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Drei Tage Manhattan - Begleitung gesucht von Perry, Tasmina (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 10.11.2014
  • Verlag: Berlin Verlag
eBook (ePUB)
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Drei Tage Manhattan - Begleitung gesucht

'Ältere Dame sucht nette Begleitung für Manhattan-Abenteuer vom 23. bis 27. 12.' Für Amy Parrett, die junge New-Yorkerin in London, kommt diese Anzeige wie gerufen. Gerade hat ihr ehrgeiziger Freund Amy den Laufpass gegeben, statt ihr wie erhofft auf dem Tower von London einen Heiratsantrag zu machen. Die zweiundsiebzigjährige Georgia Hamilton ist zwar das genaue Gegenteil von ihr - vornehm, kultiviert und very british -, schließt die junge Amerikanerin aber sofort in ihr Herz. Als Georgia im weihnachtlichen Manhattan von Amys gebrochenem Herzen erfährt, beginnt sie ihre eigene Liebesgeschichte zu erzählen, eine tragische Geschichte, die ins Jahr 1958 nach London und zu den prächtigen Bällen der Debütantinnen führt. Und Amy begreift allmählich, dass sie es in der Hand hat, eine tiefe Verletzung im Leben ihrer älteren Freundin zu heilen. Tasmina Perry arbeitete als Juristin, bevor sie für Frauenmagazine zu schreiben begann. Ihre Artikel für Elle, Glamour oder Marie-Claire wurden mehrfach ausgezeichnet. Nach ihrer Gründung des Reise- und Modemagazin Jaunt verlegte sie sich ganz auf das Schreiben von Romanen. Ihre Bücher finden sich regelmäßig auf der englischen Bestsellerliste. Tasmina Perry lebt mit ihrem Mann und ihrem Sohn in London.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 432
    Erscheinungsdatum: 10.11.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783827077585
    Verlag: Berlin Verlag
    Größe: 707 kBytes
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Drei Tage Manhattan - Begleitung gesucht

An der Haltestelle Leicester Square stieg Amy aus der U -Bahn und ging zu Fuß weiter. Die Straßen zogen blitzartig an ihr vorüber wie die Lichtstreifen eines Feuerwerks am Nachthimmel, Autos hupten, als sie sich an ihnen vorbeischlängelte, doch ihr Gehirn registrierte kaum, dass sie fast von ihnen gestreift wurde, während sie quer über die Shaftesbury Avenue und immer tiefer hinein nach Soho stolperte. Sie versuchte, die Tränen zu unterdrücken, und sagte sich wieder und wieder, dass sie ein toughes Mädchen war – man ließ sich nicht von Männern herumschubsen, wenn man in einem New Yorker Arbeiterviertel aufgewachsen war –, doch als sie am Berwick Theatre ankam, waren ihre Augen gerötet und geschwollen.

Die Aufführung war schon lange vorbei, und auf dem Gehweg standen nur noch vereinzelt Menschen – Betrunkene und etliche Theatergänger, die vor dem Künstlereingang warteten, in der Hoffnung, ein paar Stars zu erspähen. Amy gesellte sich zu ihnen, lehnte sich an die Wand und zog ihren Schuh aus, um sich die Zehen zu massieren. Die High Heels, die sie ausgesucht hatte, um Daniel zu demonstrieren, wie verführerisch und kultiviert sie doch war. Die Heiratsantrag-Schuhe , höhnte eine Stimme in ihrem Kopf, das Paar, das sie niemals wegwerfen, das noch viele Jahre später eine ganz besondere Bedeutung haben würde. Tja, sobald sie zu Hause war – wann auch immer das sein würde –, würden sie umgehend in die Mülltonne wandern. Sie waren scheußlich und mit negativen Erinnerungen behaftet, und außerdem waren sie ohnehin viel zu eng.

"Du lieber Himmel, Amy, du siehst aus, als wäre die Welt untergegangen."

Amy atmete erleichtert auf, als sie ihre Freundin Annie Chapman schwungvoll aus dem Künstlereingang treten sah. "So ähnlich", seufzte sie und hätte am liebsten gleich wieder losgeheult.

Annie bemerkte ihre tränenüberströmten Wangen und zog sie an sich. "Mensch, Süße, was ist denn los? Als ich deine Nachricht gelesen habe, dass es dringend ist, habe ich mir wirklich Sorgen gemacht, und wie man sieht, auch völlig zu Recht ... Oje, ich glaube, wir sollten dich auf schnellstem Weg ins Vogelnest bringen, oder?"

Amy musste ein Lächeln unterdrücken. Sie wusste, dass ihre Freundin die Situation sofort richtig eingeschätzt hatte und umgehend die Regie übernahm. Als Maskenbildnerin an verschiedenen Theatern hatte Annie Chapman einen Beruf gefunden, der sowohl ihrer extravaganten Persönlichkeit als auch ihrem Naturtalent als pragmatische Kummerkastentante voll und ganz entsprach. Der Maskenbildnerstuhl schien ähnlich zu funktionieren wie der eines Friseurs oder eines Seelenklempners: Die Schauspieler hatten das Gefühl, sie könnten Annie alles erzählen, und sie wiederum freute sich, ihre geballte Lebensweisheit an den Mann zu bringen.

"Er hat Schluss gemacht, Annie", flüsterte Amy, zu wütend, zu schockiert, zu alles Mögliche, um auch nur Daniels Namen auszusprechen.

"Das sehe ich, Süße", erwiderte Annie, zog ihren Kunstfell-Leopardenmantel aus und schlang ihn Amy um die Schultern.

"Nein, lass mal, du frierst doch sonst", protestierte Amy und deutete mit dem Kinn auf Annies Fünfzigerjahre-Vintagekleid.

"Das halte ich schon aus, Schätzchen – ich bin deutlich besser isoliert als du mit deinem mageren Hintern. Komm, wir gehen. Und lass uns unterwegs noch einen Zwischenstopp beim Chinesen machen."

"Ich glaube kaum, dass ich was runterbringen kann", erwiderte Amy in weinerlichem Tonfall.

"Ist ja auch nicht für dich, sondern für mich&l

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