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Frühling auf Gut Fennhusen von Renk, Ulrike (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 15.03.2019
  • Verlag: Aufbau Verlag
eBook (ePUB)

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Frühling auf Gut Fennhusen

Der Duft von Apfelblüten. Ostpreußen, 1926: Endlich ist der Frühling da. Bevor Frederike im Herbst die höhere Töchterschule besuchen wird, will sie das Leben auf dem Land noch einmal in vollen Zügen genießen. Mit ihrem Lieblingspferd Caramell unternimmt sie lange Ausritte oder verbringt ihre Zeit im Stall, schließlich werden dieses Jahr gleich drei Fohlen erwartet. Als ihre beste Freundin Thea zu Besuch kommt, scheint das Glück perfekt. Doch mit dem Müßiggang ist es nun vorbei, denn auf Gut Fennhusen soll ein Fest vorbereitet werden, das es so noch nie gegeben hat ... Eine zauberhafte Frühlingsgeschichte, die auf wahren Begebenheiten beruht. Teile dieses E-Books waren bereits Bestandteil des nicht mehr verfügbaren E-Books 'Muttertag auf Fennhusen'. Ulrike Renk, Jahrgang 1967, studierte Literatur und Medienwissenschaften und lebt mit ihrer Familie in Krefeld. Familiengeschichten haben sie schon immer fasziniert, und so verwebt sie in ihren erfolgreichen Romanen Realität mit Fiktion. Im Aufbau Taschenbuch liegen ihre Australien-Saga und ihre Ostpreußen-Saga sowie zahlreiche historische Romane vor. Mehr Informationen zur Autorin unter www.ulrikerenk.de

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 224
    Erscheinungsdatum: 15.03.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783841217462
    Verlag: Aufbau Verlag
    Größe: 2238 kBytes
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Frühling auf Gut Fennhusen

Kapitel 1

I n Ostpreußen kam der Frühling meist spät und wurde umso sehnlicher erwartet. Der Winter hatte schon Ende Oktober sein frostiges Band über das Land gelegt, die Bäche, Flüsse, Teiche und Seen nach und nach mit einer Eisschicht versehen, die jede Woche dicker zu werden schien. Mitte November hatte Schnee das Land überzogen - erst nur Puderzuckerschnee, dann aber fielen dicke weiße Flocken. Ein eisiger Wind trieb ihn zu meterhohen Verwehungen zusammen. Die Sonne schien oft gar nicht mehr aufzugehen. Aber es gab auch die klaren Tage, mit blauem Himmel, klirrender Kälte und der einzigartigen Wintersonne.

Wie jeden Morgen ging Erik von Fennhusen nach dem Gespräch mit dem Inspektor auf die noch kahlen Felder und prüfte den Boden. Der Frost saß tief, brach aber die Ackerkrumen auf.

"Wir können bald kalken", sagte Erik beim Mittagessen, das wie stets nur aus einer kleinen Mahlzeit bestand, zu seiner Frau Stefanie. Frederike, die älteste Tochter aus Stefanies erster Ehe, ihre jüngeren Geschwister Fritz und Gerta sowie die Hauslehrerin Fräulein Hansen saßen mit am Tisch. Natürlich nahmen auch Tante Edeltraut, Eriks unverheiratete Schwester, und ihre beste Freundin Martha, die inzwischen dauerhaft auf dem Gut lebte, an den Mahlzeiten teil. Die drei Jüngsten aßen zusammen mit dem Kindermädchen in ihrem Zimmer. Nur nachmittags verbrachten sie ein wenig Zeit mit ihrer Mutter im Salon.

Das Leben auf dem Gutshof bedürfte einer genauen Planung, damit auch alle Arbeiten bewältigt werden konnten. Aber vor allem bestimmten die Jahreszeiten und das Wetter den Tag.

"Wenn du jetzt kalkst", sagte Fritz, der sich für alles interessierte, was mit der Bewirtschaftung zu tun hatte - und noch mehr für alles Technische -, "dann bringen wir in vier Wochen die Jauche aus."

"Wenn es das Wetter zulässt, richtig, mein Junge", sagte Erik zufrieden.

"Wirst du den Traktor zum Kalken nehmen?"

Erik nickte. "Die Zeiten sind vorbei, wo die Knechte und Mägde mit Körben über die Felder laufen mussten. Natürlich nehmen wir den Traktor. Hans überprüft ihn gerade."

Fritz' Augen leuchteten. "Darf ich zusehen? Und darf ich mitfahren?"

Erik sah Fräulein Hansen fragend an.

Sie lächelte. "Ich denke, auch das gehört zum Lehrstoff dazu", sagte sie. "Doch ich kann es nicht vermitteln. Es ist gut, wenn der Junge diese Dinge vor Ort sieht und in der Praxis lernt."

Fritz strahlte über das ganze Gesicht.

"Allerdings nur", fuhr Fräulein Hansen fort, "wenn du deine Hausaufgaben darüber nicht vergisst."

"Natürlich nicht, Fräulein Hansen", murmelte er.

"Du meinst, der Winter neigt sich endlich dem Ende zu?", fragte Stefanie nach.

"Nein, das noch nicht. Ich denke, wir werden noch ein paar Wochen Frost haben. Vielleicht schneit es sogar noch einmal. Aber das Frühjahr wird kommen, und dann gibt es viel zu tun."

"Ich freue mich so auf den Frühling", sagte Gerta versonnen. "Dann kann ich endlich wieder in die Scheune. Wie viele Katzenbabys wir wohl dieses Jahr haben werden? Minka ist trächtig und Maunzi auch."

"Was ist mit den Hunden?", fragte Frederike. Ihr Hektor lag in der Diele. Er war inzwischen sehr alt geworden, aber immer noch ein treuer Begleiter.

"Hexe ist trächtig", sagte Onkel Erik, und ein gewisser Stolz lag in seiner Stimme. "Das erste Mal. Ich habe sie von Zeus decken lassen."

"Dem Bernhardiner der von Husen-Wahlheims?"

Erik nickte. "Er ist ein ausgezeichneter Wachhund und schön kräftig. Und unsere Hexe ist ein ausgezeichneter Hofhund."

"Das stimmt. Schneider liebt Hexe", sagte Stefanie schmunzelnd. "Die Hündin jagt Marder und die großen Ratten. Darin ist sie sehr erfolgreich, und wir haben nicht so große Verluste beim Geflügel."

"Auf den Wurf bin ich sehr gespannt", sagte Erik und wischte sich mit der Serviette über den Mund. Dann schob er den Stuhl zurück und stand au

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