text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Emma Roman (Reclam Taschenbuch) von Austen, Jane (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 04.02.2016
  • Verlag: Reclam Verlag
eBook (ePUB)
7,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Emma

Emma Woodhouse, Anfang Zwanzig, führt den Haushalt ihres gesundheitlich angeschlagenen Vaters. Etwas zu selbstbewusst und altklug hat sie für das Leben anderer immer ein passendes Rezept parat. Das führt zu Missverständnissen und Liebeskummer. Doch Emma hat genug Humor, um über sich selbst zu lachen. Nicht zuletzt deshalb lösen sich die Verwirrungen und Verwicklungen und alles findet eine gutes Ende. Jane Austen (16. 12. 1775 Steventon - 18. 7. 1817 Winchester) gehört zu den bedeutendsten britischen Schriftstellerinnen aller Zeiten, die ihre Romane anonym unter dem Titel 'by a lady' veröffentlichte. Austens Hauptwerke wie 'Stolz und Vorurteil' und 'Emma' zählen zu den Klassikern der englischen Literatur. Im Mittelpunkt ihres literarischen Werks steht vielfach die Zerrissenheit junger Damen des gehobenen ländlichen Bürgertums, die zwischen den Erwartungen des Adels und ihrer eigenen Vorstellung von Glück stehen. Die Übersetzer: Christian Grawe, 1935 geboren, hat Germanistik, Philosophie und Geschichte studiert und war bis zu seiner Emeritierung Professor für deutsche Literatur an der University of Melbourne (Australien). Zusammen mit seiner Frau Ursula Grawe hat er die Romane, Romanfragmente und Briefe Jane Austens zum erstenmal vollständig ins Deutsche übersetzt. Bei Reclam hat er zudem zahlreiche Editionen und Interpretationen von Werken der deutschen und englischen Literatur herausgegeben.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 600
    Erscheinungsdatum: 04.02.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783159609751
    Verlag: Reclam Verlag
    Originaltitel: Emma
    Größe: 1780 kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Emma

Kapitel 1

Schön, aufgeweckt und reich, bei einem sorgenfreien Zuhause und einem glücklichen Naturell war Emma Woodhouse offenbar mit einigen der erfreulichsten Vorzüge des Daseins gesegnet und hatte beinahe einundzwanzig Jahre fast ohne jeden Anlass zu Kummer und Verdruss auf dieser Welt verbracht.

Sie war die jüngere von zwei Töchtern eines höchst zärtlichen und nachsichtigen Vaters und durch die Heirat ihrer Schwester schon recht früh Herrin seines Hauses geworden. Ihre Mutter war schon zu lange tot, als dass sich für Emma mit der Erinnerung an sie mehr als unbestimmte Vorstellungen von Zärtlichkeit verbunden hätten, und ihren Platz hatte eine ausgezeichnete Erzieherin eingenommen, deren liebende Zuneigung der einer Mutter kaum nachstand.

Sechzehn Jahre hatte Miss Taylor in Mr. Woodhouses Familie mehr als Freundin denn als Erzieherin verbracht und zu beiden Töchtern, besonders aber zu Emma ein enges Verhältnis gehabt. Zwischen ihnen herrschte eher die Vertrautheit von Schwestern. Schon lange bevor Miss Taylor aufgehört hatte, ihr Amt als Erzieherin auszuüben, hatte sie in ihrer Nachsicht Emma fast immer gewähren lassen, und da auch der bloße Schatten von Autorität längst verschwunden war, lebten sie als unzertrennliche Freundinnen miteinander, wobei Emma tat, was sie wollte: Zwar schätzte sie Miss Taylors Urteil sehr, aber sie folgte im Wesentlichen ihrem eigenen.

Das eigentliche Problem bestand deshalb darin, dass Emma zu leicht ihren Willen bekam und dazu neigte, eher zu viel von sich zu halten. Hier lauerten Gefahren, die ihrem ungetrübten Dasein drohten. Vorläufig allerdings war sie sich ihrer so wenig bewusst, dass sie sie durchaus nicht als Verhängnis empfand.

Und doch stand ihr Kummer bevor, gelinder Kummer allerdings und keineswegs in Gestalt von unliebsamer Selbsterkenntnis. Miss Taylor heiratete. Der Abschied von Miss Taylor brachte Emma den ersten seelischen Schmerz. Am Hochzeitstag ihrer geliebten Freundin hing sie zum ersten Mal längere Zeit trüben Gedanken nach. Die Feier war vorüber, das Brautpaar fort, und ihr Vater und sie mussten sich allein und ohne Aussicht auf Gesellschaft, die ihnen den langen Abend verkürzen half, zum Dinner 1 niedersetzen. Ihr Vater legte sich wie üblich nach dem Essen hin, und ihr blieb nichts übrig, als dazusitzen und über ihren Verlust nachzudenken.

Ihrer Freundin versprach die Heirat alle Aussicht auf dauerhaftes Glück. Mr. Weston war ein Mann von vortrefflichem Charakter, beträchtlichem Vermögen, passendem Alter und angenehmen Umgangsformen, und es lag ein gewisser Trost darin, dass sie aus Freundschaft die Partie uneigennützig und großzügig immer selbst gewünscht und gefördert hatte; aber leicht fiel es ihr nicht. Tagtäglich und von morgens bis abends würde ihnen Miss Taylor fehlen. Sie rief sich ihre Herzlichkeit ins Gedächtnis zurück, die Herzlichkeit und Zuneigung von sechzehn Jahren: wie sie sie seit ihrem fünften Lebensjahr unterrichtet und mit ihr gespielt hatte; wie sie alles getan hatte, um sie anzuregen und zu unterhalten, wenn sie gesund war, und sie bei den verschiedenen Kinderkrankheiten gepflegt hatte. Sie war ihr zu großem Dank verpflichtet, aber das Beisammensein der letzten sieben Jahre, der Umgang auf gleichem Fuß und das völlige gegenseitige Vertrauen, das sich eingestellt hatte, als sie nach Isabellas Heirat noch mehr aufeinander angewiesen waren, war ihr in der Erinnerung noch teurer und lieber. Sie war eine Freundin und Gefährtin gewesen, wie nur wenige sie besaßen, lebensklug, gebildet, unentbehrlich, gleichmäßig freundlich, mit allen Familienangelegenheiten vertraut, an allen familiären Problemen interessiert und besonders an ihr , an all ihren Vergnügungen und Plänen. Mit ihr konnte sie alles besprechen, was ihr in den Sinn kam, und Miss Taylor liebte sie zu sehr, als dass sie an ihr je

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen

    HOFER life eBooks: Die perfekte App zum Lesen von eBooks.

    Hier findest du alle deine eBooks und viele praktische Lesefunktionen.