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Fürsten-Roman - Folge 2441 Ein Sommer voller Glück von Heyden, Sandra (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 18.03.2014
  • Verlag: Bastei Lübbe AG
eBook (ePUB)
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Fürsten-Roman - Folge 2441

Als Prinz Daniel seine Jugendliebe wiederfand.

Seit fünfzehn Jahren hat Daniel Prinz von Erlenthal seine Großmutter nicht mehr gesehen. Früher hat er stets den Sommer bei der alten Gräfin in Greetsiel verbracht. Zusammen mit seinem älteren Bruder Louis und seiner Jugendfreundin Miriam hatte Daniel dort die glücklichste Zeit seines Lebens.

Doch inzwischen hat sich einiges geändert: Louis ist bei einem Unfall ums Leben gekommen, und Albin Fürst von Erlenthal, dem der unabhängige Geist seiner Schwiegermutter suspekt ist, hat Daniel den Umgang mit der Gräfin verboten. Schließlich habe sein Sohn als zukünftiger Fürst Wichtigeres zu tun.

Daniel fügt sich in sein Schicksal - bis eines Tages ein Brief aus Greetsiel eintrifft...

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 64
    Erscheinungsdatum: 18.03.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783838755731
    Verlag: Bastei Lübbe AG
    Serie: Fürsten-Roman Folge.2441
    Größe: 550kBytes
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Fürsten-Roman - Folge 2441

Gerhardine Gräfin von Seggern genoss den milden Frühlingstag. Sie saß mit dem Rücken an die dicke Kirchenmauer gelehnt, die in zwischen so viel Sonne gespeichert hatte, dass sie der alten Gräfin den Rücken und die alten Knochen wärmte. Die betagte Dame, seit Kurzem neunzig Jahre alt, war klein, zierlich und von diversen altersbedingten Gebrechen gezeichnet.

Ein tiefer Seufzer entrang sich ihrer Brust. Sie betrachtete ihre runzligen Hände und wusste, dass ihr Gesicht ebenso faltig aussah. Wenn sie sich im Spiegel betrachtete, kam ihr das einst so schöne Antlitz wie eine Landkarte vor - eine Landkarte jenes Lebens, das es nicht immer gut mit ihr gemeint hatte.

Einzig die blauen Augen blitzten und funkelten vor Lebendigkeit und zeigten jedem, dass der Körper der Gräfin schwach geworden sein mochte, ihr Geist hingegen immer noch vor Vitalität sprühte.

Sie saß gern hier in der Sonne auf der Bank neben dem Eingang zu der kleinen Kirche aus Ziegelsteinen. Die Kirche mit dem mächtigen, wehrhaften Turm lag auf einem kleinen Hügel, und der Friedhof ringsherum war terrassenförmig angelegt worden. Hier fühlte Gerhardine sich geborgen. Hier ruhten all die Menschen, die ihr in ihrem Leben etwas bedeutet hatten und die längst von ihr gegangen waren.

Die Grafenfamilie von Seggern hingegen besaß eine Gruft unter der Kirche, doch da wollte die Gräfin nicht bestattet werden. Dort würde keine Sonne jemals ihr Grab wärmen - eine Vorstellung, die der alten Dame nicht sonderlich behagte. Auch ihr Mann hatte seine letzte Ruhestätte in der Familiengruft gefunden. Gerhardine bedauerte das nicht. Sie hatte ihn nicht so lieben können, wie er es verdient gehabt hätte, denn ihr Herz hatte immer einem anderen gehört.

Orgelklänge aus der Kirche drangen leise über den Friedhof, und Gräfin Gerhardine genoss es. Miriam Bartels spielte gut. Die Kirchengemeinde konnte sich glücklich schätzen, sie nach ihrer Rückkehr in den Ort als Organistin gewonnen zu haben.

Wieder seufzte die Gräfin tief, und ihr Blick wanderte zu der niedrigen Steinmauer. Die Mauer schützte den Friedhof vor den Wassern des Burggrabens, der die alte Burg Windhusen umgab.

Der Wohnsitz der Gräfin versprühte einen gewissen maroden Charme. Auch hier hatte die Zeit ihre Spuren hinterlassen. Verlassen lag die Burg da und konnte nicht verhehlen, dass sie schon bessere Zeiten gesehen hatte. Irgendwie trostlos, durchfuhr es die Gräfin, so trostlos wie ihr Leben.

Früher, ja, da hatte es Leben in den alten Mauern gegeben. Kinderlachen! Früher, als ihre Tochter und ihre Enkelkinder sie noch in den Schulferien besucht hatten. Doch das war lange vorbei, denn mit dem Ende der Schulzeit hatte ihr Schwiegersohn diese Besuche für überflüssig gehalten.

Der Gedanke an Albin Fürst von Erlenthal ließ die alte Gräfin erschauern. Sie hatte ihren Schwiegersohn von Anfang an nicht gemocht - ebenso wenig wie er sie. Gerhardine verstand bis heute nicht, wie ihre einzige Tochter sich in einen derart despotischen und herrischen Mann hatte verlieben können.

Leonharda war zu einem freien und unabhängigen Menschen erzogen worden, wie es hier in Ostfriesland üblich war. Doch offenbar wollte sie nicht frei und unabhängig sein, denn sie hatte sich ihrem Mann vollkommen untergeordnet und fügte sich seinem Willen, den er auch seinen Kindern aufzwang.

Fürst Albin war der unabhängige Geist seiner Schwiegermutter suspekt, und er hatte seiner Frau den Umgang mit ihr schlichtweg verboten. Leider hielt sich Gerhardines Tochter an diese Weisung.

Mühsam erhob sich die alte Gräfin nun von der Bank und nahm den Strauß Wiesenblumen

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