aus. Kannst du Jon-Jon Bescheid geben?"

"Sorry, muss erst die Bestellung von einundzwanzig erledigen." Helen verließ den Servicebereich, und ich sah zu, wie ihre Hüften von einer Seite zur anderen schaukelten, während sie in den Gastraum tänzelte. Helen wusste, dass sie eine gute Figur hatte und die Männer sie angafften, und sie bewegte sich so langsam und rhythmisch, dass ich annahm, die Aufmerksamkeit gefiel ihr.

Ich dagegen ließ die Schultern hängen und hielt den Kopf gesenkt, wo immer ich auch hinging. Die Leute sagten immer zu mir: "Du bist ein hübsches Mädchen, Charlotte. Warum gehst du wie ein alter Mann?" Meine Antwort lautete meist: "Keine Ahnung, ich gehe halt so", oder so ähnlich. Lahm, ich weiß, aber ich machte mir eben nicht viele Gedanken darüber, wie ich von anderen wahrgenomm

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