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Elche im Apfelbaum Roman von Holmström, Linnea (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 12.02.2015
  • Verlag: Bastei Lübbe
eBook (ePUB)
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Elche im Apfelbaum

Im idyllischen Örtchen Norrfällsviken an der schwedischen Ostseeküste betreibt Liv ein kleines Café direkt am Meer. Nebenbei muss sie drei Kinder und einen kranken Vater versorgen. Und dann kommt auch noch Björn Bjerking, dieser eingebildete Typ aus Stockholm, ins Dorf und fährt sie einfach über den Haufen! Liv landet im Krankenhaus und weiß keinen anderen Ausweg, als Björn ihren Haushalt und die Kinder anzuvertrauen. Leider hat dieser von Kochen und Putzen keine Ahnung, und Kinder kann er sowieso nicht ausstehen - bis er den dreijährigen Nils kennenlernt -

Ein Roman wie ein Urlaub in Schweden - mit leckeren schwedischen Backrezepten

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 302
    Erscheinungsdatum: 12.02.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783838759333
    Verlag: Bastei Lübbe
    Größe: 1796 kBytes
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Elche im Apfelbaum

- 1 -

D as ist nicht dein Ernst!"

Frederika Nyström zog die Augenbrauen hoch. "Das ist mein voller Ernst", versicherte sie.

Björn starrte seine Agentin fassungslos an und tippte sich gegen die Stirn. "Ich gehe nicht in die Wildnis. Nicht mal für einen Tag, geschweige denn für mehrere Wochen."

Frederika lächelte. Es war dieses Lächeln, von dem Björn wusste, dass es keine Kompromissbereitschaft signalisierte, sondern feste Entschlossenheit.

Nun gut, er war ebenso fest entschlossen, sich nicht auf diese dämliche Idee einzulassen.

"Denk darüber nach", schlug Frederika vor. "So wild ist die Wildnis dort auch wieder nicht. Es gibt durchaus so etwas wie Zivilisation." Sie grinste.

Von mir aus, dachte Björn, ich komme trotzdem nicht mit. Gleichzeitig war er neugierig. "Was ist das für ein Haus?", fragte er. "Und wo genau ist es überhaupt?"

"Mein Elternhaus", erwiderte sie knapp. "In Ångermanland. Norrfällsviken, um genau zu sein."

Irrte er sich, oder schwang da ein ganz besonderer Ton in ihrer Stimme mit? So etwas wie Sehnsucht? Okay, dann sollte sie eben dort hinfahren. Aber ohne ihn.

"Am Arsch der Welt!" Björn nickte grimmig. "Was soll ich da?"

"Die Landschaft ist dramatisch schön", sagte Frederika. "Das Haus liegt abgelegen, du hast dort alle Ruhe zum Schreiben."

"Hast du dir schon mal Gedanken darüber gemacht, dass Ruhe eher kontraproduktiv sein könnte? Ich bin ein Stadtmensch, ich brauche den Trubel, ich brauche Menschen um mich, damit ich arbeiten kann", behauptete Björn.

"Davon habe ich bisher nichts bemerkt", konterte Frederika. "Du hast einen Vertrag zu erfüllen, der Abgabetermin ist längst überschritten, und lange gelingt es mir nicht mehr, den Verlag hinzuhalten. Die wollen entweder ein Manuskript oder den Vorschuss zurück."

"Na und? Dann zahle ich den beschissenen Vorschuss eben zurück", erwiderte Björn ungerührt, wandte ihr den Rücken zu und trat ans Fenster.

Obwohl Björn in den letzten Jahren nichts mehr geschrieben hatte, verdiente er noch ganz gut an seinen Tantiemen. Er wohnte in einem der Prachtbauten am Strandvägen, der exklusivsten Adresse Stockholms, mit wundervollem Blick aufs Wasser. Durchs Fenster konnte er einen der großen Ausflugsdampfer sehen, der gerade gemächlich vorbeizog. Er wartete darauf, dass Frederika in seinem Rücken etwas sagte oder, besser noch, dass sie sich einfach verabschiedete.

Sein Handy klingelte. Er griff in die Tasche seiner Jeans, zog es hervor und warf einen Blick auf das Display: Mia, seine derzeitige Affäre, die sich allmählich als ziemlich lästig entpuppte.

Als er das Gespräch nicht annahm, schickte sie ihm gleich darauf eine SMS: Muss dich unbedingt sehen!

Er runzelte entnervt die Stirn. Er wollte Mia schon seit Wochen loswerden. Eigentlich sollte ein kurzer Anruf oder besser noch eine SMS genügen, um die Sache zu erledigen. Wenn Mia nur nicht so unberechenbar wäre! Sie glänzte nicht durch besondere Intelligenz, aber sie war eine absolute Dramaqueen, die sich meisterhaft auf tränenreiche Szenen verstand, und er traute ihr durchaus zu, dass sie dafür einen Moment in der Öffentlichkeit wählen würde, wenn sie sicher sein konnte, dass die Presse anwesend war.

Vielleicht war dieses Norrfällsviken doch keine so schlechte Idee. Einfach ein bisschen am Wasser chillen, sich ausruhen und vielleicht, ja vielleicht tatsächlich mal wieder etwas schreiben. Und wenn es nur die SMS an Mia war, in der er mit ihr Schluss machte.

Ein schlechtes Gewissen hatte er dabei nicht. Für ihn war Mia nicht mehr als eine Affäre, genau wie die vielen Frauen vor ihr, und daraus machte er auch keinen Hehl. Aber irgendwie schien Mia zu glauben, dass sie ein Paar waren, und das verkündete sie auch bei jeder sich bietenden Gelegenheit. Sie klammerte, tauchte immer wieder bei ihm auf und brach bei jeder ruppigen Bemerkung in Tränen aus.

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