text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Für eine schlechte Überraschung gut Roman von Paasilinna, Arto (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 21.12.2018
  • Verlag: Bastei Lübbe AG
eBook (ePUB)
15,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Für eine schlechte Überraschung gut

Winter 1942. Finnland und die Sowjetunion befinden sich im Krieg. Zwei sowjetische Soldaten, Savolenko und Kunitsjin, werden in den finnischen Wäldern ausgesetzt. Ihr Spionage-Auftrag, geplant als Heldeneinsatz im Feindesland, entwickelt sich jedoch zu einem skurrilen Abenteuer. Auf ihrem Marsch durch die Winterlandschaft haben sie überraschende Begegnungen: mit einer verführerischen Apothekerin, einem trinkfreudigen Bauern und einem müden Militärpferd. Viel Stoff für einen kurzweiligen Roman aus Finnland!

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 207
    Erscheinungsdatum: 21.12.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783732563227
    Verlag: Bastei Lübbe AG
Weiterlesen weniger lesen

Für eine schlechte Überraschung gut

2

Leutnant Gennadi Savolenko war ein äußerst fähiger Pilot, und er flog eine gute Maschine. Ein Sturmovik-Schlachtflugzeug, vom Genossen Iljuschin höchstpersönlich konstruiert.

Ohne den Kurs zu korrigieren, flog Savolenko eine halbe Stunde in westliche Richtung, und dann richtete er die Nase der Sturmovik nach Nordnordost aus, wo nach einigen Minuten die finnische Küste auftauchte.

"Halt dich jetzt gut fest. Sie schießen, wenn sie uns entdecken", rief der Pilot seinem Passagier zu, der hinten neben dem Maschinengewehr saß.

Die Eisfläche glitt unter der Maschine hinweg, weich wiegte der verschneite Uferwald die Ankömmlinge, aber sonst blieb alles ruhig. Savolenko lenkte die Maschine über das finnische Festland, wobei er den Baumwipfeln auswich. Ein paar kleine Straßen flitzten unter ihnen vorbei, aber sonst wirkte die Gegend unbewohnt. Bald erreichten sie Miehikkälä. Dort gab es anscheinend keinen Flugplatz und auch sonst keine Sicherheitssysteme, sodass Savolenko beschloss, erst mal eine große Runde über der Ortschaft zu drehen.

Die Männer wurden auf ein großes Gebäude aus roten Ziegeln aufmerksam, "Genossenschaftsmolkerei Kymenlaakso" stand auf der Fassade zu lesen. Savolenko wollte von Kunitsin wissen, was der Schriftzug bedeutete, und als ihm der Name übersetzt worden war, beschloss er, kurz eine Bombe auf die Molkerei zu werfen. In einer prächtigen Schleife näherte er sich dem Gebäude, löste die Bombe genau im richtigen Moment, und als er kurz darauf noch einmal umkehrte, um das Ergebnis zu prüfen, konnte er feststellen, dass die Bombe das Dach der Molkerei getroffen hatte. Sie hatte das Dach durchschlagen und war im Bodenraum explodiert. Schnee und der Qualm der Explosion stoben im Frostwind durchs Dorf.

Frauen in weißen Arbeitskitteln stürmten aus dem Gebäude, rannten in den nahen Wald und warfen sich dort in den Schnee.

"Die weißen Banditen müssen wohl vorläufig pausieren beim Buttern", meinte der Pilot. Immer mehr Frauen rannten in den Wald, und Savolenkos Interesse an ihnen ging so weit, dass er über dem Waldstück zu kreisen begann, vielleicht um herauszufinden, wie finnische Meierinnen aussahen. Die dröhnende Maschine vollführte Sturzflüge über ihnen, Savolenko putzte eigens die Fenster mit Glycerin, um die Frauen besser sehen zu können.

"Hübsch, hübsch, und dick ..."

Bald jedoch begannen die finnischen Soldaten aus dem Dorf, das Flugzeug mit ihren Gewehren zu beschießen, und Savolenko musste die Frauen in Ruhe lassen. Der magere Kunitsin betrachtete das zurückbleibende Miehikkälä und murmelte vor sich hin:

"Wirklich schmuck, rosig und gut im Futter, das muss man sagen ..."

Der Zwischenfall in Miehikkälä mit all den wilden Schleifen und Sturzflügen hatte dazu geführt, dass die Skier am Fahrgestell ein wenig den Halt verloren hatten, und so nahm das Unglück seinen Lauf: Eines der beiden Bretter löste sich schon bald nach dem Abflug, und es flog eine Weile wie ein zitternder Strich vor der Maschine her. Kunitsin bekam einen tüchtigen Schreck, als er seinen Ski in der Luft sah.

"Ein Ski hat sich gelöst, fang ihn ein!"

Die Männer mussten mit ansehen, wie der Ski in den verschneiten Wald fiel. Savolenko fragte:

"Lassen wir ihn da liegen? Er ist bestimmt nicht mehr heil."

"Ich muss ihn holen! Wie soll ich in Finnland mit nur einem Ski laufen, da erfriere ich ja!"

Nach kurzem Suchen fand Savolenko ein kleines Feld, auf dem er landen konnte. Er stoppte die Maschine, zeigte Kunitsin, wo der Ski seiner Meinung nach zu Boden gefallen war, und forderte ihn auf, sich beim Suchen zu beeilen. Savolenko selbst blieb im Cockpit sitzen, schaltete nicht einmal den Motor aus, sondern wendete die Maschine und machte sie klar für den Start.

Kunitsin watete im tiefen Schnee durch den Wald, schaute nach oben und suchte nach Baumwipfeln, von denen der Ski beim Herunterfallen den Schnee abgefegt

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen