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Ein Weihnachtswunder zum Verlieben Roman von Harris, Ali (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 12.10.2012
  • Verlag: Bastei Lübbe AG
eBook (ePUB)
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Ein Weihnachtswunder zum Verlieben

Vorweihnachtliches Treiben in London. Nur Evie und ihre Kollegen bei Hardy's - einst Synonym für Eleganz und höchste Ansprüche - drehen Däumchen. Denn das Traditionskaufhaus hat mittlerweile ebenso Staub angesetzt wie Evies Liebesleben. Als Evie erfährt, dass Hardy's an einen amerikanischen Investor verkauft werden soll, schmiedet sie einen Plan. Wenn es ihr gelingt, aus Hardy's bis zum 26. Dezember wieder eine der ersten Adressen der Stadt zu machen, dann wäre noch nicht alles verloren. Doch dazu braucht es mehr als Talent und Willen. Ein Wunder wäre nicht verkehrt ...

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 607
    Erscheinungsdatum: 12.10.2012
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783838719160
    Verlag: Bastei Lübbe AG
    Originaltitel: Miracle on Regent Street
    Größe: 1394 kBytes
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Ein Weihnachtswunder zum Verlieben

Freitag, 2. Dezember

Noch dreiundzwanzig verkaufsoffene Tage bis Weihnachten
Zehntes Kapitel

M orgen, Felix", rufe ich und halte ihm einen extrastarken Caffè Americano von Starbucks vor das Fensterchen seines Wachschalters.

Zum Glück ist Freitag, aber Felix sieht ganz und gar nicht aus, als freue er sich auf das Wochenende. Er lächelt mir matt zu und streckt die Hand nach seinem Kaffee aus. Sein Gesicht ist aschfahl vor Müdigkeit, aber wenn ich mir vorstelle, dass ich die ganze Nacht wach gewesen wäre, sähe ich jetzt vermutlich auch aus wie ausgespuckt. Jeden Morgen, wenn ich hier vorbeikomme, sitzt Felix auf seinem Posten. Er ist Mitte siebzig, und man könnte ihn wohl als ungeschliffenen Diamanten bezeichnen. Er ist schlank für sein Alter, hat durchdringende blaue Augen, strubbelige dunkelgraue Haare und einen ebensolchen Dreitagebart. Irgendwie wirkt er ein bisschen verwahrlost; wie ein Mann, dem die Frau an seiner Seite fehlt. Maisie, mit der er beinahe vierzig Jahre lang verheiratet war, ist vor knapp drei Jahren gestorben. Vor ihrem Tod hat Maisie ihm eine Liste gegeben mit den Dingen, die er tun soll, wenn sie nicht mehr da ist. Als Erstes sollte er zu seinem alten Arbeitgeber gehen und ihn um einen Job bitten. Und dann sollte er sich eine neue Partnerin suchen. Den ersten Wunsch hat Felix ihr gerne erfüllt, mir aber im Vertrauen gesagt, er sei nicht mehr der Jüngste und in seinem Alter sei es nicht so einfach, noch eine Frau zu finden. "Mich mit Frauen verabreden? In meinem Alter? Sie war ein kluges Kind, meine Maisie, aber manchmal lag sie auch daneben. Nein, der Job reicht mir - sonst brauche ich nichts."

Ich weiß, dass er nicht unbedingt als Wachmann arbeiten wollte, als er sich um eine Stelle bewarb, aber er behauptet, das sei ihm nur recht, denn er könne es ohnehin nicht ausstehen, nachts allein zuhause zu sein. Vor Maisies Tod waren die beiden keine Nacht voneinander getrennt. Kann man sich das vorstellen? Nach der Trennung von Jamie dachte ich, ich wüsste, was es heißt, die Liebe seines Lebens zu verlieren. Aber seit ich Felix kenne, frage ich mich manchmal, wie es wohl sein muss, sie zu finden .

Ich reiche ihm seinen Kaffee und weise nickend auf die Zeitung, die wie immer auf der Rätselseite aufgeschlagen vor ihm liegt. "Und, wie kommst du damit voran?", erkundige ich mich und zeige auf das Sudoku.

Worauf er kläglich den Kopf schüttelt und mit dem Kuli gegen die Zähne klopft. "Ich stecke fest, Evie. Seit einer halben Ewigkeit komme ich nicht mehr vom Fleck."

"Da geht es dir wie mir", gebe ich wehmütig zurück. "Darf ich?" Mit dem Kopf weise ich auf den Kuli, und er lächelt mich an.

"Nur zu, Mädchen", entgegnet er mit warmer Stimme und lehnt sich zurück, wobei er genüsslich an seinem Kaffee nippt.

Hoch konzentriert kaue ich auf dem Kuli herum, während ich angestrengt auf das Rätsel starre. Zahlen waren noch nie meine Stärke, aber ich mag die Gewissheit, dass jede der neun Zahlen im Sudoku ihren festen Platz hat, und wenn jede an der richtigen Stelle ist, dann ergeben sich die anderen Ziffern drumherum wie von selbst. Ich kritzele eine Sieben in die linke obere Ecke des Kastens und fülle dann rasch die fehlenden Nummern in der ersten Reihe aus.

"Bitte sehr", sage ich und gebe ihm den Kuli zurück. "Das dürfte dir ein bisschen weiterhelfen."

Felix beugt sich nach vorne und mustert mit zusammengekniffenen Augen das Rätsel, dann sieht er mich an. Anerkennend pfeift er durch die Zähne. "Du bist wirklich auf Zack."

"Schade, dass du mit dieser Meinung ganz allein dastehst", sage ich, und plötzlich fängt meine Unterlippe an zu zittern, und ehe ich michs versehe, sitze ich bei ihm im Büro und erzähle ihm die ganze Geschichte der Beförderung, die keine war. Felix schüttelt den Kopf und klopft mir beruhigend auf die Schulter, während ich mich in tiefer Enttäuschung und dem Gefühl

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