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Ein Tag sagt es dem andern von Hardt, Rosalia (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 04.02.2015
  • Verlag: novum pro Verlag
eBook (ePUB)
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Ein Tag sagt es dem andern

Der erfolgreiche, egozentrische Rechtsanwalt Dr. Wender findet zwischen Geburtstagsgeschenken ein Buch mit Kurzgeschichten. Er weiß weder, wer ihm das Geschenk gemacht hat, noch wer die Autorin ist. Nachdem er zu lesen beginnt, erkennt er, dass die Geschichten alle - wenn auch etwas verfremdet - dem Inhalt nach exakt die Begebenheiten aus seinem Leben widerspiegeln. Es sind Geschichten, auf die man keineswegs stolz sein kann. Großes Unbehagen baut sich in ihm auf - wer könnte die Autorin sein? Wer legt ihm diese Geschichten wie eine Anklage vor und warum jetzt? Er beobachtet intensiv sein Umfeld, sein Verhalten verändert sich automatisch. Nach und nach kommen ihm noch viele andere Ungereimtheiten aus seinem Leben in den Sinn. Wird Dr. Wender die anonyme Autorin ausfindig machen und inwiefern verändert dieses Buch sein Leben? Rosalia Hardt wurde 1942 in Wien geboren. Ihre Natur- und Tierliebe ließ sie 1964 in Niederösterreich ein neues Zuhause finden. Seit jeher irritieren sie die Medien, wenn sie die Kriminalität in der Gesellschaft als Unterhaltungsinstrument missbrauchen. Deswegen hat sie im Ruhestand die Novelle 'Ein Tag sagt es dem anderen' geschrieben, die Gewalt ausblendet und dennoch Leser anspricht und unterhält.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 126
    Erscheinungsdatum: 04.02.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783990387030
    Verlag: novum pro Verlag
    Größe: 239 kBytes
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Ein Tag sagt es dem andern

Teil 2

Am Abend ist Dr. Wender ein wenig früher zu Hause als üblich. Nach dem Abendessen, das seine Frau wie immer, wenn sich die Chance einer gemeinsamen Mahlzeit bietet, mit besonderer Sorgfalt zubereitet und aufgetragen hat, steht er nicht sofort auf und zieht sich in sein Arbeitszimmer zurück, sondern bleibt am Tisch sitzen, trinkt mit seiner Frau ein Glas Wein und unterhält sie mit, seiner Meinung nach, köstlichen Episoden aus dem Gerichtssaal. Später versucht sie, ihren Mann zu überreden, mit ihr einen alten, guten Film, einen weithin bekannten Klassiker, im Fernsehen zu genießen. Er lehnt ab, er möchte sich noch in groben Zügen über Vorgänge einer neuen Causa informieren.

"Später komme ich vielleicht zu dir und sehe mir noch den unübertrefflichen Schluss an", meint er, während er in der dem Fernseher entgegengesetzten Ecke des geräumigen Wohnzimmers seine Unterlagen neben der Stehlampe bereitlegt und sich dort mit einem vollen Weinglas eine gemütliche Atmosphäre schafft.

Unerwartet rasch hat er sein Vorhaben zu Ende gebracht. Das Weinglas ist noch halb voll, er überlegt ... dann nimmt er das Buch zur Hand: "Steine am Fluss."

Die bedenklichen Inhalte der ersten Geschichten aus dem Buch konnten Dr. Wender bislang nicht zur Ruhe kommen lassen, aber sie ließen sich doch innerhalb gewisser Schranken beherrschen. Vor allem die zuletzt gelesene Episode, die gar nichts mit jenen kritischen Beobachtungen gemeinsam hatte, die in Stücken aus seinem eigenen Alltag herausgeschnitten und geschichtenweise manifestiert wiedererkannt wurden, machte ihn sicher, nunmehr der Aufmerksamkeit des Autors entkommen zu sein. Nichtsdestoweniger hat er nicht vergessen, unausgesetzt besondere Umsicht walten zu lassen, um nur keinen Nährboden zu bereiten für vermutliche oder tatsächliche Vorkommnisse, die man ihm in irgendeiner Form zuungunsten auslegen könnte. In dieser Gewissheit schlägt er genüsslich die Seite auf, in der das Lesezeichen steckt.

Die nächste Erzählung beschreibt das Leben zweier junger Männer, die bereits seit ihrer Schulzeit Freunde waren. Beide hatten mit Begeisterung und großem Talent die Berufsausbildung als Friseure gemeistert und später gemeinsam mit Unterstützung der Eltern ihren Traum verwirklicht: ein eigenes Geschäft. Es war ein großes Geschäft und sie sind damit ein ebensolches Risiko eingegangen. Wer & Wo-Salon nannten sie es, nach den Anfangsbuchstaben ihrer Vornamen. Werner hatte sich entschlossen die Damen zu betreuen, während Wolfgang den Herren-Salon leitete. Beide Baulichkeiten waren durch einen gemeinsamen Empfangsraum verbunden. Sie waren erfolgreich und mussten die Anzahl ihrer Mitarbeiter immer wieder aufstocken. Im Laufe der Zeit konnten sie viele prominente Persönlichkeiten zu ihren Kunden zählen.

Dr. Wender liest mit Gelassenheit. Gut, denkt er, es kann sich auch in diesem Fall mit Bestimmtheit um keine Geschichte handeln, die mit mir zu tun hat.

"Albert", ruft seine Frau, "es kommt jetzt gleich die Schlussszene, die dir immer so gefallen hat. Kommst du?"

Er unterbricht seine Lektüre gerne mit der Gewissheit, sich über deren Verlauf keine Sorgen machen zu müssen. Er legt das aufgeschlagene Buch auf die Schriftseiten neben sich, denn er beabsichtigt später weiterzulesen.

"Ja, ich komme schon."

Beide lassen sich von der ihnen bekannten Szene gefangen nehmen: Ein Paar, nicht mehr ganz jung und von den Ereignissen turbulenter Lebensumstände stumm und wunschlos gemacht, war durch berufliche Umstände gezwungen, über einen längeren Zeitraum gemeinsam an einem zeitlich begrenzten Auftrag zu arbeiten. Mehr und mehr war es ihnen dabei gelungen, auf die Ideen- und Gefühlswelt des anderen einzugehen, Rücksicht zu nehmen, ja eigenes Wollen zugunsten des anderen aufzugeben.

Das Ergebnis ihrer

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