text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Für immer wir von Hinz, Melanie (eBook)

  • Verlag: neobooks Self-Publishing
eBook (ePUB)
2,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Für immer wir

Mark wird sterben. Als er mit dieser traurigen Wahrheit herausrückt, ist es für eine Behandlung zu spät. Doch Mark hat einen letzten Wunsch. Wenn er nicht mehr da ist, soll für seine Frau Ella und seinen besten Freund Nick gesorgt sein. Dafür hat er jedes Detail durchgeplant. Nur einen Aspekt hat er dabei außer Acht gelassen - Gefühle kann man nicht planen. Spricht nicht mit Fremden. Liebt Tattoos und Erdnussbutter. Kann fluchen wie ein Bierkutscher, darf es aber nicht mehr.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 183
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783742775931
    Verlag: neobooks Self-Publishing
    Größe: 778 kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Für immer wir

5.

Mit einer Zigarette in der Hand warte ich am Auto, um mit Ella gemeinsam zu ihrer Ausstellungseröffnung zu fahren. Den ganzen Tag ist sie hektisch durchs Haus gefegt und hat mir ständig neue Kleider präsentiert. Ich weiß nicht, wofür sie sich letztendlich entschieden hat, für mich sieht Ella in allem großartig aus. Es ist ihr großer Tag und sie ist furchtbar nervös.

Der Anblick, der sich mir präsentiert, als sie die Haustür öffnet, lässt mich allerdings erst einmal zwei Schritte zurückgehen.

Hochgesteckte Haare, ein dunkelgraues Business-Kostüm mit sehr kurzem Rock und tiefem Ausschnitt, geschätzte zehn-Zentimeter-High-Heels und um das Ganze abzurunden eine strenge Brille im Sekretärinnen-Look.

Dieses Outfit hat sie mir heute definitiv noch nicht vorgeführt. Daran würde ich mich erinnern.

"Kannst du mir mal bitte erklären, wie ich den Abend durchstehen soll?", frage ich mit rauer Stimme. Ella sieht wie der feuchte Traum meines siebzehnjährigen Ichs aus.

Oh mein Gott, jetzt zwinkert sie mir auch noch zu.

"Ich weiß nicht, wovon du redest", antwortet sie mit Unschuldsmiene.

"Gut, Ella. Dann werde ich es dir erklären. Du bist gerade meine wahrhaftig gewordene, perverseste Fantasie. Dazu muss ich heute Abend noch eine Horde sabbernder Kerle von dir fernhalten. Erschwerend kommt hinzu, dass ich dazu immer ganz nah an dir dran bleiben muss. Also, kannst du mir erklären, wie ich das durchstehen soll? Weiß Mark, dass du so vor die Tür gehst?"

Ich halte ihr die Autotür auf. Provokativ schiebt sie sich an mir vorbei und lässt sich trotzig schnaubend auf den Beifahrersitz fallen.

"Genau genommen, war dieses Outfit Marks Vorschlag. Er scheint mehr über deine Fantasien zu wissen als ich. Ich nehme deine Reaktion jetzt einfach mal als Kompliment. Und den Höhlenmenschen kannst du gleich mal stecken lassen. Ich kann auf mich selbst aufpassen."

Daran hab ich keinen Zweifel. Ihre Schuhe sollten waffenscheinpflichtig sein.

Als wir in der Speicherstadt ankommen, ist die Galerie schon hell erleuchtet und wir werden von dröhnend lauter Musik begrüßt. Für uns ist ein Parkplatz direkt neben dem Eingang reserviert. Wir sind spät dran, weil ein Auffahrunfall auf dem Zubringer für einen ordentlichen Stau gesorgt hat. Ich öffne für Ella die Autotür und biete ihr meine Hand zum Aussteigen an. "Aufgeregt?", frage ich und ziehe sie kurz an mich.

"Aufgeregt ist gar kein Ausdruck. Ich mach mir gleich in mein nicht vorhandenes Höschen." Sie grinst mich von der Seite an und hakt sich bei mir ein.

"Das kannst du mit einem alten Mann nicht machen", stöhne ich und versuche meine in ihrer Nähe schon fast chronische Dauererektion unauffällig in eine angenehmere Position zu bringen, bevor wir den Raum betreten. Aus den Lautsprechern schallt The sinner in me von Depeche Mode . Die Galerie ist bereits mit Menschen vollgepackt, die alle interessiert zwischen den Bildern herumwandern. Eine Frau Mitte vierzig, in einem wallenden grünen Leinenrock und mit wirren Haaren, kommt auf uns zu.

"Da ist ja die Künstlerin", ruft sie Ella entgegen. Die Frauen fallen sich um den Hals und Ella stellt uns vor.

"Marina, das ist Nick, ein sehr guter Freund von Mark und mir. Nick, das ist Marina, meine Galeristin."

Förmlich schütteln wir uns die Hände. Marina legt ihre Hand auf meinen Unterarm und hält mich länger als nötig fest.

"Zu schade, dass Mark heute nicht kommen konnte", sagt sie mit einem Blick zu Ella. "Doch du hast ja adäquaten Ersatz mitgebracht", ergänzt sie und zwinkert mir zu. Oh, oh. Keine Chance, gute Frau. Das wird nicht passieren.

"Nichts für ungut, aber der ist auch mir", sagt Ella zu Marina und rettet mich, indem sie mich zur Champagnertheke zieht. Wie wir uns in der Öffentlichkeit geben, steht definitiv noch zur Diskussion. Obwohl wir in Künstlerkreisen wahrscheinlich gar nicht

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen