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Eine Stunde Sanduhr Roman von Ahnefeld, Peter (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 02.05.2014
  • Verlag: EDITION digital
eBook (PDF)
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Eine Stunde Sanduhr

Ein Mann steht im dunklen Wald und schaut mit einem Nachtsichtgerät einem Pärchen beim Sex im Auto zu. Er kennt die Frau, hat sie oft beobachtet, ohne zu wissen, wer sie ist. Als er sich zurückzieht, ahnt er nicht, dass die beiden sich streiten und trennen werden und die Frau dort in ihrem Auto von einem Maskierten überfallen und vergewaltigt werden wird. Drei Jahre später wird er die Frau wiedertreffen. Maria, die frühere Musterstudentin und nun niedergelassene Ärztin, hat vor sieben Jahren entgegen aller Mahnungen den Mann geheiratet, von dem sie gleich beim ersten Rendezvous schwanger geworden war. Und sie ist auch wieder schwanger geworden in der Zeit damals, in der Zeit, als sie öfter im Wald war. Sie weiß nur nicht, von wem - und sie will es auch nicht wissen, denn sie will unter allen Umständen ihre Ehe erhalten, will, dass ihre Kinder in dieser Familie glücklich sind. Aber dies erweist sich für Maria als zunehmend schwieriger und belastet sie, sowohl mental als auch körperlich. Dann wird ihr ein Mann als sehr guter Physiotherapeut empfohlen ... Es ist die Geschichte einer jungen Frau auf der Suche nach dem richtigen Weg, für sich, ihre Kinder, ihre Familie - und es ist die Geschichte vom Preis, den man manchmal dafür zu zahlen hat.

Am 4. November 1955 in Loitz im heutigen Landkreis Vorpommern-Greifswald geboren seit 1978 verheiratet, Tochter (35), Sohn (30) Nach der 10. Klasse Kfz-Schlosser-Lehre, 18 Monate Grundwehrdienst, danach Schiffbauer in Warnemünde, Polizist in Rostock und im Kernkraftwerk Lubmin, später Landmaschinenschlosser in landwirtschaftlichen Betrieben 1984 Schlossermeister 1985 - 1987 Abitur an der Abendschule 1987 - 1993 Studium an der Universität Rostock (Deutsch und Geschichte) Nach 1990 mehrere Semester Philosophie und Theologie begleitend zum Hauptstudium 1993 - 1995 Referendariat Seit 1995 Gymnasiallehrer Neben dem Beruf Latein-Studium an der Universität Rostock (Staatsexamen 2004) Momentan Lehrer für Latein, Deutsch und Geschichte am Goethe-Gymnasium Schwerin

Produktinformationen

    Format: PDF
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 571
    Erscheinungsdatum: 02.05.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783863946357
    Verlag: EDITION digital
    Größe: 1692 kBytes
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Eine Stunde Sanduhr

Du bist dann ja im Prinzip so etwas wie das Zugpferd der Mannschaft, oder? Torschützenkönig. Goldenes Tor. Ich finde den Ausdruck total toll. Goldenes Tor. Träumt man da nachts von? Henry Ercher hatte sich wieder bei ihr hingesetzt, das vierte Mal. Ricarda hatte ihn angeschleppt. Ich muss dir heute Abend wenigstens den Oberfrauenhelden von diesem Verein vorstellen, bevor du auf ihn reinfällst, hatte sie gesagt, aber ihr kennt euch ja. Er hatte nur müde gelächelt. Du warst schon mal witziger. Lass es lieber und hol mir 'ne Cola, bitte. Hab ich vergessen. Er nannte sie Ricardchen. Die gemeinsame Schulzeit, wenn auch in verschiedenen Jahrgängen, erwies sich als ein schier unerschöpfliches Thema. Sie ertappte sich dabei, dass sie immer lauter lachte. Jedenfalls schien es ihr so. Er war lustig, erzählte Grimassen schneidend Episoden, die ihr vor Lachen Tränen in die Augen trieben, und entschuldigte sich wortreich, wenn er meinte, nun auch mal wieder eine Stippvisite zu seinen Mannschaftskameraden unternehmen zu müssen. Beim dritten Mal hatte er gefragt, ob er wiederkommen soll. Sie hatte mit den Schultern gezuckt, ein gleichgültiges Gesicht gemacht. Warum nicht. Es sei doch lustig. Dann hatte sie ihn beobachtet, so unauffällig wie möglich hinübergeschaut, wenn er lärmend und lachend von einem Tisch zum anderen ging, und versucht, ihn mit Henner zu vergleichen, aber es war nicht viel zu vergleichen, nein, sie schüttelte den Kopf, wahrlich nicht, welch dummer Vergleich. Da konnte sie gucken, von welcher Seite sie wollte, er war das totale Gegenstück zu Henner, war größer, breiter, brauner, wirkte ungemein elastisch, sportlich. Wirklich schicker Kerl. Sie sah ihn kommen, quer über die Tanzfläche, sah, wie er ihr entgegenlächelte. Er hatte jedes Mal, wenn er an den Tisch gekommen war, etwas zu trinken mitgebracht. Auch diesmal balancierte er wieder ein Tablett mit exotisch aussehenden Getränken, stellte ein Glas mit vollendeter Geste vor sie ihn. Das schönste Glas der Schönsten im Saal. Oder doch eher, er lachte, am Strand. Sie stieß die Luft aus. Puh, ich habe schon drei von diesen komischen Gemischen getrunken. Irgendwie ist mir ganz schummrig. Vielleicht sollte ich ... Sie spürte den feinen Stoß im Rücken. Wie war das mit der Sau? Ergeben griff sie zum Glas, nippte daran. Dann beugte sie sich zu ihm hinüber. Das Lied gefällt mir. Wollen wir ...? Sie wies mit dem Kopf Richtung Tanzfläche. Er tanzte herrlich. Sie lehnte sich zurück, schaute ihn an. Lassen wir die Schule. Erzähl mir was von dir. So jetzt, meine ich. Was machst du? Fußball spielen ... arbeiten ... feiern, er lachte, Fußball spielen ... arbeiten ... feiern, na ja, und manchmal mit schönen Frauen tanzen. Er zog sie ein wenig dichter. Und ansonsten? Sieh mal da rüber. Da müsstest du auch einige von kennen. Siehst? Ja, und mit denen ... Sie hatte die Augen soweit geschlossen, dass sie durch die Wimpern hindurch das Licht der vielen Leuchten als unzählige farbige Strahlen sehen konnte, und bemühte sich zu verstehen, was an dem einen Tor so wichtig und an dem anderen so unwichtig gewesen war und warum wer ... Sein Kopf war dicht, ganz dicht. Seine Stimme. Sie lauschte. Wie Henner, die Stimme, so dunkel, gleichmäßig. Sie nickte, sie ihn kurz an. Doch. Hatte sie verstanden, ja, ja, klar. Die Musik wurde langsamer. Den noch, den mag ich, den einen noch. Ja? Katt Stevens. Morning has broken. Sie schloss die Augen, summte mit. Der Druck seiner Hand auf ihrem Rücken, seinen Atem an ihrem Ohr. Ein Frauenheld. Ihr Tag. Morning has broken - das konnte ich auch mal. Sie nahm den Kopf zurück. Wie - konntest du auch mal? Er zog eine Schulter hoch, hielt den Kopf schräg. Gitarre. Ein paar Lieder hatte ich drauf. Das habe ich früher gerne gemacht. Eine Zeit lang war ich auch mal in einer Band, allerdings als Schlagzeuger. Cool. Das wäre mal was. Was wäre was? Sie hörte auf zu tanzen. Sieh dich mal um. Sie waren allein auf der Tanzfläche.

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