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Exil Ibiza Roman von Barski, Klaus (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 31.05.2018
  • Verlag: Solibro Verlag
eBook (ePUB)
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Exil Ibiza

Der selbständige Werbefachmann Bernd Kleiner verliert Mitte der 70er Jahre nicht nur den besten Kunden sondern auch seine Ehefrau. Um wieder voranzukommen, überfällt er für eine ominöse Organisation einen Pfandleiher, der dabei aber leider schwer verletzt wird. Obwohl nur 40.000 DM erbeutet wurden, spricht man in der Presse von einem Millionenraub. Verfolgt von Polizei und der Organisation, mit der er die Millionenbeute teilen soll, flüchtet er nach Ibiza und nennt sich fortan Ben Benjamin. Er genießt das Leben zwischen Residenten, Steuerflüchtlingen, Touristinnen und Neureichen und wähnt sich in Sicherheit. Doch wie viele Residenten mit ein bisschen Geld, bekommt er es auch noch mit der Insel-Mafia zu tun. Doch viel entscheidender ist für Ben die Frage: Wird er von seiner deutschen Vergangenheit eingeholt werden? Der Autor, Immobilienspekulant und (Erfahrungs-)Millionär Klaus Barski lebte sechs Jahre als Aussteiger auf Ibiza. Sein abenteuerlicher Insiderroman spielt in der Residentenszene. Er ist aber nicht nur unterhaltsam und spannend, sondern auch informativ. Denn Barski hat viele seiner eigenen Erfahrungen und Erlebnisse auf dem Weg durch sein erfolgsverwöhntes Leben in die Story einfließen lassen. Ein Muss für Ibiza-Insider und Neuaussteiger. Klaus Barski, einer der von ganz unten kommt (Arbeiterfamilie, keine Schulbildung, Arbeitsbeginn mit 13 Jahren ...), schaffte mit harter Arbeit und gesundem Geschäftsinstinkt den Aufstieg vom Volksschüler und Sozialhilfeempfänger zum millionenschweren Immobilienkaufmann und Schriftsteller. In all seinen Romanen schildert er mitreißend, schonungslos und doch immer mit einem selbstironischen Augenzwinkern knallharte, oftmals abenteuerliche Erfahrungen, wie sie ihm auch auf seinem Lebensweg in ähnlicher Weise widerfahren sind. Klaus Barski ist dementsprechend natürlich kein Leisetreter. Gerne erzeugt der Werbeprofi Aufsehen. So als er anlässlich der Veröffentlichung seines Romans 'Der deutsche Konsul' medienwirksam echte und gefälschte Dollars aus dem Fenster warf. Oder als er mit Luxuslimousine im Frankfurter Café Schwille aufkreuzte, um einen Ozelot an einer Eisenkette auszuführen - Klaus Barski: eben ein echter (Erfahrungs-)Millionär mit Tick und Charme.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 192
    Erscheinungsdatum: 31.05.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783960790525
    Verlag: Solibro Verlag
    Serie: cabrio
    Größe: 524 kBytes
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Exil Ibiza

Bernd Kleiner kaufte den 220 SB für sechstausend Mark. Eigentlich wollte der Besitzer neuntausend. Als Bernd ihn aber bei der Rundumkontrolle bat, die Motorhaube zu öffnen, und routinemäßig den Ölstab rauszog, war der milchig, schleimig. Der junge Mann gab zu, daß der Motorblock einen Riß hatte und Wasser zog.

Bernd Kleiner kaufte den sechzehn Jahre alten Mercedes trotzdem. Schließlich handelte es sich um ein altes, fünfsitziges Cabrio, und der Preis war günstig genug bei den zu erwartenden Reparaturkosten. Im Fachhandel warnte man ihn vor Druckproblemen, es wäre leichtsinnig, einen neuen Block einzubauen. So suchte er auf Autofriedhöfen herum und erwarb dort für ein paar hundert Mark das passende, alte Ersatzteil. Für insgesamt zweitausend Mark machte er die Schleuder wieder fahrbereit: ein cooler, silberner Dampfer mit rissigem Leder, gecracktem Holzfurnier, schlechtem Lack. Aber mit dem geilen Stern vorne drauf!

Die Heizung war defekt. Für jemanden, der zum Mittelmeer wollte, war das kein Thema.

Nach der Weitervermietung seiner Wohnung packte er zwei Koffer, einen Seesack und sein Metzler-Schlauchboot mit Zubehör, rief morgens ein Taxi und fuhr mit dem ganzen Krempel zur Werkstatt. Er stopfte alles in seinen Wagen und startete direkt von dort aus in Richtung Spanien.

Es war März und kalt. Er schaltete das vergammelte Radio auf AFN. Die hatten immer gute Musik. Gerade lief "Stairway To Heaven" von Led Zeppelin: "And a new day will dawn ... And the forests will echo with laughter."

Vollgetankt rauf auf die Autobahn, Kleiner mit schwarzer Sonnenbrille, blödsinniger Prinz-Heinrich-Mütze und dem schmalen Oberlippenbart, den er noch stehen ließ. Er ging auf Nummer sicher.

"And it makes me wonder", dröhnte der Refrain.

Er fühlte sich schwach, am Ende. Er, der immer der Größte, der Geilste, der Erfolgreichste sein wollte, hatte Scheiße gebaut. Einen Menschen kaputt-, sich kaputtgemacht. Nun war er auf der Flucht. War nur noch eine Frage der Zeit, bis sie ihn kriegten.

Vor Jahren, am SPD-Wahlstand, war er auf Ronski getroffen. Bei der Demonstration. Diesen korrupten Parteischergen, der Baudezernent werden wollte.

Trotz der langen Zeit hatte Ronski Kleiner jetzt wiedererkannt. Wußte nicht mehr seinen Namen, aber daß er zu den Sympathisanten der Organisation gehörte. Die Polizei war bestimmt schon auf seiner Spur.

Sein Alter - zum Glück erlebte seine Mutter das nicht mehr - würde sicherlich triumphieren. Recht hatte er, als er damals sagte: "Du bist ein Lügenbaron, ein Tunichtgut. Wirst schlimm enden!"

Es wurde langsam dunkel. Er schaltete die Scheinwerfer ein. Bog bei Mannheim Richtung Saarbrücken und Metz ab. Es wäre wohl günstiger gewesen bis Mulhouse zu fahren, um südlich von Dijon auf die französische A7 zu kommen. Aber er wollte so schnell wie möglich raus aus Deutschland. Rüber, hinein in die französische Provinz. Fühlte sich dort sicherer. Das Wetter blieb gut. Kein Regen.

Die ganze Sache kratzte ihn total auf, hielt ihn hellwach.

Der AFN soff ab. Er bekam jetzt 'nen französischen Sender rein, der guten Modern Jazz spielte.

Mensch, war er fertig - total im Arsch!

Es kühlte inzwischen auch im Auto stark ab. Abwechselnd klemmte er mal die linke, mal die rechte Hand unter eine Arschbacke, um sie aufzuwärmen.

Er erreichte Saarbrücken und kurz darauf die Grenze. Die Kontrollen waren lasch.

"Ist okay", rief man und "Au revoir!"

Endlich in Frankreich! Er tankte und ging pissen. Raste weiter nach Westen. Dann südlicher nach Nancy, Richtung Dijon. Allmählich wurde er müde. Merkte es zuerst an den Augen.

Er wollte sich wachhalten und begann zu singe

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