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Eine Katze namens Moon von Riebe, Brigitte (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 13.11.2012
  • Verlag: Edel Elements
eBook (ePUB)
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Eine Katze namens Moon

Warmherzig, witzig und unwiderstehlich charmant - der zauberhafte Katzenroman von Bestsellerautorin Brigitte Riebe beweist, dass die pelzigen Geschöpfe ihre ganz eigenen Geheimnisse hüten ... Moon heißt das hinreißende Tigerkätzchen, das in seiner neuen Umgebung zunächst einmal alles und jeden auf den Kopf stellt. Und am Ende zum Glücksbringer für die Familie Hirsch wird.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 310
    Erscheinungsdatum: 13.11.2012
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783955300012
    Verlag: Edel Elements
    Größe: 1105 kBytes
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Eine Katze namens Moon

D ie Nacht war eine frühsommerliche Verheißung, warm, lockend, duftgetränkt. Weit geöffnete Fenster ließen weiche Luft herein, geschwängert mit dem Blütenstaub der Gräser, dem Geruch nach feuchter Erde. Evelyn Hirsch lag in ihrem breiten Bett aus Ahornholz, erschöpft, gleichzeitig aber viel zu überdreht, um endlich wirklich in das Reich der Träume zu gleiten. Immer wenn die Müdigkeit sie zu überwältigen drohte, schreckte sie wieder hoch, als gäbe es da draußen etwas, was sie um keinen Preis der Welt einschlafen lassen wollte.

Sie mußte über sich selbst lächeln. Nichts als Hirngespinste! Früher, als ihre Großmutter Pia noch lebte, hatte im Dachboden des alten Hauses manchmal eine Schar Fledermäuse genistet, aber das war längst vorbei. Das einzige, was jetzt zu hören war, war das Flüstern des Fliederbaumes, in dem der Wind spielte, direkt unter ihnen.

Neben ihr schnarchte Christoph Hirsch, der Mann, mit dem sie seit mehr als sechzehn Jahren Herz, Bett, Kindersorgen und die vielen kleinen Nöte des Alltags teilte. Sein blasses Gesicht war gelöst im Schlaf, ohne die Knitterfältchen um Mund und Augen, die sich in den letzten Monaten fast unauffällig eingekerbt hatten; eine feuchte, rotblonde Locke klebte an seiner Stirn. Er hatte die gleichen sinnlich aufgeworfenen Lippen wie sein Sohn. Jetzt, wo sie ganz entspannt und leicht geöffnet waren, sah er beinahe wieder so unbekümmert aus, wie damals auf dem Segelboot in der Ägäis, als sie sich in einer blauen Sommerdämmerung Hals über Kopf ineinander verliebt hatten, kaum, daß die anderen an Land gegangen waren.

Ein paar gerührte Augenblicke lang kämpfte sie mit sich. Er schlief auf dem Rücken, die Arme ausgebreitet wie ein Kind, und wirkte wehrlos, beinahe unschuldig. Der resignierte Zynismus in seinen Zügen, der sie mehr als alles andere lähmte, war verschwunden. Sollte sie ihn wirklich anstupsen, damit er sich - in der Regel brummend - auf die Seite drehte und zumindest für eine Weile verstummte?

Als sein Atem jedoch unruhiger wurde und er damit begann, stetig ansteigende Knurrlaute auszustoßen, gab sie die Hoffnung, doch noch einzuschlafen, endgültig auf. Seltsamerweise konnte sie gar nicht anders. Sie mußte aus dem Bett! Leise seufzend erhob sie sich, bemüht, so wenig Geräusche wie möglich zu machen. Natürlich knarzte die Treppe trotzdem wieder, obwohl sie auf Zehenspitzen hinunter in die Küche schlich.

Im Mondlicht konnte man sehen, wie sauber alles war. Und wie abgenutzt. Helle, tausendfach geschrubbte Resopalflächen, ein grau-weiß gewürfelter Plastikboden, knallrote Holzstühle, dreifarbige Glaslampe. Die perfekte Musterküche aus den fünfziger Jahren, seltsam genug in einer renovierungsbedürftigen Jugendstilvilla, mit hellgrauen, kunststoffbeschichteten Einbauteilen, zwischen denen sich der hohe weiße Eisschrank mit integrierter Kühltruhe und die Spülmaschine wie futuristische Fremdkörper ausnahmen. Beides erst jüngere Zugeständnisse an den Partyservice Paradiso , den sie seit knapp zwei Jahren mit ihrer Freundin Maxie Malkowitch betrieb.

Seitdem hatte sie immer weniger Lust, auch noch für die Familie zu kochen. Einfallslose Schnellgerichte waren es, die sie ihr in der Regel vorsetzte. Sie wußte es selbst am besten, obwohl sich keiner je darüber beklagt hatte. Christoph schien oft nicht einmal zu bemerken, was er aß, und Fanny stopfte ohnehin kritiklos in sich hinein, was man ihr vorsetzte. Der einzige, der ihr manchmal einen erstaunten Blick aus schrägen Bernsteinaugen zuwarf und seinen Teller fast unberührt ließ, war Til, ihr Großer. Ein paar Tage lang riß sie sich dann zusammen, zauberte Nudelaufläufe, asiatische Wokgerichte mit duftigem Basmatireis oder, wenn es sie besonders hart getroffen hatte, einen Riesentopf Stifado, den die Kinder bis zum letzten Faserchen mit Brot auskratzten, weil sie ihn über alles liebten. Aber ihr Ehrgeiz erlahmte jedesmal rascher. Seitdem sie ihr Geld mit de

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