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Ein französischer Sommer Roman von Brockmole, Jessica (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 08.08.2016
  • Verlag: Diana Verlag
eBook (ePUB)
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Ein französischer Sommer

Ein leuchtender Sommer in einer unheilvollen Zeit
1911. Die junge Clare wird nach dem Tod ihres Vaters von Schottland nach Frankreich geschickt. Allein in der Fremde findet sie Trost bei Luc, dem Sohn ihrer Gastgeber. Gemeinsam erleben sie einen unvergesslichen Sommer - bis Clare erneut aus ihrer Welt gerissen wird. Jahre vergehen, bevor sie nach Frankreich zurückkehrt. Doch der Krieg hat Lucs Leben unwiderruflich verändert. Ist die Liebe jenes Sommers stark genug, um wieder zueinanderzufinden?

Jessica Brockmole hat seit jeher eine große Leidenschaft für historische Romane. Die Idee zu ihrem Debüt, dem internationalen Bestseller Eine Liebe über dem Meer, entstand während eines langjährigen Aufenthalts in Schottland. Ein französischer Sommer ist ihr zweites Buch. Die Autorin lebt heute mit ihrem Ehemann und ihren zwei Kindern in Indiana, USA.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 416
    Erscheinungsdatum: 08.08.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641185459
    Verlag: Diana Verlag
    Originaltitel: At the Edge of Summer
    Größe: 1085 kBytes
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Ein französischer Sommer

1

Clare

1911

D ie Farben in Frankreich waren vollkommen verkehrt.

Ich war an das schottische Grau gewöhnt. Die Granitblöcke von Fairbridge, den bleiernen Himmel, den dunstigen Regen, die schnurgeraden Steinmauern, die die Felder voneinander trennten. Und Vaters stählernen Blick.

Natürlich war Schottland nicht nur grau. Im Sommer trugen die Hügel von Perthshire ein gedämpftes Grün, im Frühling waren sie mit gelbbraunem Ginster gesprenkelt und im Herbst einfach braun. Doch alles war mit Grau überzogen. Diese Farbe war mir am vertrautesten.

In letzter Zeit sah ich jedoch vor allem Schwarz. Es hing über dem Knauf der Haustür, säumte meine Taschentücher, hing als bescheidene Reihe neuer Kleider in meinem Schrank. Sechs Wochen Trauer. Sechs Wochen lang mitfühlende Blicke, blasse wächserne Lilien, flüsternde Unterredungen, was nun aus mir werden solle. Doch dann rauschte Madame Crépet ins Haus, nach Veilchen duftend und in einem Kleid, das die Farbe von Honigwaben hatte, und schickte sich an, alles zu richten. Die Hausangestellten überließen mich ihr nur allzu gerne. Sie wussten ohnehin nicht, was sie mit mir anfangen sollten. Und sobald Madame meine neuen schwarzen Kleider eingepackt hatte, brachen wir nach Frankreich auf.

Frankreich war von Anfang an zu leuchtend. Vom Blaugrün des Kanals, der bei Calais ans Ufer schwappte, über Häuser mit orangefarbenen Dächern und gelben Rapsfeldern bis hin zu einem Château, das sich weiß aus einer smaragdgrünen Wiese erhob. Ein Automobil brachte uns über eine Auffahrt von der Farbe gebrannter Siena, vorbei an golden blühenden Linden und Veilchentupfen im Gras. Madame Crépet beugte sich zu mir und sagte: "Willkommen in Mille Mots, Clare."

Die Leute, die vor dem Haus warteten, waren auch nicht anders. Zwei junge Hausmädchen, die grün geblümte Kleider statt dunkel Grobgestricktes trugen. Der Butler hatte einen herabhängenden orangefarbenen Schnurrbart. Um den Kopf der Köchin war ein Paisley-Tuch gebunden. Ich hörte das französische Stimmengewirr und fürchtete mich auf einmal, aus dem Wagen zu steigen.

Doch dann ergriff Madame Crépet meine Hand. "Dies hier ist dein Zuhause, solange du es brauchst, ma chère. " Ihre Worte ließen einen Kloß in meiner Kehle wachsen, den ich mühsam hinunterschluckte. Sie nahm die Decke vom Schoß. "Bist du bereit?"

War ich das? Ich wusste es nicht. Noch vor einer Woche war ich in Fairbridge gewesen, im selben Winkel Schottlands, wo ich die vergangenen fünfzehn Jahre verbracht hatte. Als ich mit Madame Crépet aufbrach, hatte ich an ein Abenteuer geglaubt. Ich hatte vergessen, dass artige Mädchen aus gutem Hause keine Abenteuer erleben durften.

Mein Kopf schmerzte vor lauter Farben und Licht und fremd klingenden Worten, denen meine Ohren angestrengt lauschten. Es roch nach Rosen - üppig und träge. War es nicht zu früh dafür? Ein Mann, dessen Weste blau gefleckt war wie ein Rabenei, näherte sich dem Wagen. Er lächelte breit und öffnete die Arme.

"Kann das denn die petite princesse sein? Ich weiß noch, wie du mir bis an die Knie reichtest und uns alle mit deinem Lächeln verzaubert hast." Er sprach ganz selbstverständlich Englisch, und durch seinen französischen Akzent schimmerte dann und wann ein wenig Glasgow hindurch. "Kannst du dich nicht an mich erinnern?"

Die Frage war nicht fair. Aus der Zeit, in der ich ihm bis an die Knie gereicht hatte, war mir außer dem Kinderzimmer nicht viel in Erinnerung geblieben. Ich stieg aus dem Wagen und lugte unter der Hutkrempe hervor auf den Mann. Er hatte einen weichen braunen Bart, der ihm bis über die Krawatte reichte, und seine Augen waren dunkel wie Rosinen. Vielleicht erinnerte ich mich doch an ihn.

"Sind Sie Monsieur Crépet?"

Sein Grinsen wurde breiter. "Oui !" Er ergriff meine Hände. "Willkommen in meiner Picardie, Mademoiselle." Er be

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