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Ein Haus am Kahu River Roman von Maly, Rebecca (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 28.03.2016
  • Verlag: Heyne
eBook (ePUB)
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Ein Haus am Kahu River

Neuseeland 1869: Adalie, Tochter irischer Einwanderer, flieht vor ihrem gewalttätigen Vater nach New Plymouth. Durch Zufall lernt sie die Kunsthändlerin Johanna Fitzgerald kennen. Die beiden sind sich sofort sympathisch, und Adalie hilft von nun an in Johannas Laden aus. Als Johannas Sohn Duncan eines Tages vor ihr steht, verlieben sie sich auf Anhieb ineinander. Ihr Glück scheint perfekt, als er um ihre Hand anhält. Doch ein dunkles Geheimnis der Familie droht alles zu zerstören.

Rebecca Maly, geboren 1978, arbeitete als Archäologin und Lektorin, bevor sie sich ganz der Schriftstellerei widmete. Die Kultur der Maori lernte sie bereits im Studium kennen, eine Faszination, die bis heute geblieben ist. Die Autorin kann sich nichts Schöneres vorstellen, als ferne Länder zu bereisen und deren Kultur kennen zu lernen. In ihrer Freizeit genießt sie es, lange Ausritte in der Natur zu machen oder gemütlich mit ihren Katzen daheim zu lesen. Unter ihrem realen Namen Rebekka Pax hat sie bereits erfolgreich mehrere Romane veröffentlicht.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 576
    Erscheinungsdatum: 28.03.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641130206
    Verlag: Heyne
    Größe: 1793 kBytes
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Ein Haus am Kahu River

KAPITEL 2

Amokura Hills, dreizehn Jahre zuvor

Acht Wochen war es nun her, seit sie in Christchurch angelegt hatten. Acht Wochen, in denen schrecklich viel passiert war. Drei Tage nach ihrer Ankunft auf der Südinsel Neuseelands hatten sie ihren endgültigen Bestimmungsort erreicht. Amokura Hills war nicht das, was man ihren Eltern versprochen hatte, das verstand auch die kleine Adalie sofort. Die ihnen zugewiesene Parzelle bestand aus sanftem grünem Hügelland, nicht weit vom Meer entfernt, und sah ein wenig aus wie die irische Heimat, nur ungleich steiniger und trockener. Es war Hochsommer. Als sie Dublin verließen, war der Sommer dort gerade zu Ende gegangen, und hier begann er jetzt erst. Die Erinnerung an die Überfahrt verblasste bereits vor der Unmenge an Arbeit, die vor ihnen lag.

Manus Ó Gradaigh hatte sein karges Land zähneknirschend akzeptiert und einen Platz für den Hausbau ausgewählt. Alle Siedler der Strathallan hatten es weit schlechter getroffen, als der Werber angepriesen hatte, doch ein Zurück gab es nicht. Jeder war mit dem Letzten hergekommen, was er besaß, und musste nun das Beste daraus machen.

Jede Familie war nun auf sich allein gestellt, und Manus wollte auch gar nicht mit den anderen Siedlern zusammenarbeiten.

Während die Erwachsenen Bäume fällten, entrindete Patrick die Stämme. Adalie fiel es zu, Feuerholz aufzuschichten und alle Steine, die sie bewältigen konnte, von einem nahen Feld zu entfernen, das zukünftig der Gemüsegarten werden sollte. Es war Knochenarbeit, besonders für ein kleines Mädchen, aber sie beklagte sich nicht, denn sie wusste, was geschah, wenn sie das tat. Manus war nie zu müde oder zu beschäftigt, um ihr mit einer Ohrfeige die Flausen auszutreiben.

Besonders ein Tag würde ihr für immer im Gedächtnis bleiben. Schon seit dem frühen Morgen arbeitete sie auf dem kleinen Feld. Es war brütend heiß, und der Staub machte es noch schwieriger, die Steine auf den breiten Lederstreifen zu rollen und sie damit zum Rand zu zerren. Adalies Kleid war schon völlig durchgeschwitzt. Ihr tat alles weh, und dabei war es noch nicht einmal Mittag. Niemand kümmerte sich um Adalie, die wieder und wieder mit ihrer Last vorbeizog. Heute gelang es ihr nicht, sich die Mühsal ein wenig zu erleichtern, indem sie sich in ihre Fantasie flüchtete und an die schöne Zeit auf dem Schiff dachte.

Sie konnte nicht mehr, es war einfach zu viel.

Der Boden verwandelte sich immer mehr in eine staubige Wüste, rutschte zwischen ihren Zehen hindurch und klebte an ihrer verschwitzten Haut fest.

Adalie ließ den Blick schweifen und entdeckte sogleich den nächsten Stein. Es war ein richtiger Brocken. Sie musste sich hinknien und mit beiden Händen kräftig drücken, um ihn auf das Schleppleder zu bugsieren.

Kurz sah sie zum Haus hinüber. Patrick balancierte über die Balken, um die Dachsparren zu befestigen. Ein falscher Schritt, und er würde stürzen. Aber er fiel nicht. Adalie wusste es einfach, denn Patrick war der beste Bruder der Welt und ein guter Kletterer. Daheim in Irland war er oft über die Felsen geklettert, um für sie beide leckere Eier aus den Nestern der Seevögel zu stehlen.

Zu sehen, wie Patrick sich mühte, gab auch ihr den nötigen Ansporn weiterzumachen. Also hängte sie sich das Seil über die magere Schulter und stemmte sich mit aller Kraft dagegen. Der Riemen schnitt in ihre wunde Haut, während sie sich immer wieder dagegenwarf. Endlich bewegte sich das Leder mit dem Brocken. Doch, ach, plötzlich ging alles so schnell. Der Stein ruckte vorwärts, glitt mühelos über den sandigen Boden, und weil sie sich so weit vorgelehnt hatte, verlor Adalie dabei das Gleichgewicht. Der Sturz ließ sich nicht mehr aufhalten. Mit einem lauten Ratschen riss ihr Kleid entzwei, und sie landete der Länge nach im Staub. Adalie rappelte sich auf und starrte fassungslos auf den breiten Riss, der sich quer über die Vorders

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