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Ein Himmel voller Bücher Roman Neuerscheinung 2018 von Meyerson, Amy (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 04.06.2018
  • Verlag: HarperCollins
eBook (ePUB)
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Ein Himmel voller Bücher

Eine bunte Postkarte aus Malibu, eine alte Ausgabe von Shakespeares Der Sturm und der kleine, kurz vor dem Bankrott stehende Buchladen Prospero Books in Los Angeles. Die junge Lehrerin Miranda Brooks staunt nicht schlecht über das einzigartige Vermächtnis ihres Onkels Billy. Schon immer hat er ihr Rätsel aufgegeben. Warum hat er ihrer Familie den Rücken gekehrt? Warum spricht ihre Mutter nie über ihn? Miranda folgt der Spur der Botschaften, die er für sie versteckt hat - und die sie nicht nur in die Welt der Bücher führt, sondern ihr Leben von Grund auf ändert.

Amy Meyerson unterrichtet kreatives Schreiben an der University of Southern California und hat in verschiedenen Zeitschriften veröffentlicht. 'Ein Himmel voller Bücher' ist ihr erster Roman.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 448
    Erscheinungsdatum: 04.06.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783959677288
    Verlag: HarperCollins
    Originaltitel: The Bookshop of Yesterdays
    Größe: 1456 kBytes
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Ein Himmel voller Bücher

EINS

Das letzte Mal, als mein Onkel mich besuchte, schenkte er mir einen Golden Retriever mit traurigen Augen und herzförmiger Nase. Ich hatte den Welpen nicht lange genug, um ihm einen Namen zu geben. Den einen Moment lief er noch kreuz und quer durchs Wohnzimmer und ließ mich auf die vielen Abenteuer hoffen, die wir gemeinsam erleben würden, den nächsten war er verschwunden. Genauso war es mit Onkel Billy. Eben hat er mir noch zum Abschied zugewinkt, während er im Rückwärtsgang aus der Einfahrt fuhr, dann sah ich ihn nie wieder.

Meine Mutter wollte nie einen Hund haben. Ich hatte sie angefleht und versprochen, jeden Tag mit ihm rauszugehen und sogar den Teppich zu reinigen, falls ein Malheur passierte, aber sie ließ sich nicht erweichen. Das hatte nichts mit dem Teppich oder den Schuhen zu tun, die der Hund auf dem Gewissen hatte. Und an der fehlenden Liebe lag es auch nicht. Mutter bezweifelte nicht, dass ich den Hund lieben würde. Sicher hätte sie ihn sogar selbst geliebt. Vielmehr ging es ihr bei einem Haustier, und das galt für sie in jeder Beziehung, um Verantwortung, nicht um Liebe. Ich war damals ein junger Teenager. Jungs und Freundinnen waren mir wichtiger als Taschengeld, wichtiger als Hunde und Familie. Immer wieder führten wir das gleiche Gespräch. Kein Hund. Ich wusste es.

Onkel Billy wusste es auch.

Der Hund war ein Geburtstagsgeschenk. Für meinen zwölften Geburtstag hatten meine Eltern eine Spielhalle gemietet, wo man sogar Baseballschläge üben konnte. Das war Anfang 1998 in Culver City. Wir feierten immer erst im Januar, weil ich kurz vor Silvester geboren worden bin.

Meine Freunde hatten sich hinter der Endbase versammelt und mich angefeuert, während ich noch mit dem Helm kämpfte und ängstlich den Schlagkäfig betrat. Mein Vater gab mir in letzter Minute noch ein paar Ratschläge - die Füße schulterbreit auseinanderstellen, den rechten Ellenbogen anheben -, und bestimmt hätte meine Mutter noch ihre übliche Warnung zum Besten gegeben, doch bitte vorsichtig zu sein, wenn sie nicht an den Servicetresen gegangen wäre, um zu telefonieren.

"Macht nichts, Miranda, du schaffst das", sagte mein Vater, als ich beim ersten Schlag den Ball nicht getroffen hatte. Meine Mutter kam zurück und stellte sich an seine Seite, um ihm etwas ins Ohr zu flüstern. Zum nächsten Schlag holte ich erst aus, als der Ball bereits an mir vorbeigeflogen war. "Inzwischen solltest du doch wissen, wie unzuverlässig er ist", sagte mein Vater zu meiner Mutter. Dann rief er mir zu: "Du musst besser aufpassen, Miranda!"

"Er hat versprochen, zu kommen", hörte ich meine Mutter flüstern.

"Lass uns jetzt nicht weiter darüber sprechen", gab mein Vater leise zurück.

"Er sollte nichts versprechen, was er nicht halten kann."

"Nicht jetzt, Suze."

Ich versuchte, mich darauf zu konzentrieren, den Ellenbogen richtig zu halten und die Knie so zu lockern, wie mein Vater es mir beigebracht hatte, aber ihre tonlosen Stimmen lenkten mich ab.

Es gab nur einen Menschen, der meine Eltern zum Flüstern brachte.

Ich konnte es nicht ausstehen, wenn sie über Billy sprachen, als müssten sie mich vor ihm beschützen oder von ihm fernhalten. Ich wandte mich von der Maschine ab, die mir automatisch die Bälle entgegenschleuderte, und sah meine Eltern an, die am Käfig lehnten und sich böse anfunkelten.

Ich hörte den Aufprall, bevor ich ihn merkte.

Es knallte, und dann schien meine Schulter zu explodieren. Schreiend brach ich zusammen. Zwei weitere Bälle zischten an meinem Kopf vorbei. Mein Vater brüllte, jemand solle doch das Gerät ausschalten, als er und meine Mutter auch schon in den Käfig gerannt kamen.

"Alles in Ordnung, Süße?" Meine Mutter nahm mir den Helm ab und wischte mir die verschwitzten Haare aus der Stirn. Der Schmerz hatte mir den Atem verschlagen. Keuchend lag ich auf dem kalten Betonfußboden und konnte nicht antworten. "Miranda,

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