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Ein paar Kurze 50 Kurzgeschichten von Brettschneider, Detlef (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 03.05.2016
  • Verlag: Books on Demand
eBook (ePUB)
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Ein paar Kurze

Eine bunt gemischte Sammlung von Kurzgeschichten, die teilweise vom Autor selbst erlebt wurden, meistens aber reine Fantasie-Produkte sind. Dabei werden Themen aus den verschiedensten Genres behandelt. Man findet beispielsweise unerwartete Aktivitäten in einem verlassenen Dorf neben einer vergnüglichen Beschreibung der Mangelwirtschaft in der DDR. Alte Volksmärchen werden neu interpretiert und selbst erdachte Märchen und Sagen runden dieses Thema ab. Auch der Bereich SiFi wird durch die Beschreibung von Begegnungen mit Aliens oder der Zerstörung unserer Erde abgedeckt. Fiktive Kriminalfälle kann man gleichermaßen antreffen wie einfühlsame Liebesgeschichten. Bei vielen Erzählungen wird man vom unvermuteten Schluss überrascht.

Über den Autor gibt es nicht viel zu sagen. Er ist Vater zweier Söhne, glücklich geschieden und hat in seinem Leben schon einige Berufe ausprobiert. Er schreibt teils auf Papier, teils direkt in den Computer und sagt von sich selbst: "Ich hab nichts, ich bin nichts, ich weiß nichts und ich kann nichts. Allerdings müsste ich etwas bescheidener werden".

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 284
    Erscheinungsdatum: 03.05.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783741218002
    Verlag: Books on Demand
    Größe: 293kBytes
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Ein paar Kurze

Eine Tote

Die kleine Motivkneipe war vollbesetzt. Von den Wänden blickten bärtige Recken mit erhobenen Schwertern furchterregend in den schummrigen Gastraum und neben dem Eingang stand eine mannshohe, leicht angerostete Ritterrüstung. Mittelalterliche Hellebarden und Streitäxte waren mit Ketten gesichert, damit kein Gast im Alkoholrausch auf die Idee kommen konnte, diese eventuell zu benutzen. Der Wirt, in Wams und Lederschürze gekleidet, eilte schwitzend zwischen seinem Tresen und den grob gezimmerten Tischen hin und her, um so schnell wie möglich den Durst der Anwesenden zu stillen. Manchmal rief er auch etwas Unverständliches in ein kleines Fenster hinter der Theke. Das war dann meist eine Essensbestellung, die seine Frau in der Küche geschickt umzusetzen wusste. Bierdunst mischte sich mit dem Geruch von gebratenen Zwiebeln und aus gut getarnten Lautsprechern dudelte historische Musik. In der hintersten Ecke saß ein relativ ungleiches Paar. Der Mann schien so gar nicht in dieses Milieu zu passen. Er trug einen auffälligen, dunkelgrauen Anzug mit dünnen, hellgrauen Streifen, sowie eine weinrote Krawatte und ein farblich passendes Einstecktuch. Mit beiden Händen gestikulierend redete er auf seine schlicht gekleidete Partnerin ein, welche aber energisch mit dem Kopf schüttelte: "Nein, nein, nein. Ich bin nach meiner Operation in den Ruhestand versetzt worden. Jetzt führe ich ein bürgerliches Leben und gehe jeden Tag ins Büro. Außerdem beträgt meine Kündigungsfrist drei Monate. Ich könnte gar nicht von Heut auf Morgen aufhören. Das würde sofort auffallen!". Der Mann winkte lässig ab: "Wir regeln das schon. Man wird dir Morgen einen Aufhebungsvertrag anbieten. Tut mir leid, aber wir müssen dich reaktivieren. Es steht sonst weiter niemand zur Verfügung". Er zog eine schwarz glänzende Brieftasche aus dem Jackett und rief unüberhörbar: "Herr Ober, zahlen!". Dann sagte er leise: "In so eine beschissene Kneipe gehe ich nie wieder. Das nächste Mal treffen wir uns in Dresden, im Hilton".

"Ich bin Irene Wohlgard. Doktor Irene Wohlgard. Hier ist mein Personalausweis, mein polizeiliches Führungszeugnis und das Empfehlungsschreiben von Professor Mühlhaus". Die dunkelhaarige Frau mittleren Alters legte die Dokumente auf den glatten Tisch, welcher durch eine aufgeklebte Folie das Aussehen von rauem, rissigem Holz vorgaukelte. Einer der Sicherheitsleute steckte den Ausweis in den Schlitz eines kleinen, schwarzen Kastens, an welchem kurz darauf ein Lämpchen aufleuchtete. "So, jetzt werden wir noch die Iris und die Retina Ihrer Augen registrieren. Dann können Sie hier ab sofort jeden Zugang öffnen, indem Sie eines der Augen vor die rot gekennzeichneten Scanner am Türrahmen halten".

Kommissar Riemer goss sich noch etwas Wein nach und biss in das letzte Stück Pizza Spinaci. Plötzlich wanderte sein billiges Diensthandy, getrieben vom Vibrationsalarm, quer über den Tisch und verformte fröhlich summend einen Tropfen Rotwein zu einer Wellenlinie. Der Kommissar grabschte mit seinen Wurstfingern genervt nach dem Störenfried und rief mit vollem Mund: "Falls es sich noch nicht herumgesprochen hat, ich habe jetzt Feierabend!". Die Stimme am anderen Ende klang höchst ärgerlich: "Und wenn Sie nicht innerhalb der nächsten zwanzig Minuten hier in der Dienststelle sind, werden Sie für immer Feierabend haben, weil ich Sie nämlich höchstpersönlich feuern werde! Ist das klar?". Mist, das war Kriminalhauptkommissar Hohlbach, sein Chef. Genannt Monkey-Face. Riemer putzte etwas Spinat vom Display und stopfte das Handy in die ausgebeulte Hemdtasche, in welcher sich schon sein Notizbuch und ein angekauter Kugelschreiber breit machten. Auf dem Weg zum Auto fiel ihm ein, dass er bereits eine halbe Flasche Wein getrunken hatte. Ach was, warum sollte er ausgerechnet heute Abend in eine dieser blöden Verkehrskontrollen schlittern.

Die Straßenlaternen kämpften vergeblich gegen den undurchdringlichen Nebel an. Ein

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