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Garibaldi (Historischer Abenteuerroman) von Retcliffe, John (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 30.04.2015
  • Verlag: e-artnow
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Garibaldi (Historischer Abenteuerroman)

Dieses eBook: 'Garibaldi (Historischer Abenteuerroman)' ist mit einem detaillierten und dynamischen Inhaltsverzeichnis versehen und wurde sorgfältig korrekturgelesen. Sir John Retcliffe, eigentlich Hermann Ottomar Friedrich Goedsche (1815-1878), war ein deutscher Schriftsteller. Er benutzte auch das Pseudonym Theodor Armin. Aus dem Buch: 'Am dritten Morgen nachher bewegte sich ein einfacher Trauerzug aus dem Quarantänegebäude der russischen Pontus- Festung Sewastopol nach dem Kirchhof am Ende des Quarantänehafens. Ein russischer Geistlicher ging dem Sarge voran, der nach griechischer Sitte offen und niedrig getragen wurde. Nur wenige Personen hatten sich dem Zuge angeschlossen: einige Diener aus dem Hospital der Quarantäne, eine griechische Frau und ein Mann in orientalischer Kleidung zwischen zwei russischen Marinesoldaten. Der Mann war Edward Maubridge, der Baronet; im offenen Sarge, Rosmarin in den dunklen Locken und auf der Brust, lag Diona Grivas, die Schwester von Gregor Caraiskakis.'

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 287
    Erscheinungsdatum: 30.04.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9788026836377
    Verlag: e-artnow
    Größe: 668 kBytes
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Garibaldi (Historischer Abenteuerroman)

"Herrenrecht!"

Inhaltsverzeichnis
Es war drei Tage später.

Die zur Vermählung der schönen Herrin der Quinta de la noches entretenidas , der Villa der angenehmen Nächte, bestimmte neunte Abendstunde nahte. Vor der Veranda des weitläufigen Hauses waren von den Soldaten, von den Vaqueros, Peons und schwarzen Sklaven der großen Estanzia Ehrenpforten errichtet worden, geschmückt mit den köstlichsten Blumen dieser Zone. An hohen Fahnenstangen wehten die blauweiße Flagge von Buenos Aires und die roten Bänder der Liberalos.

Zwischen diesen Stangen und Bogen und den Säulen der offenen Veranda warteten Girlanden bunter Papierlaternen auf den Beginn der festlichen Stunde; große Holzstöße lagen aufgeschichtet, um mit ihren Flammen zur Erleuchtung zu dienen und die Stechfliegen abzuhalten. Eines dieser Feuer brannte schon in der Mitte der weiten, von hohen Kastanienbäumen umgebenen Piazza vor dem Hauptgebäude; hinter dem Hause, durch Kaktushecken verbunden und eingezäunt, zogen sich die Wirtschaftsgebäude, die Ställe und die Hütten der Diener und Sklaven hin. An seiner Flamme wurde an einem Pfahl von Eisenholz ein ganzer Ochse zum lauten Vergnügen der umhertanzenden und das Feuer schürenden Neger gebraten. Die Frauen, ihre kleinen Kinder rittlings auf der Hüfte, kochten und buken den Reis und die mit Öl und Hammelfett gesättigten Maiskuchen.

Im Kreis lagerten die Vaqueros und Peons, die Hirten und Diener des Guts, die Saltadores und Matadores, die Arbeiter der großen Schlächtereien; zahlreiche Gauchos und Milizsoldaten sangen, tranken und spielten. Der Mate, das berauschende teeartige Getränk, aus Kürbisschalen massenweise genossen, Cana, Rum, Arrak und Mescal , die in großen Kalebassen für den allgemeinen Gebrauch umherstanden, hatten schon ihre Wirkung getan; außerdem herrschte seit dem Pamperos noch immer jene ihm vorangehende oder nachfolgende eigentümliche Schwüle, die auf die Nerven der Eingeborenen einen merkwürdigen Einfluß übt: sie steigert ihre Leidenschaftlichkeit bis zum höchsten Grade, so daß unter ihrer Herrschaft Bluttaten und wilde Ausbrüche häufig sind.

Das Bild, das die Piazza unter diesen Umständen bot, war äußerst bunt und bewegt. Angebunden an gefällte Bäume, standen etwa hundert Gauchopferde auf dem weiten Platz umher; die meisten waren im Korral, dem umzäunten Platz hinter der Villa, untergebracht. Die Mehrzahl der wilden Reiter war eifrig beim Glücksspiel; von Zeit zu Zeit unterbrach ein Fluch oder ein kurzer Streit die espàda, malilla oder das basto und monte Beliebte Kartenspiele ; Augen glühten, Messer blinkten, bis sich andere dazwischen warfen, oder ein Kabo die Kampfhähne mit schweren Strafen bedrohte. Andere tanzten nach dem Klang einer Mandoline mit den ländlichen Schönen, die so verführerisch den seidenen Rebozo um Kopf und Schultern zu schlingen wissen.

La-Muerte, trotz seiner schwarzen Farbe ein angesehener Mann als Hausmeister und Liebling der Haziendera, ging überall umher und sah nach dem Rechten. Das Fest schien ihm nicht wenig Sorge zu verursachen; denn bei seinem Bemühen, freundlich und fröhlich zu erscheinen, vermochte er eine gewisse Unruhe nicht zu verbergen.

Seit dem Abend am La Plata hatte sich Aniella Crousa zurückgezogen in ihren Gemächern gehalten. Statt wie sonst mit der Ungebundenheit und Freiheit eines jungen Füllens über Hügel und Ebene zu schweifen, hatte sie die Quinta nicht verlassen; wenn er ihr in seinem Hausdienst begegnete, erschien sie ihm zerstreut und nachdenklich; seine Fragen über das Hochzeitsfest schien sie fast widerwillig zu beantworten, während sie bisher die Verheiratung als eine gleichgültige, fest bestimmte Sache behandelt hatte.

Nur als ihr alter Vertrauter ihr mitteilte, daß ihr Gast und Milchbruder Manuelo mit den Unidados verschwunden sei, leuchteten ihre Augen auf, und sie wandte sich ohne Antwort ab.

Am Morgen war der Oberst

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