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Ein Erbe zum Verlieben von Stenglein, Nadine (eBook)

  • Verlag: Edel Elements
eBook (ePUB)

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Ein Erbe zum Verlieben

Das Leben der jungen Lehrerin Anna Nash steht von einem Tag auf den anderen Kopf: Ihre Großmutter Rose vermacht ihr ein Erbe, das es in sich hat. Nicht nur eine gigantische Villa wartet auf sie, sondern auch die Aufgabe, dort mit zehn äußerst attraktiven Männern zu wohnen. Dates und Wagnisse stehen auf dem Programm, und erst, wenn Anna ihren Traummann gefunden hat, soll das Erbe voll und ganz ihr gehören. Doch Anna ist gar nicht auf Millionen aus und von Männern hat sie eigentlich auch die Nase voll. Aber das Schicksal zwingt sie praktisch dazu, das Wagnis doch noch einzugehen. Ihr Ex-Mann setzt derweilen alles daran, Anna zu schikanieren. Zudem kreuzt ihr Kollege George permanent ihren Weg. Die schrägste, verrückteste und leidenschaftlichste Zeit ihres Lebens beginnt. Und Anna muss sich entscheiden, wem ihr Herz gehört ...

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 347
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783962151959
    Verlag: Edel Elements
    Größe: 1547 kBytes
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Ein Erbe zum Verlieben

Chaotische Verhältnisse

Der Morgen hatte bereits heimtückisch begonnen. Nicht nur, dass Anna Nash mit dem sprichwörtlich linken Fuß aus dem Bett gestiegen war, stolperte sie mit selbigem auf dem Weg ins Bad auch noch über eines von Roberts selbst gebastelten Buddelschiffen und verknackste sich dabei den Knöchel. Robert war Annas Ex-Mann, mit dem sie sieben Jahre verheiratet gewesen war, bis er sie wegen einer Jüngeren verlassen und die Scheidung eingereicht hatte. Er habe es vor allem psychisch nicht mehr mit ihr ausgehalten, sie habe ihn völlig im Stich gelassen - so seine Aussage vor Gericht. Es ärgerte Anna, dass sie ihm in puncto Scheidung nicht zuvorgekommen und früher aufgewacht war. Aber sie hatte den Mistkerl geliebt und glauben wollen, dass sich alles schon noch irgendwann und irgendwie zum Guten wenden würde. Nun war das Licht der Hoffnung erloschen, genau wie der letzte Funke ihrer Liebe für ihn. Das redete sie sich zumindest jeden Tag ein. Laut ihrer Mutter hatte sogar der schlechteste Mensch etwas Gutes in sich. Und dass Robert schlecht war, das glaubten weder ihre Mutter noch ihr Vater. Robert hatte immer gewusst, wie man den Saubermann nach außen kehrte.

Wie dem auch sei, diese Flaschen, in denen die Schiffchen vor Anker lagen, mussten endlich aus ihrem Haus verschwinden, das sich in der englischen Grafschaft Oxfordshire in der kleinen Stadt Wantage befand. An die fünfzig lagen neben einigen anderen von Roberts Sachen verstreut im Haus herum, weil er noch immer keinen Platz dafür gefunden hatte. Jedes einzelne Exemplar erinnerte sie an einsame Zeiten. Robert musste seine Ehe schon lange sattgehabt haben, wenn sie daran dachte, wie viele Stunden seiner sowieso knapp bemessenen Freizeit er im Keller ihres damaligen Hauses im nur wenige Meilen entfernten Wallingford verbracht hatte. Jetzt bewohnte er dort eine winzige Mietwohnung.

Anna band sich das lange kastanienbraune Haar zu einem Knoten am Hinterkopf zusammen, zog eine braune Jeans und eine grüne Bluse über, rief Robert an und hinterließ ihm im ruhigen Ton die Nachricht auf seiner Mobilbox, er möge seine Buddelschiffe abends abholen. Am Ende der Aufzeichnung streikte auch noch der Handyakku. Ihre Pechsträhne verfolgte sie wie ein roter Faden, der sich um sie gewickelt hatte, und er schien nicht abreißen zu wollen.

Durchnässt bis auf die Knochen erreichte sie die Schule eine Minute vor acht. Ihr kleiner roter Käfer hatte den Geist aufgegeben und sie musste einen Sprint durch die verregnete Stadt einlegen.

"Wie konntest du nur vergessen zu tanken, du Schussel?", schimpfte sie sich selbst. Roberts Hohn wäre ihr sicher gewesen, das wusste sie. Denn das war typisch seine Anna! Hektisch strich sie sich die Strähnen, die sich aus dem Haarknoten lösten, aus der Stirn und warf einen Blick in den Klassenraum. Einige Schüler beobachteten sie schmunzelnd, manche steckten tuschelnd die Köpfe zusammen. Dabei fiel ihr auf, dass Jenny fehlte. Gerade in ihren Stunden kam sie ständig zu spät, meist weil sie mit Freundinnen rauchte oder mit einem Jungen abhing. Anna wusste, sie war eindeutig zu lasch mit den jungen Leuten. Granny Rose würde sich in ihrem frischen Grab umdrehen. Ihr hatte sie versprochen, sich endlich mehr durchzusetzen. Nicht nur bei ihren Schülern, sondern allgemein, und insbesondere bei Männern, von denen sie die Nase gestrichen voll hatte. Sie liebte ihren Beruf als Kunst-, Geschichts- und Deutschlehrerin, wusste aber, dass sie über kurz oder lang auch da untergehen würde, wenn sie weiterhin das zurückhaltende graue Mäuschen war. Die meisten ihrer Kollegen waren von einem deutlich anderen Kaliber, worum Anna sie heimlich beneidete.

Sie rückte ihre Brille zurecht und atmete tief durch. Nicht verzagen, sagte sie sich, was allerdings leichter gesagt als getan war. Erst jetzt nach der Scheidung lichtete sich der Schleier vor ihren Augen, den ihr Robert über all die Jahre ihrer Ehe verpasst hatte. In dieser

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