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Franz von Sickingen von Bauernfeld, Eduard v. (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 11.08.2015
  • Verlag: OTB eBook publishing
eBook (ePUB)

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Franz von Sickingen

Eduard von Bauernfeld (Pseudonyme: Rusticocampius, Feld) ( 13. Jänner 1802 in Wien, 9. August 1890 ebenda) war ein österreichischer Schriftsteller. Eduard von Bauernfeld schrieb auch politische Stücke und kam darum öfters mit der Zensur in Konflikt. Sein Werk Die Republik der Tiere kritisierte die Verhältnisse in Österreich zu Zeiten Metternichs und ist durchaus mit 'Animal Farm' von George Orwell zu vergleichen. (Auszug aus Wikipedia)

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 61
    Erscheinungsdatum: 11.08.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783958640429
    Verlag: OTB eBook publishing
    Größe: 265 kBytes
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Franz von Sickingen

Erste Scene.

(Auf der Ebernburg. Waffensaal. In der Mitte im Hintergrunde ein großer Erker mit farbigen Doppelfenstern, zu beiden Seiten Thüren. Im Vordergrunde rechts und links Seitenthüren. Ritterbilder in Lebensgröße an den getäfelten Wänden, darunter das Ulrich's von Hutten, welcher in der einen Hand das Schwert, in der andern die Bibel hält. Rechts im Vordergrunde ein Schreibtisch und Stuhl, links ein Armsessel. An den Wänden steinerne Sitze angebracht.)

Balthasar Slör (sitzt am Tische rechts und schreibt). Franz von Sickingen (kommt durch die Seitenthüre links, im Hausgewand).

Sickingen . Nun, mein Slör! Hast Du den Fehdebrief gegen Trier aufgesetzt?

Slör (steht auf) . Ja, Herr. (Reicht ihm das Blatt.)

Sickingen (liest flüchtig) . 's ist gut. Laß die Abschrift besorgen. Auch die Manifest' an die Bürgerschaft, an's Land. Wir werden sie brauchen - vielleicht heut' noch.

Slör . Heut noch?

Sickingen (geht auf und ab, wie mit sich beschäftigt) . Wenn's dem Hutten nur gelingt! Wenn Luther sich nicht weigert!

Slör (folgt ihm) . So sehen wir den Herrn Doctor auch wieder hier auf der Ebernburg?

Sickingen . Ich hoff's.

Slör . Sammt Euerem Freunde dort, Ulrich von Hutten? (Weist nach der Wand.) Dem Dichter und Spötter!

Sickingen (lacht) . Mein guter Uli! Sie hassen ihn! weil er Einfälle hat. - Wenn nur der Luther zusagt!

Slör . Der Herr Doctor wird nicht kommen. Er ist zu vorsichtig.

Sickingen . Wir wollen's erwarten. Bin ich doch gerüstet - so oder so. - Was zögerst Du, Balthasar?

Slör . Ich möcht' Euch warnen, Sickingen! Ihr habt's mit einem Bischof! Die Herren reichen weit aus.

Sickingen . Ich reich' nicht minder. Auch gilt's einen Freund und gerechten Schutz! Die Herren in Trier haben dem Hilchen Lorch sein Eigenthum weg genommen. Du hast's ja geschrieben!

Slör . Dem Hilchen Lorch! Der ehrliche alte Gesell. Ist das der Hahn, um den man tanzt? Ich mein' immer, Ihr wollt an die Fürsten langen und gnädigen Herren!

Sickingen . Und wenn ich's wollt'? Sie verdienen's längst!

Slör . Der Kaiser meint's auch - und kann er's zwingen? Ihr seid nur Einer - wie der Kaiser. Der Herren gibts gar viel! Man mag's nicht ändern - so schickt man sich d'rein. Sapiens dominabitur astris!

Sickingen (wie beifällig) . Der Weise mag den Gestirnen herrschen. Der Spruch klingt fein. (Munter.) Nun, ich hab' einen guten Stern! Du weißt's ja! Mein Horoskop weist auf Glück und Glanz. - Geh' jetzt, mein Slör! Mach' Alles zurecht. Und hab' nur keine Sorg' um mich! Dein Franciscus hat sich fürgesehn! (Lächelnd, klopft ihm auf die Schulter.) . Sapiens dominabitur astris!

Slör . Ich hoff', Ihr bereut's nicht. (Ab, im Hintergrunde rechts.)

Sickingen (allein). Dann Justine .

Sickingen (sieht dem Abgehenden kopfschüttelnd nach und geht dann ein paar Schritte auf und ab) .

Justine (durch den Hintergrund links hastig eintretend, mit Mütze und zurückgeschlagenem Schleier) . Bruder -

Sickingen (ihr entgegen) . Justine! Meine Schwester - meine Tochter! Kommst vom Dorf herauf? Hast den Kranken nachgeseh'n, den Armen? (Da Justine mit dem Kopf bejaht.) Nun, das ist brav! (Setzt sich auf den Armstuhl, zieht Justinen zu sich.) Aber was fehlt Dir denn? Siehst ja völlig verstört aus!

Justine (schwer athmend) . Ja, Bruder -

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