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Gefährliche See vor Kap Horn von O'Brian, Patrick (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 09.05.2014
  • Verlag: Ullstein
eBook (ePUB)
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Gefährliche See vor Kap Horn

Zunächst scheint die 28-Kanonen-Fregatte Surprise damit beschäftigt, den amerikanischen Freibeuter Franklin zu jagen. Doch das ist im Grunde nur Tarnung, und nicht vielen Kapitänen in der Royal Navy wäre gelungen, was Lucky Jack Aubrey auf seiner 28-Kanonen-Fregatte gelingt: Obwohl die Surprise unter Freibeuterflagge fährt und mit Freiwilligen bemannt ist, ist sie in Wirklichkeit von Seiner Majestät des Königs mit dem einzigen Ziel gechartert, den Geheimagenten und Schiffsarzt Dr. Stephen Maturin ohne weiteres Aufsehen nach Südamerika zu bringen. Dort soll er unbemerkt an Land gehen, um im Auftrag der britischen Regierung eine Revolution zu schüren und die Unabhängigkeit Chiles und Perus von Spanien zu betreiben. Doch Maturins Mission ist kein Glück beschieden - er muß in die Anden fliehen, um sein nacktes Leben zu retten. Mit letzter Kraft schleppt er sich zurück an Bord der Surprise, doch vor dem Überleben steht die Rundung Kap Hoorns in schwerer See. Der sechzehnte Band aus der erfolgreichen Romanserie um den berühmten Seehelden Jack Aubrey und seinen Freund Dr. Stephen Maturin. Patrick O'Brian stammt aus einer englischirischen Familie. 1969 begann er seine Seefahrerromane über Jack Aubrey und Dr. Stephen Maturin zu schreiben. Sie wurden international schnell zum Inbegriff spannender historischer Unterhaltung, und Millionen nicht nur maritim interessierter Leser warten gespannt auf den jeweils nächsten Roman. Durch seinen Tod im Januar 2000 verlor England den anerkanntesten Autor im Genre maritime Literatur.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 416
    Erscheinungsdatum: 09.05.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783843708890
    Verlag: Ullstein
    Größe: 4181kBytes
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Gefährliche See vor Kap Horn

ERSTES KAPITEL

P URPURROT UND GRENZENLOS dehnte sich die See unter dem Himmel, wie ausgestorben, bis auf zwei winzige Schiffe, die über die endlose Weite jagten. Beide segelten so hoch am launischen Passatwind wie möglich, mit jedem gerade noch verkraftbaren Fetzen Tuch, die Bulins stahlhart gespannt, und das schon seit Tagen; mal in einem Abstand, daß sie voneinander nur noch die Toppsegel über der Kimm sahen, dann wieder in Schußweite, und wann immer dies der Fall war, feuerten sie mit ihren Jagdkanonen aufeinander.

Das vordere Schiff war die Franklin, ein mit zweiundzwanzig Neunpfündern bestückter amerikanischer Freibeuter, und sein Verfolger, die Achtundzwanzig-Kanonen-Fregatte Surprise, die früher im Dienst der Royal Navy gestanden hatte, inzwischen aber, mit Freibeutern und Freiwilligen bemannt, ebenfalls unter Freibeuterflagge fuhr. Offiziell wurde sie von einem Halbsold-Offizier namens Thomas Pullings befehligt, tatsächlich jedoch von ihrem ehemaligen Kapitän Jack Aubrey, einem Mann, der so weit oben auf der Liste der Vollkapitäne stand, daß man ihn kaum auf einem derart kleinen und hoffnungslos veralteten Schiff vermutet hätte, einem im übrigen alles andere als normalen Schiff, denn obwohl die Surprise unter Freibeuterflagge fuhr, war ihr offizieller, wenn auch geheim gehaltener Status der einer von Seiner Majestät gecharterten Fregatte.

Ursprünglich war sie mit der Mission in See gestochen, ihren Schiffsarzt Stephen Maturin nach Südamerika zu bringen, wo er sich mit den Führern jener politischen Bewegungen in Verbindung setzen sollte, die für die Unabhängigkeit Chiles und Perus von Spanien eintraten. Denn Maturin war nicht nur Schiffsarzt, sondern auch Geheimagent und, da er als Katalane mütterlicherseits ein erbitterter Gegner der spanischen – das heißt kastilischen – Unterdrückung seines Landes war, für diese Aufgabe geradezu prädestiniert.

Er lehnte überhaupt jede Form von Unterdrückung ab. Als Jugendlicher war er ein glühender Anhänger der irischen Rebellen gewesen (sein Vater, ein irischer Katholik, stand als Offizier in spanischen Diensten), hatte sich aber bei den Gewaltexzessen von 1798 von ihnen abgewandt. Sein mit Abstand größter Haß richtete sich jedoch gegen die Gewaltherrschaft Napoleons, und um zu deren Ende beizutragen, bot er bereitwillig der britischen Regierung seine Dienste an, und zwar gratis pro Deo, wodurch er gar nicht erst in den widerlichen Ruch eines Spitzels kam, eines miesen Verräters, der im Auftrag des Staates seine Freunde denunzierte, eine Bezeichnung, die während seiner Kindheit in Irland für ihn stets mit dem Namen Judas, mit dem Beginn der Leidensgeschichte, verknüpft war.

Seine gegenwärtige Aufgabe, die er nach langer, durch den Verrat von Informationen aus London nach Madrid bedingter Unterbrechung wieder aufgenommen hatte, erfüllte ihn mit größter Genugtuung; ihr Gelingen würde nicht nur die beiden tyrannischen Mächte schwächen, sondern darüber hinaus zu äußerster Verstimmung in einer bestimmten Abteilung des französischen Geheimdienstes führen, die dasselbe Ziel wie die Engländer verfolgte, allerdings mit dem entscheidenden Unterschied, daß sich die Dankbarkeit der südamerikanischen Regierungen nach erreichter Unabhängigkeit in einem strategisch wichtigen Bündnis mit Paris statt mit London niederschlagen sollte.

Gründe zur Genugtuung hatte er, seit sie die polynesische Insel Moahu verlassen und sich auf die Verfolgungsjagd der Franklin gemacht hatten, bereits reichlich gehabt. So vertrauten etwa die Amerikaner auf die erstklassigen Segeleigenschaften i

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