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Flaschenpost Roman von Cibach, Anke (eBook)

  • Verlag: dotbooks GmbH
eBook (ePUB)
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Online verfügbar

Flaschenpost

Eine Prise Glück aus der 'Flaschenpost' von Anke Cibach - jetzt als eBook bei dotbooks. Wenn eine geheimnisvolle Botschaft dein Leben auf den Kopf stellt: Die junge Designerin Nele ist unglücklich in ihrem Job. Und auch mit den Männern läuft es nicht so, wie es sollte. Deshalb beschließt sie, ihr Leben umzukrempeln - sie kündigt und zieht auf jene Hallig, auf der sie aufgewachsen ist. Als sie im Watt spazieren geht, entdeckt Nele eine mysteriöse Flaschenpost. Statt eines Briefes findet sie darin einen Zettel mit einer E-Mail-Adresse. Zuerst ist Nele nur neugierig. Doch schnell entsteht eine besondere Verbindung zu dem geheimnisvollen Absender: In den E-Mails, die er ihr schickt, wird deutlich, dass er viele ihrer Geheimnisse kennt. Wer ist der rätselhafte Unbekannte - und ist er vielleicht genau derjenige, auf den Nele ihr ganzes Leben lang gewartet hat? Jetzt als eBook kaufen und genießen: 'Flaschenpost' von Anke Cibach. Wer liest, hat mehr vom Leben: dotbooks - der eBook-Verlag.

Anke Cibach (1949-2012) studierte Psychologie und Anthropologie in Hamburg. Als Dipl.-Psychologin interessierte sie sich nicht nur für die Schokoladenseiten der Menschen, sondern auch für die geheimen, psychopathischen Anteile eines jeden. Sie liebte schwarzen Humor, Vogelspinnen und das Meer. Ihr Motto: Bücher sind Schokolade für die Seele! Bei dotbooks erscheinen ihre Kriminalromane 'Der Tote vom Leuchtturm', 'Das Haus hinter dem Deich', 'Flaschenpost', 'Die Toten vom Hafen' und 'Mörderische Kaffeefahrt'.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 320
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783955207755
    Verlag: dotbooks GmbH
    Größe: 414 kBytes
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Flaschenpost

Kapitel 2

Frau Lorentz, das hier wurde unten beim Pförtner für Sie abgegeben. Ich nehme jedenfalls an, dass die Post für Sie bestimmt ist." Herr Löffler saß hinter seinem Schreibtisch und hatte die Daumen in eine Weste mit Blumenmuster eingehakt. Betont lässig, aber auf Nele wirkte der Chef wie seine eigene Karikatur. Vor ihm lag ein Umschlag im DIN-A4-Format, auf dem statt einer Adresse eine Zeichnung war. "Bitte, sehen Sie selber."

Nele nahm den Umschlag in die Hand und konnte sich ein Schmunzeln nicht verkneifen. Nicht schlecht. Auch nicht richtig gut, aber es war deutlich zu erkennen, was der Künstler abbilden wollte - eine Szene, wie sie sich vor zwei Wochen auf der Terrasse des Piranha abgespielt hatte. Florian und Jenny, einigermaßen wirklichkeitsnah getroffen, und neben ihnen eine Frau in geringeltem Pullover mit aufgestecktem weißblondem Haar, aus dem sich viele kleine Strähnen lösten. Selbst die Micky-Maus-Haarspange fehlte nicht. Ein Pfeil führte zu dieser Person, eingerahmt von dicken Frage- und Ausrufezeichen.

"Ja, das könnte ich sein", sagte sie zu Herrn Löffler mit unbeteiligter Stimme.

"Wollen Sie den Brief nicht öffnen?"

"Später. Ich stecke mitten in der Arbeit. Haben Sie schon eine Entscheidung getroffen, wer die Muster für die Stoffkollektion ...?"

"Nein, habe ich nicht." Herr Löffler runzelte die Stirn. "Schuhcreme. Braune Ringelwürmer. Unsere Kunden mögen das nicht."

"Keine Wattwürmer, Seeigel", verteidigte sich Nele. "Und für Kinder würde ich selbstverständlich ganz anders vorgehen."

Eine Erwiderung kam erst, als sie schon fast an der Tür war. "Sprechen Sie das mit Ihrem Team ab. Ich wünsche zunächst einen Entwurf. Arbeiten Sie bitte in diesem Fall etwas konventioneller. Vielleicht mit Schäfchen oder Kätzchen."

Oder Seesternen, dachte Nele aufgeregt, und diesmal wollte sie ihre Chance auf jeden Fall richtig nutzen, komme, was wolle.

Bevor sie den anderen die frohe Botschaft verkündete, riss sie noch schnell den Umschlag auf. Er enthielt eine weitere Zeichnung. Ein Schiff, das ihr verdächtig bekannt vorkam, obwohl es anstelle des Drachenkopfes eine andere Galionsfigur trug. Eine Frau - sie selbst - mit Ziegenkopf. "Modell Seezicke" hatte der Künstler sein Werk genannt.

"Du bist dran mit dem Eimer. So nimm ihn schon." Jenny drängte Florian, der vergeblich bemüht war, in Moby Dick seine langen Beine auszustrecken, das Seesternpärchen Romeo und Julia auf, das in die Freiheit entlassen werden sollte.

"Wir sind schon da", verkündete Nele und würgte beim Einparken den Wagen ab.

"Darf man hier denn parken?", wollte der korrekte Florian wissen. "Da steht was von Überflutungsgefahr."

"Ist doch noch der Deich davor", meinte Nele unbekümmert. "Außerdem soll sich das Wetter halten. Es ist fast windstill."

"Also ich finde es eher stürmisch." Jenny fror in ihrem dünnen Seidenanorak.

"Beeilung, Herr Pedersen will ablegen." Nele schnappte sich ihre Reisetasche und winkte dem Versorgungsschiff zu, das zweimal pro Woche die kleine Hallig ansteuerte.

"Es schaukelt", klagte Jenny, und Florian wickelte sich in seinen edlen schwarzen Cashmereschal, den er extra für dieses Wochenende angeschafft hatte.

"Schnapsidee, das Wochenende wie Robinson zu verbringen", murrte er und betrachtete argwöhnisch eine Möwe, die sich auf der Reling häuslich niederließ. "Komm mir bloß nicht zu nahe, du alter Geier."

"Nette Brise, was? Ich merk immer erst unterwegs, wie frei man hier durchatmen kann. Ist doch anders als in der Stadt." Nele hatte ihre Seesterne wieder dem Meer übereignet und schaute sinnend über das Wasser, in dem sich schon der Abendschein spiegelte.

"'Graues Geflügel huschet
neben dem Wasser her,
wie Träume liegen die Inseln
im Nebel auf dem Meer.'

Theodor Storm, wir haben es bei jeder Schulfeier aufgesagt. Ich kann es bis heute. Wie

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