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Fräulein oder Frau? von Collins, Wilkie (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 10.12.2016
  • Verlag: e-artnow
eBook (ePUB)
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Fräulein oder Frau?

Dieses eBook: 'Fräulein oder Frau?' ist mit einem detaillierten und dynamischen Inhaltsverzeichnis versehen und wurde sorgfältig korrekturgelesen. Aus dem Buch: 'Natalie fuhr zurück. Ein in den Nacken gesprochener Fluch, dem auf der Stelle ein Segenswunsch in Gestalt eines Kusses folgt, hat etwas Überraschendes, wenn man nicht darauf vorbereitet ist.' Wilkie Collins (1824-1889) war ein britischer Schriftsteller und Verfasser der ersten Mystery Thriller.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 101
    Erscheinungsdatum: 10.12.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9788026872245
    Verlag: e-artnow
    Größe: 614 kBytes
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Fräulein oder Frau?

Kapitel 2
Die Vorratskammer

Inhaltsverzeichnis
Für Leute mit trägen Lebern und zärtlichen Herzen wird der Genuß einer Seefahrt durch zwei ernste Schattenseiten beeinträchtigt. Es ist außerordentlich schwer, auf der See sich hinreichend Bewegung, und fast unmöglich, im Geheimen die Cour zu machen. Fassen wir hier einen Augenblick nur die letztere Schwierigkeit ins Auge, so kann man das Leben innerhalb der engen und stark bevölkerten Grenzen eines Schiffs als ein wesentlich öffentliches bezeichnen. Vom Morgen bis Abend ist man seinem Nachbar, oder sein Nachbar einem im Wege.

Bei diesem Zustand der Dinge darf man einen Mann, der im Stande ist, auf der See unbeobachtet einen Kuß zu rauben, als einen mit den seltensten Eigenschaften ausgestatteten Menschen bezeichnen. Eine angeborne Begabung für die feinsten Kriegslisten, eine unerschöpfliche Erfindungsgabe, eine durch die übermenschlichsten Prüfungen nicht zu ermüdende Geduld, eine Geistesgegenwart, die durch keinen noch so unerwarteten Zufall außer Fassung zu bringen ist - das sind einige der Eigenschaften, mit welchen die Liebe auf einer Seefahrt ausgerüstet sein muß, wenn sie sich als Kontrebande auf das Schiff mit eingedrängt hat und nicht gehörig in die Schiffspapiere einregistriert ist. Nachdem Natalie und Launce sich über eine hinlänglich originelle Zeichensprache verständigt hatten, die sie in den Stand setzte, vertraulich miteinander zu verkehren, während die Augen und anderer weit geöffnet, auf sie gerichtet waren, hatten sie die noch größere Schwierigkeit zu überwinden, ein Mittel zu finden, am Bord der Yacht unbeobachtet von Zeit zu Zeit zusammenzukommen. Launce hatte sich den Schwierigkeiten, die sich ihm in den Weg stellten, nicht gewachsen gezeigt. Natalie, die in Folge dessen auf ihre eigene Erfindungsgabe angewiesen war, hatte Launce den Gedanken eingegeben, sich seiner medizinischen Studien als einer triftigen Entschuldigung dafür zu bedienen, daß er sich von Zeit zu Zeit in den unteren Regionen einschloß, und war dann auf die glückliche Idee gekommen, sich immer wieder den Besatz ihres Kleides abzureißen, und sich zur selbsteigenen Ausbesserung dieser Risse zu verurteilen, und so ihrerseits eine unverwerfliche Entschuldigung für ihr Verschwinden zu gewinnen. Auf diese Weise machten die Liebenden es möglich, während die nichts ahnenden regierenden Mächte auf dem Verdeck weilten, im Geheimen unter ihnen auf dem neutralen Boden der großen Kajüte zusammenzukommen, und hier waren sie, in Folge einer vorgängigen Verabredung am Frühstückstisch, auch eben jetzt wieder im Begriff, sich im Geheimen zu treffen.

Natalie öffnete, wie gewöhnlich bei diesen Gelegenheiten, ihre Tür zuerst und zwar aus dem triftigen Grunde, weil sie diejenige war, auf deren Behendigkeit im Fall eines unvorhergesehenen Zufalls sie sich am besten verlassen konnten. Sie sah nach dem Oberlicht hinauf. Dort wurden die Beine der beiden Herren und die Röcke ihrer Tante, die an der Leeseite des Schiffes ruhig verharrten, sichtbar. Sie trat einige Schritte weiter vor und horchte. Das Geräusch der Stimmen oben ließ plötzlich nach. Sie sah wieder hinauf. Ein paar Beine, und zwar nicht die ihres Vaters, waren verschwunden. Ohne einen Augenblick zu zögern, flog Natalie in ihre Kabine zurück, gerade noch zu rechter Zeit, um Richard Turlington, der eben die Kajütentreppe herunter kam, zu entgehen. Er trat an eine der Schubladen unter dem Bücherschrank der Kajüte, nahm eine Karte heraus und ging dann sofort wieder auf Deck. Nataliens böses Gewissen ließ sie gleichwohl den voreiligen Schluß ziehen, daß Richard Verdacht gegen sie hege. Gleich darauf trat sie zum zweiten Mal an die Tür ihrer Kabine, dieses Mal aber nicht, um sich in die Kajüte zu wagen, sondern um flüsternd hinaus zu rufen: "Launce!"

Ihr Vetter erschien an seiner Tür, aber noch bevor er die Schwelle überschreiten konnte, rief sie ihm in peremtorischem Tone zu: "Rühr' d

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