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Eva muss unters Kopftuch Abenteuerliche Erlebnisse von Brennhausen, Evelyn (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 13.09.2016
  • Verlag: Books on Demand
eBook (ePUB)
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Eva muss unters Kopftuch

Plötzlich verändert ein Anruf Evas geplanten Lebensweg! Die Firma schickt ihren Freund Peter für drei Jahre in die Fremde. Soll sie mitgehen? Doch Eva ist neugierig, gibt ihren Beruf auf und stürzt sich mit Peter in die verheißungsvolle Herausforderung. Freunde und Familie warnen und Evas Mutter ruft: Dort musst du ein Kopftuch tragen! Muss sie wirklich ein Kopftuch tragen? Überall? Auch im Restaurant, beim Schwimmen und beim Skifahren? Es ist Gesetz und Schutz, sagen die Einheimischen, deren Gastfreundschaft sprichwörtlich ist! Aber was will dann der Aktentaschenmann von ihr? Und warum wird sie verhaftet? Eva begegnen wundersame Riten und Bräuche, wie eine Hochzeitsplanung, in der sich die traditionell erzogene Tochter behauptet. Wird sie sich für den ausgesuchten Mann entscheiden? Können Türme wirklich tanzen? So wie Eva auf den unzähligen Partys, wo Sepp immer rohe Eier bestellt und selbstgemachter Traubensaft aus einer Wäscheschleuder die Sinne vernebelt. Eva besucht antike Stätten, eigentümliche Lehmbauten und grandiose Gotteshäuser, deren bunte Farbenpracht noch heute faszinieren. Sie erlebt ein Land, in der alte Traditionen tief verwurzelt sind und religiöse Gesetze streng gehandhabt werden. Schafft es Eva, sich dem fremdartigen Leben anzupassen? Und auch glücklich zu sein?

Evelyn Brennhausen hat mit ihrem Mann zwanzig Jahre im Mittleren Osten und in Asien gelebt. Die Erlebnisse ihres ersten Auslandsaufenthalts hat sie spannend und voller Emotionen in ein Buch verfasst. Zum Schutz der Privatsphäre hat sie die Namen aller Personen geändert. Heute lebt das Ehepaar am Bodensee.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 336
    Erscheinungsdatum: 13.09.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783741296871
    Verlag: Books on Demand
    Größe: 843kBytes
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Eva muss unters Kopftuch

8. Grenzüberschreitung

M ittlerweile hatten wir unsere Reiseflughöhe erreicht. Es klirrte und klapperte, die Getränke und das Abendessen wurden serviert. Noch saß ich ruhig in meinem Sitz, aber mit jeder zurückgelegten Meile wurde ich aufgeregter. Nicht, weil ich unserem alten Leben für einige Zeit den Rücken kehrte, nein, weil ich bald die unbekannte Welt kennenlernen würde. Bis zu unserem Abflug hatte ich eine ganze Menge darüber erfahren und gelesen. Doch es hautnah zu erleben und eintauchen zu können, ist etwas ganz anderes. Es ist wie Brausepulver im Glas, perlend und prickelnd.

Perlend wie unser Sekt, der vor uns stand. Es war unser zweites Glas. Glück und gutes Gelingen hatten wir uns beim Zuprosten gewünscht und ihn genüsslich getrunken. Dieser Sekt würde wohl auf unbestimmte Zeit unser letzter Alkohol sein.

In diesem Moment war ich ganz besonders froh, dass wir mit einer deutschen Fluggesellschaft flogen. Nicht nur wegen des Sekts, sondern vor allem wegen westlicher Gepflogenheiten. In einer iranischen Maschine hätte ich mich, wie alle anderen Frauen auch, den gesamten Flug über verhüllen müssen. Alkohol hätte es ohnehin nicht gegeben. So konnte ich den Sekt und den Flug 'oben ohne' genießen. Ganz uneingeschränkt!

Neugierig schaute ich mich in der Kabine um. An Bord waren nur wenige Europäer. Die meisten waren Iraner und Iranerinnen und zu meiner Verwunderung hatten sich viele der iranischen Frauen nicht verhüllt. Den iranischen Männern schien das gleichgültig zu sein.

Aber drei Reihen weiter vor mir trug eine Frau den schwarzen Tschador. Dieses große Tuch, das den gesamten Körper von Kopf bis Fuß umhüllt und nur das Gesicht freilässt. Ich hatte gelesen, dass besonders strenggläubige Frauen den Tschador tragen. Ihre zwei Kinder, sie waren im Teenageralter, trugen nur das Kopftuch. Sie kümmerte sich rührend um sie, dabei hielt sie dieses schwarze Laken mit einer Hand fest, damit es ihr nicht vom Kopf rutscht. Trotzdem sah ich, dass sie darunter noch ein Kopftuch trug.

Manche der iranischen Frauen trugen Make-up und hatten ihr Haar locker mit einem Kopftuch bedeckt, aber es lag weit hinten auf den hochtoupierten Haaren. War es Absicht oder nur verrutscht? Auf jeden Fall sah es irgendwie gut aus.

Das Kopftuchtragen wird eine neue Erfahrung für mich werden. Ob ich es ertragen kann? Aber was bleibt mir übrig? Wenn alle es tun, wird es leichter. Kopftuch verbindet! Ich werde ein Teil der Masse. Außerdem haben die Frauen ja keine andere Wahl. Und die Männer? Die machen die Gesetze und die dürfen ohne Kopfbedeckung durchs Leben gehen. Meine Gedanken wurden plötzlich von einer Durchsage unterbrochen.

"Meine Damen und Herren, wir haben noch eine wichtige Information für unsere weiblichen Fluggäste. Eine Verordnung der iranischen Regierung schreibt vor, dass alle Frauen und Mädchen eine Kopfbedeckung tragen müssen. In Ihrem eigenen Interesse bitten wir Sie daher, das Flugzeug in Teheran nicht ohne Kopftuch zu verlassen. Vielen Dank."

"Was ist denn nun los?", fragte ich Peter, als ich danach ein quirliges Treiben beobachtete.

"Warte nur ab!" sagte er.

Plötzlich verschwanden die iranischen Frauen in den Toiletten oder warteten geduldig davor, bis sie dran waren. Als die ersten wieder zu ihrem Platz zurückgingen, wusste ich, was Sache war. Diese Frauen sahen total anders aus und ich fragte mich, ob es dieselben waren!?

"Das gibt's nicht. Schau doch, sie haben sich abgeschminkt.", flüsterte ich zu Peter. "Make-up, Wimperntusche, Lippenstift, alles ist verschwunden!"

Jetzt war das Kopftuch vorschriftsmäßig umgebunden, wie auf meinem Passbild. Was mich aber am meisten erstaunte, war, dass sich nicht nur ihr Äußeres verwandelt hatte, sondern die ganze Person. Körperhaltung, Gesichtsausdruck und der Blick waren wie ausgewechselt. Was vorher stolz, aufrecht und selbstbewusst erschien, war zusammengeschmolzen. Übrig

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