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Gefühle tabu von Förster, Marc (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 20.05.2016
  • Verlag: Himmelstürmer Verlag
eBook (PDF)
12,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
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Gefühle tabu

Andy hat ein Problem. Er ist tiefgläubig, und mindestens genau so schwul. Schon vor dem Abi spürt er in sich die Berufung, Priester zu werden. Nach vielen Überlegungen startet er in München mit seinem Theologiestudium. Doch auch das ändert nichts an dem Verlangen, mit Männern intim zu werden. Nach einigen Abenteuern in der Münchener Szene fühlt er plötzlich Gefühle für einen jungen Priester. Die beiden landen im Bett, leben plötzlich in einer Welt voller Kontraste. Hier das Zölibat, da wilder Sex. Stefan versucht Andy davon zu überzeugen, dass dieses doppelte Spiel mit dazu gehört. Doch Andy sieht das anders, es kommt zum Bruch. Kurz danach fühlt der Theologiestudent, ein Semester später, dass er wieder einen Mann für mehr als nur schnellen Sex will. Als Jochen in sein Leben tritt, fordert der Andy auf, sich von der Kirche und all seinen Plänen los zu sagen. Doch Andys Wunsch, Priester zu werden, ist stärker. Bis er Michael kennen lernt. Und der möchte Andys Berufung nicht im Weg stehen. Andy, ein Kampf mit sich, gegen seine Gefühle, dem Bedürfnis nach Sex und der Berufung, der Kirche und den Menschen zu dienen.

Produktinformationen

    Format: PDF
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 211
    Erscheinungsdatum: 20.05.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783863615321
    Verlag: Himmelstürmer Verlag
    Serie: Junge Liebe Bd.79
    Größe: 2044 kBytes
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Gefühle tabu

Meine Gedanken schweiften ab, während ich, neben meinen Großeltern sitzend, Richtung Altar schaute. Der Pfarrer hielt eine beeindruckende Predigt, in der er Papst Benedikt zitierte.

Es gibt so viele Wege zu Christus, wie es Menschen gibt, sagte der.

Ich schloss die Augen. So viele Wege? Aber was war mein Weg? Meine Bestimmung? Tief in mir fühlte ich es. Christus rief. Meine Berufung war es, Priester zu werden. Den Menschen zu helfen, ihnen beizustehen und sie im Glauben zu bestärken.

Ich faltete die Hände. Eine innere Ruhe umschloss mich. Schon so oft hatte ich hier in Altötting gebetet. Der bayerische Wallfahrtsort, nur wenige Kilometer von meinem Heimatdorf, hatte mich schon als Kind angezogen. Damals waren es die mechanischen Krippen und die Geschichten meiner Oma über Jesus und Weihnachten. Heute aber war es etwas anderes. Das tiefe Gefühl, Jesus würde mich rufen, auf mich bauen. Und ich wollte diesem Ruf folgen. Noch zwei Monate waren es bis zum Abitur, schon im Herbst könnte ich mit dem Theologiestudium in München beginnen.

Wie zur Bestätigung nickte meine Oma mir in dem Augenblick zu. Ich lächelte zurück, um dann wieder nach vorne zu schauen.

Die Stiftskirche war an dem Sonntagmorgen, drei Tage vor Beginn der Fastenzeit, nur mäßig gefüllt.

Drei Reihen vor mir fiel mir da ein junger Mann auf. Sicher zehn Jahre älter als ich, fühlte ich plötzlich Zuneigung. Ja, mehr noch. Lust, diesen Mann zu berühren. Ihn aus seinen Klamotten zu pellen.

Ich schloss die Augen, fühlte aber meine wachsende Erregung zwischen meinen Oberschenkeln. So stark wie ich meine Berufung fühlte, ebenso hatte ich das Verlangen, Sex mit einem Mann zu haben.

Die dunkle Seite in meinem Leben. Erst wirklich, seit ich schwach geworden war. Dreimal schon hatte ich mich mit anderen Jungs eingelassen. Mit einem bereits mehrfach. Ich versuchte, mich aufs beten zu konzentrieren. Betete, dass ich stärker sein könnte als dieses Verlangen nach Sex mit einem Mann.

Meine Erregung verflog, ich konnte mich wieder auf die Predigt und den Rest der Messe konzentrieren.

Nach dem Gottesdienst bummelte ich mit meinen Großeltern über den Kappellplatz.

"Ich hab dafür gebetet, dass du ein gutes Abitur machst", raunte meine Oma mir dabei zu.

"Das macht der Andy schon", nickte mein Opa mir zustimmend zu.

"Danke für euer Vertrauen. Glaubt ihr, meint ihr, ich könnte danach Theologie studieren?"

So, nun war es raus.

Meine Oma fiel mir spontan um den Hals.

"Mein Andy wird Priester. Ja, wenn der Herrgott dich dazu beruft. Dann folge dem."

Auch Opa nickte erneut und signalisierte wieder Zustimmung.

"Mein Onkel, der war auch Pfarrer. Er hat ein gutes Leben geführt. Unseren Papst wird es auch freuen. Ein neuer Pfarrer aus seiner Heimat."

Ich dachte an Papst Benedikt, der unweit von meinem Heimatdorf, in Markt geboren war. Aber Papst werden wollte ich nun wirklich nicht.

"Erst einmal studieren und es meinen Eltern erzählen", lachte ich zu meinem Opa rüber.

Meine Großeltern hinter mich wissend, erfuhren schon am gleichen Abend meine Eltern von dem Wunsch. Sie waren nicht wirklich überrascht, hatten keine Einwände und ich war froh, noch einen drei Jahre jüngeren Bruder zu haben, der sicher für den Fortbestand unserer Familie sorgen würde. Außerdem gab es auch noch meine Schwester, die bereits in München studierte und einen Freund hatte.

Am Faschingsmontag durfte ich mich in der Schule mit zwei Stunden Deutsch und anschließend Mathe rumquälen. Als Ausgleich danach gab es Sport. Hallenfußball war angesagt. Ich hatte echt Bock drauf.

Auch wenn ich Theologie studieren wollte, war ich durchaus sportlich und daher auch bei meinen Jungs in der Klasse in der jeweiligen Mannschaft immer beliebt. Stürmer, das war ich.

Gleichzeitig aber waren diese Stunden für mich immer auch Versuchung. Denn hie

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