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Elisabeth (vollständige Ausgabe) von Nathusius, Marie (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 16.03.2016
  • Verlag: Books on Demand
eBook (ePUB)
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Elisabeth

Marie Nathusius (10.3.1817 - 22.12.1857) war eine volkstümliche Erzählerin und eine der erfolgreichsten Unterhaltungs- und Jugendschriftstellerinnen ihrer Zeit. Marie Nathusius (10.3.1817 - 22.12.1857) war eine volkstümliche Erzählerin und eine der erfolgreichsten Unterhaltungs- und Jugendschriftstellerinnen ihrer Zeit.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 593
    Erscheinungsdatum: 16.03.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783837054477
    Verlag: Books on Demand
    Größe: 908kBytes
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Elisabeth

Des Großvaters Bruder

Ich weiß gar nicht, warum gerade ich heiraten soll! sagte Herr Karl von Budmar ärgerlich und ging dabei heftig im Zimmer auf und ab. Friedrich, sein jüngerer Bruder, saß im Sofa und trommelte mit den Fingern auf die Lehne. Warum gerade ich, - fuhr der ältere wieder fort: das Leben ist schon voller Mühe und Sorge, und nun dazu diese Unannehmlichkeit.

Er blieb jetzt fragend vor dem Bruder stehen. Die Sache ist ganz einfach, entgegnete dieser lächelnd, Du sollst heiraten, weil Du Dich verlobt hast.

Ja, das war der Fehler! sagte Karl lebhaft, es ist unbegreiflich, wie ich dazu gekommen bin. - Lieber Fritz, ich bin sehr unglücklich! setzte er mit einem tiefen Seufzer hinzu.

Was ist denn wieder vorgefallen? fragte der Bruder jetzt teilnehmend. Vorgefallen ist gar nichts, fuhr der Bräutigam auf, es ist nur ein Factum da, eine Tatsache mit ihren unvermeidlichen Folgen. Heute komme ich hin, - ich versäume keinen Morgen, mich nach dem Befinden meiner Braut und dem Befinden meiner Schwiegermutter zu erkundigen, - heute nimmt mich die Schwiegermutter schon auf dem Flur in Empfang und flüstert: Morgen ist Charlottchens Geburtstag, es ist Ihnen wohl lieb, das zu wissen. - Ich frage Dich nun, Fritz, warum mir das lieb sein soll?

Du wirst Dich doch freuen, dass Deine Braut geboren ist, entgegnete dieser lachend.

Ja, freuen, - das ist ganz gut, seufzte Karl, seit heute Morgen aber zerbreche ich mir den Kopf, was ich morgen anfangen soll.

Du sollst ihr etwas schenken, das ist wieder ganz einfach, war des Bruders Antwort.

Das weiß ich auch, nahm Karl eifrig das Wort, nun aber stürmen Fragen und Bedenken auf mich ein, die Frage ist: soll ich etwas Nützliches oder etwas Überflüssiges schenken. Das letzte ist gegen meine Grundsätze, und wenn ich mich auch darüber hinwegsetze, was die Kaffee-Gesellschaft den Nachmittag zu meiner Bräutigams-Gabe sagt, ob sie mich poetisch, oder prosaisch, oder splendide, oder geizig nennt, was mich doch wieder im Grunde in eine unangenehme Aufregung versetzt, - kurz und gut, wenn ich mich auch über alles hinwegsetzen wollte, so bin ich heute Abend eben so weit als heute Morgen, ich habe kein Geschenk, ja es ist mir nicht einmal eine annähernde Idee von etwas Passendem gekommen; ich bin überzeugt, der morgende Tag kommt heran und ich weiß noch nichts. Ich sage Dir, seitdem ich verlobt bin, stürzen mich so ähnliche Vorfälle von einer fieberhaften Aufregung in die andere, ich kann gar keinen klaren Gedanken mehr fassen, außer dem einen: wenn ich nur nicht verlobt wäre!

Das wird alles aufhören, wenn Du verheiratet bist, tröstete Fritz.

Nein, Fritz, das wird nicht aufhören, versicherte Karl, man wird immer größere Ansprüche an mich machen. Wenn meine Schwiegermama erzählt von ihrem Mann selig, von seinen liebenswürdigen Eigenschaften, von der glücklichen Ehe, die sie geführt, dann wird mir angst und bange, denn alle diese liebenswürdigen rücksichtvollen Eigenschaften gehen mir ab, und ich sehe meine Zukunft deutlich vor Augen, ich werde mich fortwährend in einer entsetzlichen Spannung befinden, um nur herauszustudieren, wie ein glücklicher Ehemann sich betragen muss, und das halten meine Nerven nicht aus.

Du willst aber Charlottchen und nicht ihre Mutter heiraten, nahm der Bruder wieder das Wort, und Charlottchen ist das anspruchsloseste, einfachste Mädchen, was ich kenne.

Ja, ja, unterbrach ihn Karl, das weiß ich, aber ich verstehe nicht mit Frauenzimmern umzugehen, und - Fritz, setzte er kopfschüttelnd hinzu, Du musst zugeben, es ist doch ein wunderliches Volk.

Fritz sah sehr spaßhaft aus, aber er nahm sich zusammen und fragte ernsthaft: Wie meinst Du das?

Zum Beispiel, begann der Gefragte eifrig, gestern war ich den ganzen Nachmittag drüben, wir haben uns wohl zwei Stunden schön unterhalten, ich habe erzählt, sie haben zugehört, wie es sich gehört. Die Frauenzimmer begriffen vollst

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