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Ein Sommer voller Hoffnung von Chamberlin, Holly (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 15.07.2016
  • Verlag: Bastei Lübbe AG
eBook (ePUB)
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Ein Sommer voller Hoffnung

Drei Frauen, die kaum unterschiedlicher sein könnten, und ein ereignisreicher Sommer. Gincy, Clare und Danielle haben nichts gemeinsam - außer, dass sie ihren Sommer weit entfernt von der Großstadt, auf Martha's Vineyard, verbringen wollen. Die pragmatische Gincy musste hart arbeiten, um aus ihrer Kleinstadt herauszukommen. Danielle kommt aus gutem Hause und sucht einen Ehemann, der in ihr privilegiertes Leben passt, während Clare einen letzten Hauch Unabhängigkeit genießt, bevor sie ihren ehrgeizigen Verlobten heiratet. Trotz dieser Unterschiede entsteht durch die ruhigen Strandtage und Nächte voller spannender Gespräche eine unerwartete Verbindung. Gemeinsam erleben sie einen Sommer voller Hochs und Tiefs, voller Männer und voller Hoffnung ...

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 480
    Erscheinungsdatum: 15.07.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783732531080
    Verlag: Bastei Lübbe AG
    Größe: 1548 kBytes
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Ein Sommer voller Hoffnung

Gincy

Das Dann-mal-los-Mädel

Die Krise wurde um Viertel vor fünf entdeckt. Eine Viertelstunde, bevor neunundneunzig Prozent der Angestellten aus dem Gebäude eilten, um ihre sechzehn Stunden Freizeit zu genießen.

Mein Chef, Mr. Bill Kelly, kurz Kell, war fix und fertig. Er konnte nicht gut mit Krisen umgehen. Was er gut konnte, war, Verantwortung zu delegieren.

Er stürmte mitten in unser Büro. Die wenigen Haare, die er noch hatte, sträubten sich ihm, seine karierten Hemdschöße flatterten.

"Hört zu, Leute. Wir haben ein Problem. Die Idioten im Copyshop haben unser Angebot verschludert, und wir müssen es neu zusammenstellen. Heute Abend muss es beim Drucker sein."

Ich beobachtete die vorhersagbare Reaktion meiner Kollegen.

Curran, der Chefgraphiker, schlich rückwärts aus dem Raum.

Norton, der Redakteur, fand das leere Blatt Papier, das er in der Hand hielt, plötzlich äußerst interessant.

Vera, die Verwaltungssachbearbeiterin unserer Abteilung, täuschte plötzlich bellenden Husten vor.

"Kell", keuchte sie. "Ich wünschte, ich könnte Ihnen helfen, aber ich glaube, ich bin wirklich krank. Wenn ich nicht bald nach Hause gehe und mich ins Bett lege ..."

Kell wandte sich an mich. "Gincy, Sie bleiben doch, oder?"

"Es muss gemacht werden", sagte ich und warf meinen Kollegen einen Blick voller Abscheu zu. "Dann mal los."

Das bin ich. Das Dann-mal-los-Mädel. Virginia Marie Gannon.

Mein Arbeitsethos habe ich vermutlich von meinem Vater, obwohl unsere Berufe unterschiedlicher nicht sein könnten.

Dad hat einen Eisenwarenladen geführt, so einen von den kleinen, privaten, die von Monstern wie Home Depot inzwischen größtenteils vom Markt verdrängt wurden.

Ich bin Chefredakteurin eines Monatsmagazins, das an Abonnenten eines öffentlichen Fernsehsenders hier in Boston geschickt wird.

Wenn ich es mir recht überlege, weiß ich gar nicht, ob mein Vater eine Wahl hatte, als es um den Beruf ging. Er war nicht auf dem College. Mit ungefähr zwölf hörte ich von einer Cousine das Gerücht, er hätte nicht mal die High School abgeschlossen.

Ich weiß bis heute nicht, ob das wahr ist. Ich habe Dad nie direkt danach gefragt. Ich würde ihn in Verlegenheit bringen, und obwohl meine Eltern mir nicht gerade die liebsten Menschen auf der Welt sind, behandle ich sie mit Respekt. Das macht man so. Hart arbeiten und die Eltern achten. In dieser Hinsicht bin ich eine typische Gannon. In anderer Hinsicht? Nicht so sehr.

Egal, die Arbeit wurde erledigt, und um fünf nach halb sieben verließ ich unser Büro in der Bowdoin Street.

Als ich durch die Tür des George, eines American Café, rauschte, war es kurz vor sieben. Der Laden war verlassen wie ein Friedhof.

"Wo sind denn alle?", bellte ich in den schwach beleuchteten Raum. "Hier ist ja niemand!"

Eine dunkelhaarige junge Frau ungefähr in meinem Alter trat von der Bar weg. Ich bemerkte, dass ihre Brüste so groß waren wie die von Pamela Anderson. Fast.

Wie kann man so etwas nicht bemerken?

"Äh, hallo?", sagte sie. "Wir sind hier. Ich und ... Clare, stimmt's?"

Eine zweite junge Frau, die blond war und so frisch und gesund wirkte, als käme sie direkt vom Dreh einer Seifenwerbung, die an irgendeiner Bergquelle aufgenommen wurde, glitt von einem Barhocker und stellte sich zu der ersten. Sie nickte und sah mich misstrauisch an.

Okay, vielleicht hatte sie dafür einen Grund. Bevor ich durch dieTür gestürmt war, hatte ich im Fenster rasch einen Blick auf meine Haare geworfen. Sie waren ziemlich zerzaust. Ich glaube, ich hatte morgens vergessen, sie zu kämmen.

Ich hatte jedoch nicht vergessen, sie zu waschen. Was mehr war, als ich am Tag zuvor getan hatte, denn da war ich seit vier Uhr früh auf den Beinen gewesen und hatte an einem Bericht für Kell, den Unfähigen, gearbeitet. Als ich aufblickte, war es bereits halb ne

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